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Kühlungsborn Rerik schafft Platz für junge Familien
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Rerik schafft Platz für junge Familien
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03:41 13.07.2013
Die Erschließungsarbeiten im neuen Baugebiet in Rerik an der Friedensstraße/John-Brinckman-Straße stehen kurz vor dem Abschluss. Die Nachfrage nach den 22 Grundstücken ist groß. Es gibt 50 Bewerber. Quelle: Fotos: Lutz Werner

Rerik — Im Ostseebad Rerik sollen nahe am Salzhaff ein weiteres Eigenheimgebiet und am östlichen Rand des Stadtgebietes eine große Feriensiedlung entstehen. Auch am Salzhaff-Hafen wird demnächst ein aufwendiges Projekt verwirklicht. Bürgermeister Wolfgang Gulbis (SPD) stellt die drei sehr unterschiedlichen Vorhaben vor, die das Gesicht des kleinen Ostseebades verändern werden.

OSTSEE-ZEITUNG: Die Stadtvertretung hat vorgestern Abend im nichtöffentlichen Teil die Vergabekriterien für den Grundstücksverkauf im neu erschlossenen Eigenheimbaugebiet an der Friedensstraße/John-Brinckman-Straße beschlossen. Was ist dabei herausgekommen?

Wolfgang Gulbis: Wir werden unsere 22 Baugrundstücke dort, die im Auftrag der Stadt durch die Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern GmbH (LGE) vermarktet werden, bevorzugt an Familien mit Kindern verkaufen. Der Preis für den erschlossenen Quadratmeter Bauland liegt zwischen 100 und 130 Euro. Die Stadt verdient daran nichts. Das ist politisch gewollt.

OZ: Ein Beschluss der Stadtvertretung über Vergabekriterien für ein Baugebiet ist ungewöhnlich. Warum wurde das gemacht?

Gulbis: Wir haben für unsere 22 Grundstücke — daneben gibt es noch weitere acht, die einem privaten Eigentümer gehören — mehr als 50 Interessenten. Wir wollen sie ganz gezielt an jüngere Leute vergeben, die in unserer Stadt oder der Region arbeiten und unseren Kindergarten- und Schulstandort stärken.

OZ: Die Stadtvertretung beschloss auch eine erneute Änderung des Bebauungsplanes für das Gebiet der Ferienanlage Ost. Warum war das nötig?

Gulbis: Die Erschließungsarbeiten auf dem Gebiet der ehemaligen Schweinemastanlage sind schon seit Wochen beendet, doch der Grundstücksverkauf durch die LGE läuft nur sehr schleppend an.

Bisher hatte ich nur einen Bauantrag auf dem Tisch. Das kann auch daran liegen, dass dort die Grundstücke mit 600 bis 1600 Quadratmetern teilweise sehr groß sind — bei einem Quadratmeter-Preis von 165 Euro und mehr. Wir haben beschlossen, die Teilung der größeren Grundstücke zu erlauben, damit dort auch Doppelhäuser gebaut werden können.

OZ: Was soll denn dort überhaupt geschehen?

Gulbis: Der B-Plan lässt den Bau von 63 großen Ferien-Wohnungen auf insgesamt 42 Grundstücken zu. Dauerhaftes Wohnen ist dort nicht zulässig. Auch, weil wir den Konflikt zwischen ständigen Bewohnern und häufig wechselnden Feriengästen vermeiden wollen, der jetzt andernorts immer wieder hochkommt und für viel Zündstoff sorgt.

OZ: Der Verkaufserfolg ist bisher nicht eben berauschend. Wird das noch was?

Gulbis: Es gibt noch Probleme mit der Löschwasserversorgung. Dafür werden wir eine Lösung finden. Das Problem schreckt potenzielle Bauherren bisher offensichtlich auch ab. Aber wenn einmal das erste Haus steht, ist der Bann gebrochen. Das war bisher immer so.

OZ: Sie haben in der Sitzung der Stadtvertreter geradezu triumphierend verkündet, dass der Zuwendungsbescheid für den Bau der Trailerbahn endlich da ist. Was hat es denn damit auf sich?

Gulbis: Die Slipanlage im Hafen ist technisch hoffnungslos veraltet und marode. Wir müssen unbedingt eine moderne Anlage, eben diese Trailerbahn, bauen. Das kostet — einschließlich der Nebenanlagen und Pflasterung, die 40-Tonnen-Trucks tragen muss — rund 620 000 Euro. Land und EU fördern dieses Vorhaben, das gleichermaßen für unsere eigenen Segelsportler und touristische Gastlieger sehr wichtig ist, mit 90 Prozent. Wir haben jahrelang darauf hingearbeitet, immer wieder gab es Verzögerungen. Jetzt können wir das Vorhaben endlich ausschreiben. Das ist ein sehr großer Erfolg.

Interview von Lutz Werner