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Kühlungsborn TSK-Chef: Steg ist repariert
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn TSK-Chef: Steg ist repariert
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00:00 03.06.2017
Der provisorische Steg hätte dort nicht liegen dürfen. Quelle: Foto: Privat
Kühlungsborn

Der Absender ist anonym, aber die Vorwürfe wiegen schwer und sind mit beigefügten Bildern belegt. In einem Schreiben an die OSTSEE-ZEITUNG beklagt sich der Skipper eines 17 Meter langen Schiffes über unzumutbare Zustände am großen Anleger, parallel zur nördlichen Mole des Kühlungsborner Bootshafens.

Gastskipper beklagt unzumutbare Zustände am nördlichen Anleger in Kühlungsborn

Angelegt hatte er nach eigener Beschreibung am 23. Mai bei „Gewitter und starkem Wind“. „Nach dem Anlegen mussten wir feststellen, dass der Steg sehr stark verdreckt und verölt ist, im Wasser war ein Ölfilm, der am Schiff haften blieb“, schildert der unbekannte Verfasser. Und weiter: „Der provisorische Übergang zum Land war ein Stahlgestell, worüber wir und unsere Kinder uns nicht trauten. Der Steg war nicht abgesperrt, was aufgrund der offenen und defekten Stromkabel ein nicht tragbares Sicherheitsrisiko darstellt“.

Auch beklagt sich der Beschwerdeführer darüber, dass er telefonisch im Hafenhaus niemanden erreichen konnte. Nach seiner Auffassung habe der Hafenbetreiber „sichtbar und fahrlässig versagt“ und riskiere „bewusst Gesundheit und Leben seiner Gäste“. Mit dem Satz „Nie wieder dieses Ostseebad Kühlungsborn“ und der Bitte an die Redaktion, sich selbst vor Ort ein Bild zu machen, schließt der anonyme Brief.

Mit dem Inhalt konfrontriert, äußert sich Ulrich Langer, Geschäftsführer der Touristik-Service Kühlungsborn GmbH (TSK) betroffen: „Das ist alles sehr unangenehm und bedauerlich. Für die Unannehmlichkeiten, die die Gäste an diesem Tag hatten, kann ich mich nur entschuldigen.“

Auch den schlimmen Zustand, in dem sich der nördliche Anleger für ein paar Tage befand, leugnet der TSK-Chef nicht. „Wir hatten dort nach Baggerarbeiten eine Havarie, die erst beseitigt werden musste. Deshalb hätte der Steg eigentlich als Baustelle für alle sichtbar gesperrt werden müssen. Auch der provisorische Übergang hätte dort gar nicht liegen dürfen. Diese Versäumnisse sind nicht entschuldbar und wurden inzwischen intern ausgewertet“, betont Langer.

Immerhin konnte er mitteilen, dass die Folgen der Havarie am Anleger inzwischen beseitigt worden sind.

Auch Hafenmeister Wolfgang Guhlke, der am 23. Mai Dienst hatte, bedauert, dass die Gäste durch die Wahl ihres Liegeplatzes Unannehmlichkeiten hatten, meint aber: „Ich war den ganzen Tag im Hafen präsent. Der Skipper hätte mich nur ansprechen müssen. Dann hätte ich ihm sofort geholfen und ihm einen anderen Liegeplatz gegeben. Genug freie Plätze hatten wir an dem Tag.“

Doch von Bord der 17-Meter-Yacht habe sich niemand bei ihm gemeldet. Dabei regelt die Hafenordnung unter Paragraf 5, dass sich Tageslieger „unverzüglich sofort nach Eintreffen im Hafen bei der Hafenmeisterei anzumelden“ haben.

Nach Angaben des Beschwerdeführers habe an jenem Tag ein „starker Wind“ geweht. Laut Wetterstatistik des Hafens wehte jedoch nur eine schwache Brise bis Stärke 3 nach der Beaufortskala.

Rolf Barkhorn

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