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Kühlungsborn Urlaub machen im Haus ohne Barrieren
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Urlaub machen im Haus ohne Barrieren
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03:30 28.08.2013
Reinhard Schwarz vom Tourismusverband MV, Herbergsmutter Sylvia Latzkow und Stephan Mehlhorn vom Verein „Ohne Barrieren“ präsentierten gestern das Güte-Siegel für das Jugendgästehaus Kühlungsborn. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland
Kühlungsborn

Das Jugendgästehaus Kühlungsborn des Rostocker Vereins „Ohne Barrieren“ erhielt gestern das Qualitätssiegel QMJ mit einer Zwei-Sterne-Klassifizierung. QMJ steht für Qualitätsmanagement Kinder- und Jugendarbeit, das seit 2008 vom Bundesforum Kinder- und Jugendreisen vergeben wird. Überreicht wurde es von Reinhard Schwarz vom Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV), Bereich Jugendreisen. Der TMV arbeitet in dieser Sache mit dem Bundesforum zusammen.

Das Gütesiegel QMJ ist eine Orientierungshilfe für Eltern, Lehrer und alle Beteiligten bei der Suche nach Unterkünften auf einem qualitativ hohen Niveau. Das QMJ wurde 2003 vom TMV entwickelt: „Weil damals deutschlandweit kein allgemeingültiges Qualitätssiegel für Kinder- und Jugendübernachtungsstätten existierte“, erklärt Schwarz. „Kinder und Jugendliche als Urlauber ins Ostseebad zu holen ist wichtig“, so Schwarz: „Sie sind in den teuren Hotels die Gäste von morgen, das darf man nicht vergessen.“

Das Jugendgästehaus Kühlungsborn ist die 91. Einrichtung in MV, die das QMJ erhält. Stephan Mehlhorn vom Verein „Ohne Barrieren“ sagte: „Das Siegel hat für uns einen großen Stellenwert, denn es zeigt die gute Arbeit des Vereins und der Mitarbeiter.“

Viele Einrichtungen würden sich leider scheuen, einen Antrag für das Gütesiegel zu stellen, weiß Schwarz. „Auch wir waren erst skeptisch. Es wird viel verlangt und viel geprüft“, so Herbergsmutter Sylvia Latzkow, die mit ihrem Mann das Jugendgästehaus betreibt. „Zwei Jahre harter Arbeit stecken da drin“, sagt Manfred Latzkow. Drei Jahre ist es gültig, bevor erneut geprüft wird. Ein besonderer Schwerpunkt des Hauses ist die Unterbringung von Gruppen mit Handicap und die Beschäftigung zweier Mitarbeiter mit körperlicher Einschränkung. Neben den behindertengerechten Zimmern und Sanitäranlagen sind die Flure schwellenlos und die Etagen sind durch den Fahrstuhl im Haupthaus leicht erreichbar. Schulklassen, Kinderwohngruppen, Familien und Einzelwanderer haben die Möglichkeit, im Jugendgästehaus eine Unterkunft zu erhalten: „Leider können wir nicht immer allen Wünschen nachkommen, denn gerade in der Hauptsaison sind wir oft ausgebucht“, berichtet Sylvia Latzkow. Gut 11

000 Übernachtungen werden im Jugendgästehaus Kühlungsborn pro Jahr verbucht — in den 42 Zimmern mit insgesamt 132 Betten. „Jetzt sind vier Schulklassen mit 109 Kindern zu Gast“, freut sie sich über den guten Zuspruch. 1953 wurde auf dem Gelände eine Jugendherberge eingerichtet und im Laufe der Zeit weiterentwickelt. So kam 1976 durch Zukauf des Hauses „Barbarossa“ ein neues Bettenhaus hinzu.

Das Haus wurde nun als „Jugendtouristhotel“ geführt. Seit 1991 und nach einem Jahr Leerstand wegen Umstrukturierung leitet das Ehepaar Latzkow erfolgreich die Geschicke des Hauses. 1991 schlossen sie sich dem Jugendherbergswerk an. Seit acht Jahren gehören sie dem Rostocker Verein „Ohne Barrieren“ als Jugendtouristikhaus an. Eine Berufsausbildung für den Beruf als Herbergseltern gibt es nicht.

Deshalb holten sich die Latzkows ihr Wissen in unzähligen Schulungen. Einfühlungsvermögen und Weitblick müssen Herbergseltern mitbringen. „Dass wir barrierefrei sind — das heißt für unsere Gäste auch Toleranz gegenüber Schwächeren zu lernen“, sagt Sylvia Latzkow. Das Konzept wurde erfolgreich umgesetzt — dafür gab es zwei Sterne.

Sabine Hügelland

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