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Kühlungsborn Neues Zuhause für Fußballer und Retter
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Neues Zuhause für Fußballer und Retter
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07:19 12.07.2013
Das neue Sportlerhaus auf dem Sportplatz Ost bietet im Erdgeschoss dem FSV Kühlungsborn ein Domizil, im Obergeschoss gibt es Unterkünfte für Rettungsschwimmer. Platzwart Gerold Habel freut sich über den Neubau. Quelle: Fotos: Lutz Werner
Kühlungsborn

Der Eingangsbereich des Sportplatzes Ost präsentiert sich mit einem völlig neuen Erscheinungsbild. Die marode, langgestreckte und immer wieder zusammengeflickte Flachbaracke an der Südseite ist seit Anfang Juni verschwunden. An der Südostseite, gleich hinter dem neu gebauten Eingang zum Sportplatz, steht statt dessen ein zweistöckiges weißes Gebäude, das durch sein schlichtes, modernes Design und Funktionalität besticht — das neue Domizil für die Fußballer vom FSV Kühlungsborn und die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG).

„Wir haben auf eine feierliche Einweihungszeremonie verzichtet und das Haus seit Ende Mai schrittweise in Betrieb genommen“, erklärt Reinhard Schriefer, im Kühlungsborner Bauamt unter anderem zuständig für die Baumaßnahmen auf den Grundstücken der Stadt. Am 31. Mai bezogen die ersten Rettungsschwimmer die Quartiere, die für sie im Obergeschoss des neuen Hauses geschaffen wurden. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, um auf den Wachtürmen am Strand jeweils für 14 Tage ihren Dienst zu versehen.

Im Erdgeschoss wurden seitdem noch etliche Detail- und Restarbeiten ausgeführt und die Außenanlage gestaltet. „Jetzt sind die Bauarbeiten bis auf ein paar kleine Details abgeschlossen“, zog Schriefer gestern einen Schlussstrich unter die städtische Baumaßnahme auf dem Sportplatz Ost.

Das Erdgeschoss wird durch den FSV genutzt. Dort gibt es vier Umkleideräume mit dazugehörigen Sanitäranlagen, einen separaten Raum für den Schiedsrichter mit Sanitärtrakt, zwei Lager- und Geräteräume, das Büro des Vereins und den Technikraum. Der große Aufenthaltsraum mit Küche und großem Flachbildschirm wird in der Wachzeit von Mai bis September von den Rettungsschwimmern genutzt, in der übrigen Zeit des Jahres vom FSV. Außerdem gibt es im Anbau einen Raum mit Durchreich-Fenster für den Getränke- und Imbissverkauf bei Veranstaltungen auf dem Sportplatz.

Im Obergeschoss befinden sich in Drei- und Vierbettzimmern die 31 Schlafplätze für die Rettungsschwimmer, die Waschmaschinen und Sanitäreinrichtungen. Alles sehr modern, aber auch sehr einfach — Jugendherbergsniveau.

„Es wurde immer schwieriger und teurer, für die Rettungsschwimmer angemessene Ferienwohnungen anmieten zu können. Und sie waren über den ganzen Ort verstreut. Zuletzt haben wir gut 30 000 Euro im Jahr für die Quartiere bezahlt. Der Teil der Bausumme, der auf die Unterkünfte entfällt, wird sich in 12 bis 15 Jahren amortisiert haben“, rechnet Schriefer vor.

Bei den Nutzern des neuen Hauses überwiegen die positiven Aspekte, „wenngleich natürlich auch einige Wünsche offen bleiben“, wie FSV-Präsident Horst Böckenheuer erklärt. „Die Bedingungen für uns Fußballer haben sich auf dem Sportplatz Ost grundlegend verbessert. Das ist alles sehr gelungen und schön geworden. Wir würden den Gemeinschaftsraum aber gern auch im Sommer nutzen — gemeinsam mit den DLRG-Rettern. Auch, damit unsere ,Alten Herren‘ für ihre geselligen Mittwochabende wieder ein Domizil haben“, sagt Böckenheuer.

Rettungsschwimmer Maximilian Röhr aus Borken in Hessen ist schon das zehnte Mal zum Wachdienst nach Kühlungsborn gekommen. „Das Positive überwiegt in jedem Fall: Zentrale Lage, ein ganz kurzer Weg zum Strand und wir haben jetzt ein Areal, auf dem wir auch gemeinsam etwas in der Freizeit machen können. Und wir Älteren können einen Blick auf die ganz jungen Mitstreiter werfen, von denen einige erst 16 Jahre alt sind. Für sie haben wir ja auch Verantwortung“, so der 26-jährige Student. Er fügt aber hinzu: „Klar, die Unterkunft in der Ferienwohnung war komfortabler und man hatte einen Rückzugsraum. In diesem Jugendherbergs-Ambiente geht jede Privatsphäre verloren.“ Das sieht auch seine Vereinskameradin Anne Ahrens (24) so.

René Schultz von der Kühlungsborner Fußballschule freut sich einfach nur. „Wir haben jetzt Bedingungen, die wir auch Kindern anspruchsvoller Urlaubereltern aus den Hotels anbieten können.“

In Vereinssport und Sicherheit am Strand investiert
1 Million Euro kostete der Neubau des Sportlerhauses auf dem Sportplatz Ost. Das Erdgeschoss wird vom Fußballsportverein Kühlungsborn genutzt.

31 Schlafplätze für die Rettungsschwimmer der DLRG in Drei- und Vierbettzimmern, Sanitäranlagen und Waschmaschinen stehen im Obergeschoss zur Verfügung.

Lutz Werner

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