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Freie Schule wird zur Asien-Messe

Rerik Freie Schule wird zur Asien-Messe

Schüler der siebten und achten Klassen präsentieren die Ergebnisse ihrer mehrwöchigen Asien-Werkstatt.

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Jacob Reinhard, Janes Brünner, Filomena Hildebrand, Nina Haase und Max Gode berichteten gestern, wie sie die mehrwöchige Asien-Werkstatt an ihrer Schule erlebt haben. Und bauten dann ihre Messe-Stände für den Nachmittag auf.

Quelle: Fotos: Lutz Werner

Rerik. Auf den Fluren sind Modellbauten von prächtigen Moscheen, Pagoden und hinduistischen Tempeln zu sehen. In den Klassenräumen gibt es Präsentationen und Yoga-Vorführungen. Und überall liegt der Duft von leckerem asiatischen Essen in der Luft. Viele der Mädchen und Jungen der Freien Schule Rerik hatten sich in traditionelle asiatische Gewänder gehüllt.

Die 13- und 14-jährigen Schüler der siebten und achten Klassenstufen präsentierten gestern Nachmittag auf einer „Asien-Messe“ Eltern und Freunden der Schule und Mitschülern aus anderen Klassen die Ergebnisse ihrer Arbeit in der mehrwöchigen Projektwerkstatt „Asien“. Wie Max Gode und Nina Haase, die zu einer Gruppe gehörten, die sich mit Japan beschäftigt hatte. „Mich hat dabei vor allem der Aufstieg von Japan seit den 1970er Jahren zu einer der bedeutendsten Industrie-Nationen und Hightech-Ländern fasziniert. Was auch vor dem Hintergrund besonders interessant erscheint, dass in Familie und Gesellschaft sehr viel vom traditionellen Lebensstil erhalten blieb“, erklärt Max. „Nahrungsmittel aus dem Meer bis hin zu Algen sind für die Japaner eine Lebensgrundlage. Algen sind bei uns auf dem Teller noch etwas Exotisches. Genau so einen Snack werden wir auf der Messe anbieten“, kündigte Nina gestern Vormittag, beim Aufbau der Japan-Präsentation, an.

Bei der Vietnam-Gruppe ging das asiatische Essen schon über einen Snack hinaus: Zum Bananen-Hühner-Curry gab es mehrere Sorten Reis und grünen Tee. „Wir haben ein einfaches Gericht ausgewählt, das sich unkompliziert zubereiten lässt. Als Anregung, viel tiefer in diese interessante Küche einzutauchen“, sagt Filomena Hildebrand.

Der kulinarische Ausflug nach Asien war natürlich nur ein Teil der Asien-Messe an der Freien Schule. Die Schüler stellten die Länder und Themen vor, mit denen sie sich beschäftigt hatten. Erzählten davon, wie sie sich im fächerübergreifenden Unterricht, bei dem beispielsweise Geschichte, Geografie und Kunst nicht starr in Schubladen gepackt werden, diesen Teil des Planeten erschlossen hatten.

Der Werkstatt-Unterricht begann schon im Januar mit einem Besuch in der Rostocker Moschee, um Einblicke in die islamische Religion und das Leben in der Gemeinde in der Hansestadt zu bekommen. Dort hatten die jungen Leute aus der Reriker Schule auch Gelegenheit, mit Schülern aus Afghanistan, Armenien und der Türkei über den Islam zu diskutieren. „Der Islam ist eine Religion, die besonders stark auf den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und Familie setzt. Das gefällt mir. Er ist aber eine sehr strenge Religion, die den Mädchen und Frauen das Leben nicht immer einfach macht“, zieht Nina ein Fazit dieses nicht alltäglichen Einstiegs in das Projekt Asien.

Klassen- und fächerübergreifender Unterricht mit mehrwöchigen Projekten, bei denen die Schüler eine große Wahlfreiheit haben, gehört zum festen Bestandteil des Lernens an der Freien Schule. „Das Leben ist viel komplexer als Schulfächer. Und wenn nicht nur wir Lehrer den Schülern Inhalte und Werte vermitteln, sondern die Schüler untereinander das in Gruppen auch selbst tun, ist das viel intensiver. Da bleibt viel mehr hängen“, erklärt Schulleiterin Marika Kahle und fügt hinzu: „Das geschieht alles in Übereinstimmung mit den Anforderungen, die der Rahmenlehrplan vorgibt.“ Dr. Holger Stein, Lehrer für Mathematik, Physik und in der freien Arbeit, sieht das ebenso und drückt es so aus: „Kinder brauchen Möglichkeiten, zu erkennen, wo ihre Interessen liegen und sollen sich dabei auszuprobieren.“

Nächstes Ziel: Abitur
126 Schüler lernen in den Klassenstufen fünf bis zehn der Freien Schule Rerik. Sie werden unterrichtet und betreut von 18 Lehrern und einer Sozialpädagogin. Die Schule wartet auf die Genehmigung des Schweriner Bildungsministeriums, eine Abiturstufe eröffnen zu dürfen.
2002 wurde die Schule gegründet, um im Ostseebad Rerik eine weiterführende Schule zu erhalten. Den Anfang bildeten im Sommer 2001 sieben beherzte Menschen, die einen Verein gründeten. Mit nur neun Schülern wurde im August 2002 die erste fünfte Klasse eröffnet. Träger ist seit Oktober 2009 die Reriker Bildungs Art AG.

 



Lutz Werner

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