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Kühlungsborn Minister-Fazit nach einem Jahr im Amt
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Minister-Fazit nach einem Jahr im Amt
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00:00 23.12.2017
Bad Doberan

Die Münsterstadt und ihre unmittelbare Umgebung haben wohl die größte „Ministerdichte“ in Mecklenburg-Vorpommern. Drei der acht Fachminister wohnen hier:

Katy Hoffmeister Quelle: Foto: Dpa
Till Backhaus Quelle: Foto: O. Arscholl
Stefanie Drese Quelle: Foto: Ministerium

Justizministerin Katy Hoffmeister (CDU) in Bad Doberan, Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) in Hanstorf, Landwirtschafts- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Bargeshagen.

Seit dem 1. November 2016 gehören alle drei der neuen Regierung an – Backhaus als bereits im Amt erfahrener Minister, die beiden Frauen als Neulinge in der Regierung. Wie schauen sie auf das erste Jahr in der neuen Regierung zurück? Und voraus? Was kommt Weihnachten auf den Tisch?

Politisch sei es ihm wichtig, weiter mit der Entwicklung der ländlichen Räume voranzukommen, blickt der Minister zugleich voraus und zurück. Denn das Thema sei gleichermaßen 2017 und im kommenden Jahr hochaktuell. Und er will noch mehr finanzielle Anreize für Landwirte setzen, die ihre Arbeit mit ökologischen Leistungen verbinden – zugunsten von Insektenschutz, Artenvielfalt, Bodenschutz und sauberen Gewässern. Am Heiligabend gibt es im Hause Backhaus Fisch, frisch vom Fischer, je nach Angebot. Am ersten Feiertag steht Ente auf dem Speiseplan und am zweiten Feiertag Wildschweinbraten, eigenhändig vom Minister zubereitet.

Für Katy Hoffmeister und Stefanie Drese hatte das zurückliegende erste Jahr im Ministeramt viel Neues zu bieten. „Es war sehr interessant und auch sehr schön, dass ich die Gelegenheit hatte, alle Justizstandorte im Land persönlich kennenzulernen, dort mit vielen Mitarbeitern sprechen konnte“, sagt sie. Auch sie wird ein zukunftsweisendes Thema von 2017 nach 2018 hinübernehmen: die Digitalisierung. „Justiz ist in der Außenwahrnehmung immer mit Aktenbergen verbunden. Aber auch hier hält das digitale Zeitalter rasant Einzug“, sagt sie. Ihre schwerste Stunde erlebte sie, als sie den Mitarbeitern die Schließung der JVA Neubrandenburg zum Jahresende 2018 mitteilen musste. „Das heißt für die Betroffenen und ihre Familien, künftig weite Arbeitswege zu anderen Standorten im Land zu fahren, dorthin umzuziehen oder sich noch einmal beruflich neu zu orientieren. So etwas ist nicht einfach“, sagt sie.

Einer ihrer Mitarbeiter hat eine interessante Zahl ausgerechnet. 3000 Hände schüttelte die Ministerin im Jahr bei offiziellen Anlässen. „Da sind die Auftritte als Partei-Politikerin der CDU noch gar nicht eingerechnet“, so Katy Hoffmeister. So sieht es bei ihr zu Weihnachten aus: Am Heiligabend geht es zunächst zum Gottesdienst ins Münster, abends gibt es Kartoffelsalat und Würstchen. Und am ersten Feiertag eine Weihnachtsgans. „Bei der Gans bin ich in der Küche nur Assistentin meines Mannes“, erklärt sie die Rangordnung in der Weihnachtsküche.

Auch Sozialministerin Stefanie Drese war viel im Land unterwegs. „Dabei habe ich immer wieder gestaunt, was für tolle Menschen und Projekte es im Ehrenamt gibt“, sagt sie. Junge Leute, die eine Ausbildung zur Kita-Erzieherin/Erzieher machen, können das jetzt tun, ohne Geld für die Ausbildung bezahlen zu müssen. Bekommen eine Ausbildungsvergütung oder – wenn sie es im dualen System tun – Geld von ihrem Job in einer Kita. „Dass ich das durchsetzen konnte – darauf bin ich stolz. Das schafft Anreize für junge Leute, in Kitas zu arbeiten. Dort ist der Fachkräfte-Mangel spürbar“, sagt sie. Nach 2017 nimmt sie das große Thema Verbesserungen in der Pflege hinüber. Kulinarisch geht es auch bei ihr traditionell zu: Kartoffelsalat und Würstchen am Heiligen Abend, Ente am ersten Feiertag. Der Baum wird „knallbunt geschmückt“.

Lutz Werner

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