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Kühlungsborn Festival „Zuparken“ steht auf der Kippe
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Festival „Zuparken“ steht auf der Kippe
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00:05 19.10.2017
Anna Lena (27) aus Hamburg und Anne (21) aus Rostock präsentierten das Plakat für „Zuparken 2017“. Für 2018 sieht es schlecht aus. Quelle: Foto: Lutz Werner
Kägsdorf

Das Surf- und Musikfestival „Zuparken“ auf dem Strandparkplatz in Kägsdorf – nahe am Naturschutzgebiet Riedensee – steht auf der Kippe. Zwölf Mal in Folge haben bisher dort Surfer aus ganz Deutschland und europäischen Nachbarländern, die auch Fans elektronischer Musik sind, immer an einem langen Wochenende im Juni gefeiert. Das Festival 2017 könnte jedoch das letzte gewesen sein, denn für 2018 gibt es bisher vom Umweltamt des Landkreises Rostock keine Genehmigung – und es sieht auch nicht gut aus.

„Das Festival wurde bisher mit Auflagen genehmigt. Diese Ausnahmegenehmigung lief 2017 aus. Das wissen die Veranstalter“, erklärt Landkreis-Sprecher Michael Fengler und erläutert den Standpunkt des Umweltamtes. Das Naturschutzgebiet Riedensee habe einen besonderen Schutzstatus, der für andere, ähnliche Gebiete Vorbildwirkung habe. Das Festival mit seinen erheblichen Lärmemissionen sei auf Dauer mit den Belangen des Naturschutzes nicht in Einklang zu bringen. Dem Veranstalter, dem Rostocker Unternehmen Supremesurf, habe man empfohlen, nach einem alternativen Standort zu suchen. Dabei wolle das Umweltamt helfen. Endgültig sei jedoch noch nicht über „Zuparken 2018“ entschieden. Anfang/Mitte November werde es in Bastorf – Kägsdorf ist Teil der Gemeinde Bastorf – zu diesem Thema eine Runde mit Umweltamt, Umweltfachverbänden, Veranstalter und Bürgermeister geben.

Gestoßen an „Zuparken“ – und damit die jetzige Lage hervorgebracht – hatte sich unter anderen die Ortsgruppe Rerik-Salzhaff des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). „Es hat für dieses Festival mit seinen erheblichen Lärmbeeinträchtigungen für die Umwelt nie eine Umweltverträglichkeitsstudie gegeben. Das haben wir jetzt eingefordert“, erklärt deren Vorsitzender Andreas Schwienhorst. Er geht davon aus, dass die Umweltverträglichkeitsstudie „einen extremen Eingriff in die Natur“ feststellen werde. Sollte es zu diesem Resultat kommen, sei das Festival dort nicht mehr möglich, erklärt Schwienhorst. Supremesurf beantwortete eine Anfrage zum Stand der Dinge gestern nicht. Auf der Internet-Seite des Unternehmens und auf der „Zuparken“-Seite wird zwar auf das Festival im kommenden Jahr verwiesen – aber bisher ohne Veranstaltungsdatum.

Bastorfs Bürgermeister Detlef Kurreck bekräftigte einmal mehr: „Die Gemeindevertretung und auch ich selbst stehen zu dem Festival. So etwas tut uns ein Mal im Jahr gut.“ Das eher kleine Event sei wegen der Nähe zum Naturschutzgebiet konsequent auf 1000 Besucher begrenzt. „Das sind kultivierte Leute. Der Platz wird ordentlich verlassen und die Organisatoren nehmen immer auf die Belange der Einwohner in unserer Gemeinde Rücksicht“, fügt er hinzu. Kurreck hofft, dass bei der Zusammenkunft im November doch noch eine Lösung für „Zuparken“ am angestammten Festival-Ort gefunden wird.

Allerdings habe er vom Veranstalter auch erfahren, dass bereits nach alternativen Standorten „weit weg von unserer Region gesucht wird. Da ist sogar Dänemark im Gespräch.“

Lutz Werner

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