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Schulzentrum wird Partner von Yad Vashem

Kühlungsborn Schulzentrum wird Partner von Yad Vashem

Gegen das Vergessen: Als erste Schule in MV hat Kühlungsborn eine Partnerschaft mit der Holocaust-Gedenkstätte in Israel geschlossen.

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Die Reise nach Israel im vergangenen Sommer gehört zu den prägenden Erlebnissen meines Lebens.“Ulrike Moritz (54), Stellvertretende Leiterin des Schulzentrums Kühlungsborn

Quelle: Lutz Werner

Kühlungsborn. Für Kühlungsborns Schüler soll das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte niemals in Vergessenheit geraten. Genau deshalb hat das Schulzentrum des Ostseebades jetzt eine Partnerschaft mit der Schule für Holocaust-Studien in der israelischen Gedenkstätte Yad Vashem geschlossen.

Die Kooperation sei eine ganz besondere, wie Anna Stocker von der Abteilung für deutschsprachige Länder der Bildungsstätte in Jerusalem betonte: „Es gibt eine gute Zusammenarbeit unserer Einrichtung mit einer ganzen Reihe von Schulen in sechs deutschen Bundesländern. Aber bisher nur vier formale Schulpartnerschaften — zwei dieser Schulen sind in München, eine in Nordrhein-Westfalen und jetzt kommt die vierte in Kühlungsborn hinzu.“ Die Urkunde über die Partnerschaft brachte Anna Stocker schon mit der Unterschrift von Dorit Novak, der Leiterin der Bildungseinrichtung in Jerusalem, mit.

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Die Schule im Ostseebad Kühlungsborn ist die erste in MV, mit der wir eine Partner- schaft vereinbart haben.“Anna Stocker (32), International School for Holocaust Studies Yad Vashem

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Gestern Nachmittag setzten schließlich sie und Ute Schmidt, die Leiterin des Schulzentrums, ihre Unterschriften unter das Dokument.

„Diese Partnerschaft verschafft uns den bevorzugten Zugang zu aktuellen Informationen, Lehrmaterialien und Video-Konferenzen mit Überlebenden des Völkermords an den Juden, die nach einem ganz besonderen pädagogischen Konzept erarbeitet werden — die gleichermaßen wissenschaftlich fundiert, interessant und sehr emotional sind“, betonte Geschichtslehrerin Ulrike Moritz, die stellvertretende Leiterin der Kühlungsborner Schule. Und ihre Kollegin Maren Liebchen fügt hinzu: „Es ist oft schwierig, die Schüler zu motivieren, sich tiefgründig mit dem Thema ,Holocaust‘ auseinanderzusetzen. Das Thema ist allgegenwärtig — in Dokus im TV, in Politiker-Reden, in internationalen Nachrichten. Die Schule an der Gedenkstätte Yad Vashem bietet viele neue Ansätze und Zugänge zu diesem Thema.“

Durch Maren Liebchen und Ulrike Moritz wurde der Abschluss der Partnerschaft mit der internationalen Schule in Jerusalem erst möglich. Beide hatten sich im vergangenen Sommer um eine zweiwöchige Studienreise an die International School for Holocaust Studies beworben, dort Seminare und Veranstaltungen besucht, Kontakte geknüpft — unter anderem zu Anna Stocker. „Das war eine ganz entscheidende Voraussetzung dafür, dass wir von der Bildungseinrichtung in Jerusalem als Partner akzeptiert wurden“, weiß Kühlungsborns Schulleiterin Ute Schmidt.

Denn die bisher erst vier Partnerschaften mit deutschen Schulen seien noch in einer Phase, die man als „Pilotprojekt bezeichnen kann“, so Anna Stocker. Die 32-jährige Historikerin aus Tübingen lebt und arbeitet seit gut drei Jahren in Jerusalem, hat an der International School for Holocaust Studies Yad Vashem „ein Tätigkeitsfeld gefunden, dessen vielfältige Herausforderungen mich immer wieder faszinieren“.

Nach der Vertragsunterzeichnung gab es gestern Nachmittag am Schulzentrum eine Fachschaftstagung, bei der mit der Abgesandten aus Jerusalem darüber beraten wurde, wie die neue Partnerschaft mit noch mehr Leben erfüllt werden kann. Denn das Interesse am neuen Partner in Israel ist am Schulzentrum Kühlungsborn sehr groß.

Schule ist weltweit aktiv
1993 wurde die International School for Holocaust Studies als eine weltweit wirksame Bildungseinrichtung an der Gedenkstätte für die Opfer des Holocaust Yad Vashem in Jerusalem gegründet.

350 000 Menschen erreicht die Bildungsstätte weltweit pro Jahr mit ihren Aktivitäten in der Gedenkstätte sowie mit Seminaren, Lehrmaterial und speziellen Projekten. Das Ziel ist eine umfassende Aufklärung über den Völkermord an den Juden in der Nazi-Zeit und das Wachhalten der Erinnerung an dieses unfassbare Verbrechen.

100 Mitarbeiter hat die internationale Schule für Holocaust Studien in Jerusalem.

Lutz Werner

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Kühlungsborn

Die Bildungseinrichtung in Kühlungsborn ist die erste in MV, die mit Yad Vashem in Israel zusammenarbeitet.

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