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Kühlungsborn Vorentwurf für Edeka-Neubau gebilligt
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Vorentwurf für Edeka-Neubau gebilligt
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00:00 09.12.2017
Um wettbewerbsfähig zu bleiben, will Mario Hoffmann einen neuen größeren Edeka-Markt am Standort in Kühlungsborn West bauen. Quelle: Foto: Rolf Barkhorn
Kühlungsborn

Wer als Investor Großes vorhat im Ostseebad Kühlungsborn, der braucht Zeit und vor allem viel Geduld. Denn solch ein Planverfahren kann sich hinziehen. Deshalb ist Mario Hoffmann, der Inhaber des Edeka-Marktes an der Reriker Straße in Kühlungsborn West froh, dass sein Vorhaben, am Standort einen neuen größeren Markt zu bauen, einen weiteren Schritt vorangekommen ist.

In ihrer öffentlichen Sitzung am Donnerstagabend billigte die Stadtvertretung mehrheitlich den vom Planer vorgelegten Vorentwurf.

Danach soll direkt hinter dem jetzigen Markt mit einer Verkaufsfläche von rund 900 Quadratmeter ein neuer Markt mit einer Fläche von 1500 Quadratmetern entstehen. Das alte Marktgebäude, das während der Bauphase geöffnet bleibt, soll später abgerissen werden und Platz für einen größeren Kundenparkplatz machen.

„Von mir aus könnte es sofort losgehen“, sagt Mario Hoffmann, der gedanklich den neuen Markt schon fertig eingerichtet vor Augen hat. Doch bis er für sein Vorhaben Baurecht erlangt, sind noch weitere Hürden im Planverfahren zu nehmen.

Der jetzt beschlossene Vorentwurf geht nun an die Träger öffentlicher Belange. Ämter und Verbände werden nach Einwänden zum Vorhaben befragt. „Seit im April der Aufstellungsbeschluss gefasst wurde, waren wir nicht untätig. Wir haben mit Vertretern der Behörden und Anwohnern gesprochen. Bisher gab es von denen dazu keine Bedenken“, berichtet Hoffmann. Dafür musste er in der Sitzung am Donnerstag zur Kenntnis nehmen, dass es noch unter einigen Stadtvertretern Vorbehalte gegen den Marktneubau an der Reriker Straße gibt.

Immerhin sechs Stadtvertreter, darunter alle von der Fraktion SPD/B90-Grüne sowie zwei aus der CDU-Fraktion, votierten dagegen und einer, Wolfgang Stange von der UWG, enthielt sich. Neun Vertreter stimmten dafür.

In der Debatte erklärte Uwe Wiek (B90-Grüne) dass er es schade finde, dass der Neubau bis 60 Meter in ein benachbartes Biotop hineinreiche. „Im Sinne meiner Wähler kann ich dem Vorhaben deshalb leider nicht zustimmen“, so Uwe Wiek.

Knut Wiek (SPD), der das Vorhaben ebenfalls ablehnt, meinte, eine „Verdoppelung“ der Verkaufsfläche am Stadtrand würde konkurrierende kleinere Läden im Stadtkern benachteiligen.

Hier entgegnete Bürgermeister Rainer Karl: „Ich sehe das anders. Ein kleiner Gemüseladen in der Strandstraße muss jetzt schließen, nicht wegen der Konkurrenz, sondern weil ihm die Pacht nicht verlängert wird. Für einen höheren Pachtzins zieht dort ein Klamottenladen rein. Es ist nicht Edeka oder ein anderer Markt, sondern vielmehr die Geldgier der Vermieter, durch die kleine Händler zum Aufgeben gezwungen werden.“

Uwe Wiek warf noch ein, dass die jetzige Fläche für eine Erweiterung des vorhandenen Marktes reichen würde, allerdings könnte der Markt dann nicht geöffnet bleiben. Das wäre sicher ein Problem für die Beschäftigten.

Befürworter Christian Mothes von der Kühlungsborner Liste begründete seine Zustimmung damit, dass der Markt diese Erweiterung braucht, um wettbewerbsfähig zu bleiben und ein Vollsortiment, wie es heute von Kunden gewünscht wird, anbieten zu können. „Jetzt fahren viele Kühlungsborner, wenn sie etwas Bestimmtes brauchen, nach Bad Doberan.“

Für Markt-Inhaber Mario Hoffmann wäre die Fläche schon deshalb zu klein, weil für einen größeren Markt auch mehr Parkplätze benötigt werden. Die Zahl der jetzt vorhandenen 60 Stellflächen soll verdoppelt werden. Und der Getränkemarkt soll an seinem Standort bleiben. Der Kühlungsborner Unternehmer hofft, dass das Verfahren nun weiter gut vorankommt, so dass er vielleicht noch im Frühjahr Baurecht erlangt und beginnen kann. Rund ein Jahr würde die Errichtung des Neubaus in Anspruch nehmen.

Rolf Barkhorn

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