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Kühlungsborn Viel Lob und Ehrungen für Rainer Karl
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Viel Lob und Ehrungen für Rainer Karl
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00:06 29.11.2017
Für die Überraschung zum Ende der Gala sorgte die Freiwillige Feuerwehr Kühlungsborn. Sie marschierte zusammen mit dem Spielmannszug „Küste“ in die Aula ein. Wehrführer Andreas Wegener ernannte Bürgermeister Rainer Karl zum „Ehrenmitglied“ der Feuerwehr. FOTOS (3): ROLF BARKHORN
Kühlungsborn

Ein voller Saal, ein vielstimmiges unterhaltsames Rahmenprogramm und viele lobende Worte. Die Veranstaltung gestern Abend in der Aula des Schulzentrums Kühlungsborn zur Verabschiedung von Bürgermeister Rainer Karl erinnerte an eine Preisverleihung, bei der man Prominente für ihr Lebenswerk ehrt. Und das trifft auch ein bisschen zu. Denn Rainer Karl (65), der zum Jahresende in den Ruhestand geht und der im Jahr 2001 als erster Bürgermeister von den Kühlungsbornern direkt ins Amt gewählt worden war und sieben Jahre später mit überwältigender Mehrheit wiedergewählt wurde, hat die Stadtverwaltung insgesamt 16 Jahre geleitet.

Kühlungsborner bereiten ihrem aus dem Amt scheidenden Bürgermeister eine große Gala

„So lange ich denken kann, sind Sie unser Bürgermeister“, so fasste es die Schülerin Hanna Degner zusammen, die gestern Abend mit viel Charme durch das gut zweieinhalbstündige Programm führte. Zum Gelingen trug der Shantychor „Reriker Heulbojen“ ebenso bei wie die Bläsergruppe und weitere Schüler des Schulzentrums. Rund 350 Gäste waren der offenen Einladung von Bürgervorsteher Uwe Ziesig gefolgt. Darunter viele Kühlungsbornerinnen und Kühlungsborner, Stadtvertreter, Vertreter von Vereinen, aber auch Prominente, wie Landesjustizministerin Katy Hoffmeister (CDU) und Landrat Sebastian Constien (SPD). Bürgermeister aus der Umgebung und aus anderen Ostseebädern sowie Vertreter von Partnerkommunen in Schleswig-Holstein waren extra nach Kühlungsborn gekommen, um Karl würdig zu verabschieden. Ministerin Katy Hoffmeister wertete in ihrer Grußrede die Anwesenheit so vieler Gäste als ein „Zeichen der Anerkennung und des Dankes der Bürger“.

Rüdiger Kozian, der zum Nachfolger von Rainer Karl gewählt wurde und das Bürgermeisteramt am 1. Januar 2018 übernimmt, meinte, dass sein Vorgänger große Fußstapfen, einen langen Schatten und eine hohe Messlatte hinterlasse.

Von einigen Gästen wurden auch Anekdoten zum Besten gegeben. So erzählte Dr. Hans Volkmann von einer Fahrt nach Berlin , wo der Bürgermeister zu einer Anhörung in den Bundestag zum Thema Ferienwohnungen eingeladen war. „Dort wollte man Herrn Karl erst nicht reinlassen, denn er hatte seinen Ausweis vergessen.“

Uwe Ziesig erinnerte an gemeinsame Zeiten im Ordnungsamt der Stadtverwaltung kurz nach der Wende, als man „von Verwaltungsdingen keinerlei Ahnung hatte“. Damals hätte man aber große Unterstützung von der Partnerstadt Büsum erhalten, so Ziesig.

Prälat Joachim Robrahn von der Katholischen Kirchgemeinde Kühlungsborn berichtete, dass es der Bürgermeister sich nicht hat nehmen lassen, zum Jahreswechsel stets selbst die Kirchenglocken der kleinen Kirche an der Seebrücke zu läuten. In diesem Jahr wolle er es gemeinsam mit Karl machen, kündigte der Prälat an.

Die Gäste und Redner nutzten die Gelegenheit, um die Verdienste von Rainer Karl bei der Entwicklung des Ostseebades hervorzuheben. Vieles habe er erreichen können in den 16 Jahren, erklärte Uwe Ziesig und verwies auf sanierte Straßen, moderne Sportanlagen, ein modernes Schulzentrum und eine intakte Infrastruktur.

Das alles sei Karls Verdienst, lobte Ziesig. Unter großem Beifall zeichnete er dann Rainer Karl als „Ehrenbürger der Stadt Kühlungsborn“ aus. Der Geehrte zeigte sich gerührt von so viel Lob und meinte dass ihm die Worte fehlten, er einen „Kloß im Hals“ habe. Das Lob sei sicher etwas übertrieben, meinte er. Sehr emotional wurde es, als sich Karl zum Schluss seiner Dankesrede bei seiner Familie und seiner Ehefrau Marita bedankte: „Ohne sie hätte ich nicht das werden können, was ich heute bin.“

Doch damit war der offizielle Teil noch nicht zu Ende. Es folgte noch eine Überraschung. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr marschierten zusammen mit dem Feuerwehrspielmannszug „Küste“ in die Aula ein. Dann bat Wehrführer Andreas Wegener den Bürgermeister auf die Bühne und ernannte ihn zum „Ehrenmitglied“ der Feuerwehr. Die Ehrung verband der Wehrführer mit der Einladung an Karl, sich weiter für die Wehr einzubringen.

Auch an anderen Einladungen dieser Art mangelte es an dem Abend nicht. Die Heulbojen, die jede sangesfreudige Männerkehle gut gebrauchen können, übergaben Rainer Karl schon mal vorsorglich ein Aufnahmeformular.

Rolf Barkhorn

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