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Kühlungsborn Schwimmhalle: Votum für Abriss in Sicht
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Schwimmhalle: Votum für Abriss in Sicht
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00:00 07.05.2016

Ende Februar scheiterte in der Kühlungsborner Stadtvertretung eine Beschlussvorlage aus dem Rathaus, die das Ziel verfolgte, den Abriss der Ruine der ehemaligen Meerwasserschwimmhalle im Baltic Park „planerisch vorzubereiten“. Eine knappe Mehrheit von acht Stadtvertretern votierte damals dagegen (OZ berichtete). Doch damit ist das Vorhaben nicht vom Tisch.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause, am 21. Juli, will die Fraktion Die Linken/Kühlungsborner Liste das Thema erneut auf die Tagesordnung der Stadtvertretung bringen — diesmal mit guten Aussichten auf Erfolg, wie es scheint. Denn die Zahl der Abrissbefürworter unter den Stadtvertretern hat zugenommen.

„Wir haben gar keine andere Wahl, als uns nochmal vehement für den Abriss einzusetzen. Die Ruine ist eine Zeitbombe, von der eine akute Gefahr ausgeht“, mahnt Christian Mothes von der Fraktion Die Linken/Kühlungsborner Liste und verweist darauf, dass bei der Schwimhalle in den 1970er-Jahren auch Asbest mit verbaut wurde.

Diesen Fakt bestätigt auch Bauamtsleiterin Peggy Westphal aus dem Kühlungsborner Rathaus: „Es liegt uns ein Gutachten über Schadstoffbelastungen am Baukörper der Schwimmhalle vor. Danach wurde auch Asbest mit verbaut.“

Eine akute Gefahr gehe vom Asbest aber momentan nicht aus, die Menge sei eher gering. Der Baustoff sei erst dann gesundheitsgefährdend, wenn Fasern dieses Stoffes, etwa durch Beschädigung, freigesetzt würden.

Ein Argument der Abrissgegner im Februar war die Befürchtung, dass sich mit einer Beseitigung des vorhandenen Baukörpers aus DDR-Zeiten auch der Standort für den Neubau einer Schwimmhalle im Baltic Park erledigen würde.

Doch hier entgegnet Christian Mothes: „Eine Entscheidung für den Abriss der Ruine ist kein automatisches Votum gegen den Standort. Wenn sich ein solventer Investor findet, der bereit ist, das Risiko zu tragen und dort eine neue Schwimmhalle zu bauen, wird es dafür auch gewiss eine Mehrheit in der Stadtvertretung geben. Der gültige B-Plan für dieses Gebiet sieht auch nichts anderes vor.“

Dass ein möglicher Investor Interesse am alten Baukörper der Schwimmhalle haben könnte, hält Mothes für unwahrscheinlich und erinnert dabei an das ehemalige FDGB-Ferienheim „Waterkant“ in Börgerende.

Auch dort fand sich kein Investor, solange die Ruine hinterm Ostsseedeich noch stand.

Auch in der Versammlung des Handwerker- und Gewerbevereins (HGV) am Dienstag wurde für eine zügige Beseitigung der Ruine im Baltic Park plädiert. „Dieser Schandfleck muss weg, so schnell wie möglich“, meinte HGV-Stadtvertreter Hans-Joachim Ollhoff.

Eine Lanze für den Standort in Kühlungsborn West bricht Lars Zacher von der CDU-Fraktion: „Daran halten wir auf jeden Fall fest. Wir wollen eine neue Schwimmhalle im Baltic Park haben, so wie es im Plan steht.“

Allerdings werde auch innerhalb des CDU-Ortsverbandes in Kühlungsborn der Abriss der Ruine immer wieder diskutiert. „Wenn in der Stadtvertretung nochmal darüber abgestimmt wird, werden wir uns dem nicht in den Weg stellen“, erklärt Zacher und ergänzt, dass die noch bis 2017 bestehende Förderung ausgenutzt werden sollte.

500000 Euro wird der Abriss kosten. Noch bis Ende 2017 kann dieser Betrag zu 100 Prozent aus Mitteln der Städtebau-Förderung abgedeckt werden. Danach müssten die Kommune oder ein potenzieller Investor für den Abriss des Gebäudes aufkommen.

Von Rolf Barkhorn

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