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Linie 121: Rad muss leider draußen bleiben

Kühlungsborn Linie 121: Rad muss leider draußen bleiben

Weimarer Urlauber wurde samt Drahtesel an der Haltestelle stehengelassen. Rebus: Wir prüfen den Fall.

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An der Kühlungsborner Bushaltestelle Bahnhof Ost herrschte gestern reger Betrieb. Räder hatten die Fahrgäste diesmal nicht dabei.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Eine Radtour zum Flugplatz nach Zweedorf — von Kühlungsborn ist das schon eine ganz schön beachtliche Strecke. „Immerhin gut zwölf Kilometer“, sagt Eckart Freudenthal. Um ein bisschen „abzukürzen“, wollte der Urlauber aus Weimar jetzt den Bus der Linie 121 vom Bahnhof Ost Richtung Rerik nutzen: „Und zwar samt Fahrrad.“ Er sei ganz auf Nummer sicher gegangen, habe sich im Vorfeld sowohl bei der Touristinformation als auch am Bahnhof informiert, ob der Bus seinen Drahtesel auch tatsächlich mitnehmen würde. „Das wurde mir eigentlich bestätigt“, sagt Freudenthal und zuckt mit den Schultern.

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Das Personal entscheidet im Einzelfall, ob Fahrräder zur Beförderung zugelassen werden.“Gerd Heuer, Rebus Regionalbus Rostock

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Gefragt, getan: „Doch als ich mein Fahrrad in den Bus hineinheben wollte, schloss der Fahrer die Tür“, wundert sich Freudenthal. „Mit dem Ergebnis, dass das Vorderrad eingeklemmt wurde.“ Weitere Informationen gab es nicht: „Ich hatte die Befürchtung, dass mein Rad und ich bei der Anfahrt mitgezogen werden.“

Erst nach seinem „Hilferuf“ hätten zwei Zuschauer den Busfahrer auf das Dilemma aufmerksam gemacht. „Daraufhin kam er von innen zur Tür, machte diese wieder auf und fragte, ob ich sie kaputt machen wolle“, erzählt der Weimarer und fügt süffisant an: „Eine nette Bemerkung.“ Noch netter sei der barsche Hinweis gewesen, dass der Bus keine Fahrräder mitnehmen würde. „Meine entsprechenden Bitten blieben ungehört — stattdessen verwies der Fahrer auf das Gepäck, was sich schon im Bus befand“, sagt Freudenthal. „Dabei hätte ein Fahrrad zweifelsfrei noch Platz gefunden.“ Unbefriedigendes Ergebnis: „Der Bus fuhr ohne mich und mein Fahrrad davon.“

Er empfehle dem Busunternehmen, eine Information herauszugeben, ob Passagiere mit Fahrrädern grundsätzlich nicht mitgenommen werden, so der stehengelassene Urlauber augenzwinkernd: „Es sei denn, der Drahtesel ist in einem Überseekoffer verpackt.“

Ganz so einfach sei die Sachlage nicht, erklärt Gerd Heuer, Verkehrsmanager bei der Rebus Regionalbus Rostock GmbH. Nach den Beförderungsbedingungen des Verkehrsverbundes Warnow (VVW) könnten Fahrräder nur dann mitgenommen werden, wenn die „Beschaffenheit und Besetzung des Fahrzeugs das zulassen“. Dies gelte im Übrigen auch für Segways oder Pedelecs.

Heißt im Klartext: „Das Personal entscheidet im Einzelfall, ob Fahrräder zur Beförderung zugelassen werden und an welcher Stelle sie unterzubringen sind“, macht der Rebus-Mitarbeiter deutlich.

Möglicherweise sei der Bus dafür doch zu voll gewesen.

Im Übrigen hätten ihn die Ausführungen Freudenthals schon etwas verwundert: „Eigentlich sollten beim Regionalverkehr alle Fahrgäste vorn beim Fahrer einsteigen — warum sich das Geschehen hier offenbar am hinteren Teil des Busses abgespielt hat, muss noch geklärt werden.“ Dazu soll es in den kommenden Tagen ein Gespräch mit dem Fahrer geben. „Wir sind da noch in der Bearbeitung“, sagt Gerd Heuer.

In jedem Fall sei er davon überzeugt, dass die Leistung des Busfahrers einer besonderen Würdigung bedürfe, meint Eckart Freudenthal: „Früher gab es mal eine ,Straße der Besten‘ — da gehört er bestimmt hin . . .“

Fahrer hat letztes Wort
Nach Paragraph 12 (Mitnahme von Sachen) der Beförderungsbedingungen bei der Rebus Regionalbus Rostock GmbH können Fahrräder nur mitgenommen werden, wenn die Beschaffenheit und die Besetzung des Fahrzeugs dies zulassen. Und: Das Personal entscheidet im Einzelfall, ob Fahrräder zur Beförderung zugelassen werden und an welcher Stelle sie unterzubringen sind.


Für die Mitnahme eines Fahrrades können bei der Rebus GmbH Fahrradkarten oder Fahrrad-Tageskarten genutzt werden.

 

 

Lennart Plottke

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