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Pakt für Forschung bringt Institut viel Geld

Kühlungsborn Pakt für Forschung bringt Institut viel Geld

Kühlungsborner Atmosphären-Physiker haben Treffer-Quote von 100 Prozent, wenn es um Finanzierungen geht.

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„In der Mesosphäre ist viel Bewegung“, sagt Prof. Jorge Chau. Der Chef der Abteilung für Radarsondierung ist federführend beim neuen Projekt, das aus dem Pakt für Forschung finanziert wird.

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Wenn jemand in einen Fonds einzahlt und bei der Ausschüttung fast das Siebenfache der Einlage herausholt, wird in der Welt der Banken und Börsen von einer satten Rendite gesprochen. In dieser komfortablen Situation ist — schon seit 2011 — das Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik (IAP) — in Kühlungsborn. Nur dass es hier nicht um Bankgeschäfte geht, sondern um den Zugewinn aus einem Solidar-Pakt.

„Wir haben seit 2011 in den Pakt für Innovation und Forschung der Leibniz-Gemeinschaft 626000 Euro eingezahlt und 4,247 Millionen Euro ausgezahlt bekommen. Zuletzt, 2014, betrug die Einlage rund 200000 Euro und herausgekommen sind für 2015 1,1 Millionen Euro“, informiert Prof. Franz-Josef Lübken, der Direktor des Instituts. Geld, das in ein neues Forschungsprojekt des Instituts fließt, mit dem die Forschungen von zwei jungen, promovierten Nachwuchswissenschaftlern und vier neuen Doktoranden bezahlt werden kann.

Die Vermehrung des Geldes funktioniert so: Die mehr als 90 wissenschaftlichen Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft zahlen pro Jahr in den Solidar-Fonds einen geringen Prozentsatz ihres Jahres-Etats ein. 2014 waren es 3,3 Prozent. Und haben dann die Möglichkeit, einen Antrag für die Finanzierung eines Forschungsvorhabens zu stellen, das aus diesem Topf finanziert wird. Für das Jahr 2015 stellten 84 Leibniz-Einrichtungen einen solchen Antrag.

„Ein Drittel der Anträge wird im im Durchschnitt bewilligt. Wir hatten seit 2008, seitdem es den Pakt für Forschung und Innovation gibt, immer eine Treffer-Quote von 100 Prozent“, sagt Lübken stolz. Dabei hängt die Messlatte sehr hoch. „Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft beauftragt für die Empfehlungen zur Vergabe der Gelder an die einzelnen Projekte immer ein hochkarätiges, unabhängiges Gutachter-Gremium“, so Lübken.

„Forschungsrelevante Themen, eine hohe Qualität der Antragstellung, die internationale Vernetzung der Forschungsvorhaben“ — das sind nur einige Gründe für den großen Erfolg des IAP, die dem Chef einfallen.

Mit dem Geld, das 2015 aus dem Pakt für Forschung der Leibniz-Gemeinschaft fließt, wird ein Projekt finanziert, bei dem — über einen Zeitraum von drei Jahren — die Wechselwirkungen von Wellen und Gezeiten in der mittleren Atmosphäre der Erde, der Mesosphäre, erforscht werden sollen. Das ist die Atmosphäre der Erde in einer Höhe von 50 bis 140 Kilometern, in der die Luftdichte nur ein Millionstel der Dichte im erdnahen Raum bis 10000 Meter Höhe hat. „Dass sich dort oben die Windgeschwindigkeit, Temperatur und Dichte der Atmosphäre zyklisch, wie bei den Gezeiten der Meere hier unten, ändert, ist seit langem bekannt. Aber viele Prozesse können wir noch nicht erklären. Das Projekt soll einen Beitrag zur Beantwortung dieser offenen Fragen leisten“, erklärt Lübken.

„Die Prozesse, die sich dort oben an der Grenze zum Weltraum abspielen, beeinflussen sehr wesentlich das Wetter, das hier unten bei uns gemacht wird. Die großen Wetterdienste beziehen bei der Erarbeitung ihrer Vorhersagemodelle längst die Prozesse ein, die sich bis in einer Höhe von 80 Kilometern abspielen. Auch deshalb sind diese Forschungsarbeiten sehr wichtig“, so Lübken.

Weltweit führend in der Atmosphären-Forschung
123 Mitarbeiter hat das IAP — davon 29 Wissenschaftler, 18 wissenschaftlich-technische Angestellte, 10 Verwaltungsangestellte, 22 Doktoranden, 23 mit Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten beschäftigte Studenten und 21 studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte.
6 Millionen Euro beträgt das Jahres-Budget des Instituts im Durchschnitt. Es wird zu gleichen Teilen vom Land und Bund finanziert. Zusätzlich werden Drittmittel eingeworben. Das Kühlungsborner Institut gehört zu den weltweit führenden Einrichtungen bei der Erforschung der mittleren Atmosphäre der Erde.

 



Lutz Werner

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„In der Mesosphäre ist viel Bewegung“, sagt Prof. Jorge Chau. Der Chef der Abteilung für Radarsondierung und Höhenforschungsraketen ist federführend beim neuen Projekt, das aus dem Pakt für Forschung finanziert wird.

Die Kühlungsborner Atmosphären-Physiker haben eine Treffer-Quote von 100 Prozent, wenn es um die Finanzierung ihrer Forschungsprojekte geht.

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