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Kühlungsborn Schmuckstücke aus Bernstein und Meteoriten
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Schmuckstücke aus Bernstein und Meteoriten
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00:00 12.04.2013
Auch Kettenanh�nger mit Bernstein geh�ren zum Repertoire der Schmiedemeisterin und Schmuckgestalterin. Quelle: Doberan Mustermann
Kühlungsborn

Sie schleicht an den schlanken goldenen Säulen vorbei und bleibt vor der Eingangstür in der Kühlungsborner Dünenstraße sitzen. Sehnsüchtig schaut die getigerte Katze ins warme Innere der „4G-Schmuck-Atelier-Galerie Brepohl“. Die Inhaberin, Claudia Brepohl, lässt das Kätzchen herein, das es sich auch gleich hinter ihrem Arbeitstresen gemütlich macht. Der Tisch ist voll mit allerlei Dingen. In erster Linie sind es Arbeitsgeräte wie Schleif- und Polieraufsätze, Bohrer, Hammer, Drähte. Alles in kleinerer Form, als es der normale Handwerker benutzt.

Als die Gold- und Silber-Schmiedemeisterin und staatlich anerkannte Gestalterin für Schmuck und Geräte am 20. März 2010 das Schmuck-Geschäft ihres Vaters übernahm, wollte sie nicht nur designen und anfertigen. Seitdem zeigt sie auch in unregelmäßigen Abständen bildende Kunst. Nur einmal wird es in diesem Jahr sein. Die morgige Eröffnung zur 10. Ausstellung trägt den Titel „Strukturen“: „Ich möchte mich in diesem Jahr einfach verstärkter auf meine Arbeit konzentrieren“, sagt die 30-Jährige und greift sich ein kleines Silberblech. Daraus soll einmal ein Teil für ihre Kettenanhänger mit Seesand und Bernstein werden.

„Eigentlich arbeite ich lieber mit Gold. Es sieht schöner aus und bearbeitet sich leichter.“ Doch Gold hat seinen Preis. Um die 1200 Euro pro Feinunze sind es zurzeit. „Der Goldpreis ist gerade wieder runter und auf dem Stand wie vor zwei Jahren“, so Claudia Brepohl. „Gold ist keine so gute Wertanlage, wie es immer heißt. Es wird in der Industrie nicht so gebraucht wie Palladium und Platin.“

Sie kaufe Goldbleche- und Draht in der Scheideanstalt — hier wird Altgold aufbereitet und zu Drähten und Blechen in unterschiedlichsten Legierungen gegossen. „Das Gold dort ist zwar teurer, aber von guter Qualität“, sagt die Fachfrau und setzt sich an ihren Arbeitstisch.

Auf dem liegen auch verschiedene halb fertige Schmuckstücke und kleine Edelsteine. Mit dem Aushammer und einem zehn Kilo schweren Hammer stanzt sie beispielsweise aus dem Silberblech gerade eine Ronde, einen Kreis. Danach wird die Ronde in der sogenannten Kugelanke zu einer kleinen Schale geformt.

Immer mal wieder muss sie ihre Arbeit unterbrechen, weil ein Kunde das Geschäft betritt. Viele möchten beraten werden. Andere bringen etwas zur Reparatur. „Leider kann ich nicht mehr alles reparieren, denn der meiste herkömmliche Schmuck ist aus sehr dünnem Goldblech — das ist so, als wenn Sie eine Alufolie einmal falten“, sagt die Künstlerin und greift sich die Kleinteile des Seesandanhängers. Es dauert, bis so ein kleines schmückendes Etwas fertig ist.

Zukünftig wird Claudia Brepohl neben ihren Unikaten mit Edelsteinen und Schmuck aus Meteoriten, den sie „Nicht von dieser Welt“ nennt, auch Ringe anbieten, die sie in größerer Stückzahl anfertigt.

Dafür zum kleinen Preis. Neu ist die Möglichkeit des Steinschleifens. „Kunden können bis auf Diamanten eigene Steine mitbringen, die ich dann für sie verarbeite.“ Für Uhren-Reparaturen und Gravuren ist weiterhin ihr Vater zuständig.

Ausstellung „Strukturen“: Eröffnung morgen, 17 Uhr, Galerie Brepohl

Eigentlich arbeite ich lieber mit Gold. Es sieht einfach schöner aus.“Claudia Brepohl

Sabine Hügelland