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Schick fürs Rendezvous mit dem Wasser

Kühlungsborn Schick fürs Rendezvous mit dem Wasser

Skipper Hans-Peter Meinshausen kann es kaum noch erwarten, dass seine Grand Banks in der Ostsee schwimmt.

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Warten auf die erste Ausfahrt: Hans-Peter Meinshausen hat seine Motoryacht für die neue Saison klargemacht.

Quelle: Rolf Barkhorn

Kühlungsborn. Auf dem Vorplatz des Kühlungsborner Bootshafens stehen immer noch ein paar Yachten an Land — gut gesichert mit Gurten, die fest im Boden verankert sind. Aber der Geruch nach frischer Farbe und Verdünner ist ein sicheres Vorzeichen dafür, dass auch diese Boote bald zu Wasser gelassen werden. Hans-Peter Meinshausen ist mit dem Schutzanstrich am Kiel seiner Motoryacht „Solu“, einer „Grand Banks 42 Classic“, fertig. „Sechs Kilogramm Farbe habe ich gebraucht“, berichtet der 63-Jährige, der weiß, dass diese lästige Winterarbeit am Schiffsrumpf unerlässlich ist.

„Wenn man das Boot im Herbst aus dem Wasser holt, hängt immer eine Schicht Muscheln am Kiel. Die setzen sich fest, und wenn man sie nicht regelmäßig beseitigt, machen sie das Schiff langsamer“, weiß der Skipper.

Die lästigen „Pocken“ hat er schon im Herbst mit einem Druckspüler entfernt. Den neuen Farbanstrich hat der Rentner seiner Yacht in den vergangenen Tagen verpasst. Die Farbe ist längst getrocknet und die 13 Tonnen schwere Yacht steht bereit, um vom Hafenkran ins Wasser gehievt zu werden. Aber aus dem ersten Krantermin, den Skipper Meinshausen beim Hafenmeister gebucht hatte, wird nichts. Der Wind macht dem Rendezvous mit dem Wasser einen Strich durch die Rechnung. „Der Hafenmeister hat den Termin abgesagt, bei Wind darf nicht gekrant werden“, erklärt Meinshausen.

Zwar gibt es für den studierten Schiffsbetriebsingenieur an Bord seiner Yacht hier und da noch etwas zu tun. Aber der Skipper ist auch voller Ungeduld, kann es kaum noch abwarten, bis das Boot wieder Wasser unterm Kiel hat. „Wir sind sehr spät dran dieses Jahr. Sonst sind wir immer schon im März unterwegs“, erzählt Meinshausen. Heute soll ein neuer Versuch mit dem Kran gestartet werden — wenn es windstill genug ist. Liegt die Grand Banks dann erstmal im Wasser, wird auch keine Zeit mehr vertrödelt — die beiden 120 PS starken Ford-Lehman-Diesel werden gestartet für eine erste Inspektionsfahrt auf der Ostsee. Am Himmelfahrtstag steht für Hans-Peter Meinshausen und seine Frau die erste größere Ausfahrt auf dem Programm. Dann geht es nach Nysted, das im Südosten der dänischen Insel Lolland liegt. „Das hat schon Tradition, das machen wir jedes Jahr“, informiert der Skipper.

Aber es gibt noch eine andere schöne Tradition, die das Ehepaar Meinshausen pflegt. Mit ihrer Motoryacht gehören sie zum erlesenen „Grand Banks Club“, einer Interessengemeinschaft, deren Mitglieder eines verbindet: die Liebe zum Schiffstyp „Grand Banks“. Diese in Singapore und neuerdings in Malaysia gebauten Motorboote haben Kultstatus. Von der 42-Fuß-Version wurden gerade mal 1550 Exemplare gebaut.

Wer aber erst einmal eine Grand Banks sein Eigen nennt, der hätschelt sie meist auch wie Motorfreaks an Land ihren Oldtimer. Die Grand Banks führt Gleichgesinnte schon seit vielen Jahren zusammen. In der Interessengemeinschaft tauschen sie sich über technische Dinge und Seerouten aus. Auch werden regelmäßig zu Pfingsten Treffen organisiert. Der Bootshafen Kühlungsborn war schon kurz nach seiner Fertigstellung ein Anlaufpunkt für das Grand-Banks-Geschwader. Im vergangenen Jahr hatte eine Flotte von über 20 Booten mit dem unverkennbaren Outfit eines Trawlers im Wismarer Hafen festgemacht.

Auch in diesem Jahr ist zu Pfingsten wieder ein großes Treffen des Grand Banks Clubs geplant. „Am Freitag vor Pfingsten treffen wir uns in Wiek auf der Insel Rügen“, kündigt Hans-Peter Meinshausen an. Die Liegeplätze für das Geschwader sind schon gebucht. Die Meinshausens sind mit ihrer „Solu“ auch dabei und freuen sich schon auf das Wiedersehen mit den anderen Skippern des Clubs.

Grand Banks
Motoryachten des Typs Grand Banks haben ihren Namen von der gleichnamigen Untiefe bei Neufundland.

Die Fischtrawlern optisch nachempfundenen Motoryachten wurden zuerst in Hongkong und später in Singapore zunächst noch aus Holz gebaut. Seit 1974 wird für den Bau des Rumpfes Kunststoff verwendet.

Gebaut werden Grand Banks jetzt in Malaysia.

Jetzt wird‘s aber Zeit, dass es endlich losgeht.“Skipper Hans-Peter

Meinshausen (63)

Rolf Barkhorn

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