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Kühlungsborn Satire und Humor in der Kunsthalle
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Satire und Humor in der Kunsthalle
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00:05 12.12.2017
Runhild und Peter Zeuschner gehören zu denjenigen Besuchern, die jedes Jahr den Humor der Cartoon-Ausstellungen zu schätzen wissen. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland, Veranstalter
Kühlungsborn

Karikaturisten sind zu beneiden: Sie dürfen darstellen, was andere sich nicht trauen auszusprechen. Die Bilder der neuen Ausstellung in der Kunsthalle „Fitte Bilder – Cartoons zum Wohlfühlen“ sind gekonnt humoristisch in Szene gesetzt. 200 Arbeiten in 110 Bildern von 60 der besten Cartoonisten Deutschlands sind zu sehen. Gelacht werden kann über die Werke der Cartoonfabrik Berlin bis Ende der Exposition am 11. März 2018. Die Cartoonfabrik Berlin, das sind Wolfgang Kleinert und Dieter Schwalm.

Die Ausstellung „Fitte Bilder“ in Kühlungsborn lässt die trüben Tage vergessen

„Es ist die schönste Zeit in der Kunsthalle“, sagte der Leiter Franz Norbert Kröger. „Das Publikum ist gut gelaunt und es kommen fast so viele nur zu dieser Ausstellung wie sonst zusammen im ganzen Jahr.“ Etwa 4000 Besucher waren es 2016. „Die Ausstellung spricht alle Schichten an“, so Kröger. „Die Hemmschwelle ist für einige, die sich sonst nicht in die Kunsthalle trauen, niedrig.“

Jedes Jahr freuen er und seine Mitarbeiterinnen sich auf die Cartoons: „Schon beim Aufbau lacht man sich schlapp“, sagte Kröger. „Die Gäste gehen gut gelaunt und fröhlich wieder raus und wenn jemand besonders lacht, dann weiß man meist, vor welchem Bild er steht.“

In der Halle wird jetzt an jeder Ecke geschmunzelt, gelacht und diskutiert „und es ist auch so, dass man sich in einigen Bildern selbst erkennt“, sagte Runhild Zeuschner, die mit ihrem Mann seit Jahren zu den Cartoonausstellungen kommt. „Sie sind teilweise auch sarkastisch, ohne jedoch unter die Gürtellinie zu gehen“, sagte sie. „Man findet sich wieder“, fand auch Roswitha Bobermien belustigt, die mit ihrem Mann Fan der Ausstellung geworden ist.

Die Cartoonisten greifen genüsslich auch das Thema Veganismus auf und fast scheint es so, als stünden sie damit auf Kriegsfuß. So zeigt ein Bild von Michael Holtschulte eine Menschenschlange zum Fastfootrestaurant, weil an ihrer Kantine „Heute Veggie Day“ steht. Den Fitnesswahn lassen die Karikaturisten auf vielfältige Weise Revue passieren wie zum Thema Yoga von Beck: „O.K. Günter, ok

. . . Wenn es keine Kerze wird, versuchen wir wenigstens ein Teelicht.“ Runhild Zeuschner ist selbst Yogalehrerin: „Ich finde das gut, wenn Yoga auch mal auf die Schippe genommen wird“, sagte sie.

Die Ausstellung der Cartoonfabrik Berlin will einen gesunden Weg weisen vorbei an Muckibuden, Veganismus, Fitnessfieber, Jugendwahn, Spitzensport, Yogakult, durch das Dickicht von Diäten. Im „Cartoonair am Meer“ im Ostseebad Prerow haben die Bilder ihren ersten Auftritt in einer Freiluftausstellung. „Franz Norbert Kröger kam eines Tages nach Berlin und fragte, ob wir in der Kunsthalle eine Cartoonausstellungen machen könnten. Mittlerweile kann es als Tradition bezeichnet werden“, so Organisator Wolfgang Kleinert.

Die Cartoons gehen nach der Kunsthalle weiter auf Wanderschaft. „Die Ausstellung ist für uns auch in finanzieller Hinsicht wichtig“, betonte der Kunsthallenleiter Kröger. Und fügte hinzu: „Trotzdem könnte ich sie nicht machen ohne die Unterstützung von Stadt, Land, Kreis und anderen.“

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag, 12 bis 17 Uhr

Kunsthalle blickt auf erfolgreiches Jahr zurück

30000 Besucher wurden bis Ende November in der Kunsthalle Kühlungsborn gezählt. Die Cartoon- Schau zum Jahresende wird noch einmal einen kräftigen Schub geben, erwartet Franz N. Kröger, der Leiter des Hauses. Mit einem voraussichtlichen Besucherplus von rund 5000 Gästen wird 2017 eines der erfolgreichsten Jahre des Kunst-Tempels am Meer sein.

60 Veranstaltungen – Konzerte, Kabarett, Lesungen, Vorträge – standen 2017 auf dem Programm. Dazu kommen sieben Ausstellungen. 2018 ist das Programm ähnlich umfangreich.

Sabine Hügelland

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