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Funker mit der Lizenz zum Feiern

Kühlungsborn Funker mit der Lizenz zum Feiern

Enthusiasten erinnern mit einer Sonderaktion an das 75-jährige Stadtjubiläum Kühlungsborns.

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Dreht fachmännisch an den Knöpfen und ist weltweit „on air“: Erhard Löbnau vor seiner Funkstation in Bad Doberan.

Quelle: Lennart Plottke

Kühlungsborn. „Meine Frau wusste schon vor unserer Hochzeit, worauf sie sich mit mir einlässt“, sagt Erhard Löbnau und zitiert Funker-Legende Ernst Krenkel: „Mein Vater hatte drei Söhne. Zwei waren normal — der dritte wurde Funkamateur ...“ Gut, ganz so extrem scheint es bei dem 75-jährigen Doberaner nicht zu sein. Dennoch hängen an den Wänden allerlei gewichtige „Diplome“ — aus Weißrussland, Amerika, ganz Deutschland. „Nach der Renovierung sind die aber Richtung Keller gewandert“, sagt Löbnau augenzwinkernd.

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Dreht fachmännisch an den Knöpfen und ist weltweit „on air“: Erhard Löbnau vor seiner Funkstation in Bad Doberan.

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Viele Funkamateure streben vor allem Kontakte mit möglichst weit entfernten Stationen an und sammeln mit Begeisterung sogenannte QSL-Karten. „Diese Karten bestätigen den jeweiligen Funkkontakt“, erklärt Uwe Tarnowski, wie Löbnau Mitglied im Ortsverband Bad Doberan des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC). „Hat man viele solcher Karten gesammelt, gibt‘s von verschiedenen Organisationen eben das eine oder andere Diplom.“

„Früher war ich da auch ganz schön hinterher“, gibt Löbnau zu, der bereits seit 1967 seinem Hobby frönt. „Aber seit 20 Jahren bin ich nicht mehr so der Kartenjäger.“ Jetzt lege er sein Augenmerk vermehrt auf technische Details: „Das ist doch die Basis des Ganzen.“

Ziel ist, deutschland- und weltweit Funkverbindungen aufzubauen — unabhängig von Netzen oder der Infrastruktur. „Uns geht es vor allem darum, innerhalb Deutschlands Verbindungen zu bekommen“, erklärt Tarnowski. „Das ist doch Werbung für unsere Region.“

In diesem Zusammenhang würde man jetzt unter dem Sonderrufzeichen „DL75KUE“ auf allen Amateurfunkbändern und in den meisten möglichen Betriebsarten weltweit Funkverbindungen unter dem Motto „75 Jahre Ostseebad Kühlungsborn“ herstellen und durch das Versenden von QSL-Karten bestätigen. Diese Karten zeigen eine Ansicht des Weststrandes aus den 1930er Jahren.

Schon 2011 habe es eine ähnliche Aktion zum 125. Molli-Geburtstag gegeben, sagt Tarnowski. „Und da in diesem Jahr in Kühlungsborn keine größeren Aktionen zum 75-jährigen Stadtjubiläum geplant sind, möchten wir zumindest mit einer Sonderaktion daran erinnern.“

Er könne sich sogar vorstellen, im Sommer am Strand eine Funkstation aufzubauen, um der Öffentlichkeit das Hobby näher zu bringen, so Tarnowski. „Vielleicht bekommen wir das gemeinsam mit der Gemeinde und der Touristik-Service-Kühlungsborn GmbH hin — ansonsten sind Funker ja eher Eigenbrötler.“

31 Mitstreiter treffen sich derzeit einmal pro Monat im Ortsverband Bad Doberan. „Wir sind hier eher wenige Leute“, gibt Tarnowski zu. Etwa 80 000 Amateurfunker gibt es aktuell in Deutschland, rund 41 000 sind im Deutschen Amateur-Radio-Club Mitglied, 608 in MV aktiv.

„Alle sind bei der Bundesnetzagentur registriert“, sagt Uwe Tarnowski stolz. „Da hat jeder seine eigene Nummer.“ Um hier aufgenommen zu werden, müsse man anspruchsvolle Prüfungen ablegen, bei denen umfangreiche Kenntnisse unter Beweis zu stellen seien, macht der 55-jährige Kühlungsborner deutlich: „UKW-Funken, kleine und große Morseprüfung — ich bin seit Mitte der 1970er Jahre dabei und habe mich langsam hochgearbeitet.“

Aufgrund von Genehmigungen dürfe er Geräte selbst bauen und im Rahmen der technischen Möglichkeiten modifizieren, schwärmt Löbnau: „Das ist beispielsweise ein Unterschied zu den CB-Funkern.“ Toll seien auch die vielen Möglichkeiten der Kontaktaufnahme: „Morsen, Sprechfunk, Fernschreiben, Bildübertragung, ,richtiges‘ Fernsehen — es gibt die unterschiedlichste Betriebsarten.“ Die „besonders Flotten“ würden gern telegrafieren — „das ist aber eher was für die Jüngeren“, erklärt Löbnau und blickt Richtung Uwe Tarnowski. „Hört, hört“, sagt der 55-Jährige und lacht.

Einen Vorteil habe sein Hobby in jedem Fall, meint Erhard Löbnau und drückt an seiner Anlage ein paar Knöpfe: „Wenn es zeitlich mal nicht passt, schaltet man einfach ab.“

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OZ persönlich

31 Enthusiasten funken in der Region

80 000 lizensierte Amateurfunker gibt es derzeit in Deutschland.

41 000 Mitglieder funken aktuell im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC). Dieser vertritt die Interessen der deutschen Funkamateure auf nationaler und internationaler Ebene — Grundlage ist der Schutz der Frequenzen.31 Gleichgesinnte sind im Ortsverband Bad Doberan (OV D06) registriert.

Lennart Plottke

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