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Kühlungsborn Ostseebad rüstet sich für Bundesliga
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Ostseebad rüstet sich für Bundesliga
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07:18 07.09.2013
Die 17 Jahre alte mobile Beregnungsanlage muss mehrmals am Tag umgesetzt werden. Quelle: Rolf Barkhorn
Kühlungsborn

Der Sportplatz Ost soll nun doch eine automatische Bewässerungsanlage erhalten. Dafür entschieden sich Kühlungsborns Stadtvertreter am Donnerstag in ihrer ersten Sitzung nach der Sommerpause. 11 der 13 anwesenden Vertreter stimmten für den Antrag der Zählgemeinschaft HGV/FDP/Ziesig. Frank Langguth und Dr. Klaus Gehrhardt von der Fraktion Die Linken stimmten dagegen.

Aufgeworfen wurde die Frage, ob der Rasenplatz mit einer modernen automatischen Beregnung ausgestattet werden könnte, bereits im vergangenen Frühjahr. Damals liebäugelte der Fußball-Bundesligist VfL Wolfsburg damit, im Sommer ein Trainingslager in Kühlungsborn abzuhalten (OZ berichtete). Jedoch brachte das Fehlen einer automatischen Bewässerung vor Ort die Profis wieder von ihrem Vorhaben ab.

Diesen Vorfall nahm die Zählgemeinschaft, bestehend aus HGV, FDP und Ziesig, zum Anlass, um die Ausstattung des Sportplatzes mit der entsprechenden Technik vorzuschlagen. „Wenn große Bundesligavereine bei uns trainieren, dann hat das einen hohen Werbeeffekt für unsere Stadt. Urlauber können davon erzählen, dass sie in Kühlungsborn jene Stars live gesehen haben, die sie sonst nur aus dem Fernsehen kennen. Auch berichten Medien aus den Heimatregionen der Vereine über das Trainingslager und das Umfeld. Eine bessere Werbung können wir gar nicht bekommen“, begründete Uwe Ziesig und erinnerte daran, dass sogar schon die DFB-Elf auf dem Rasenplatz in Ost trainierte.

Er wies auch auf die Arbeitserleichterung hin, die eine automatische Anlage mit sich bringen würde. „Bei der mobilen Beregnung, die wir seit Jahren praktizieren, muss der Platzwart die Anlage mehrmals am Tag umsetzen, auch an den Wochenenden“. Hier könnte man einsparen“, so Ziesig. Den Kostenrahmen für die Modernisierung bezifferte er mit 25 000 Euro. Das sei aber schon sehr hoch kalkuliert, meinte Uwe Ziesig und führte als Vergleich eine Modernisierung des Sportplatzes in der Stadt Neukloster an, wo der Einbau einer automatischen Bewässerung rund 18 000 Euro kostete.

In der Debatte zum Antrag, die auf den Zuschauerplätzen von einigen Mitgliedern des Fußballvereins aufmerksam verfolgt wurde, signalisierten die meisten Vertreter Zustimmung. Aber zur Finanzierung des Vorhabens, das nach Antragslage im Haushalt 2014 berücksichtigt werden soll, gab es unterschiedliche Auffassungen und Vorschläge. So schlug Christiane Fink (UWG) vor, die „großen reichen“

Profivereine anzuschreiben und um eine Beteiligung an den Kosten per Spende zu bitten. Hans-Joachim Ollhoff (HGV) regte an, dass die Kosten auch aus Einnahmen der Kurtaxe bestritten werden könnten, da dies schließlich auch eine Maßnahme zur Verbesserung der touristischen Infrastruktur sei.

Andreas Bartelmann (CDU) meinte: „Eine tolle Sache, wenn Bundesligisten zu uns kommen. Das Geld ist in diesem Projekt auf jeden Fall sehr gut angelegt.“

Frank Langguth hingegen machte aus seiner ablehnenden Haltung keinen Hehl, als er sagte: „Ich sehe diesen beschriebenen Marketingeffekt nicht. Auch finde ich, dass der Fußballverein dadurch bevorzugt wird. Wir haben auch noch andere Vereine in der Stadt, die Unterstützung verdienen“. Etwa 130 000 Euro würden schon jetzt jährlich durch Zuwendungen und andere städtische Leistungen an den FSV gehen, hielt Langguth vor. Dem entgegnete Uwe Ziesig, dass die Bewässerungsanlage nichts mit dem FSV zu tun habe.

Schließlich wurde der Vorlage unverändert mit großer Mehrheit zugestimmt. Über die genaue Art der Finanzierung soll aber spätestens, wenn der neue Haushalt ansteht, erneut beraten werden.

Rolf Barkhorn

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