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Kühlungsborn Wasserretter haben den Strand im Blick
Mecklenburg Bad Doberan Kühlungsborn Wasserretter haben den Strand im Blick
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00:01 17.05.2017

Rerik. Sie retten wieder: Am Montag fiel der Startschuss für die Rettungsschwimmer in der Region. Von den Wachtürmen aus haben sie die Badegäste im Blick, helfen bei der Suche nach Vermissten und leisten Erste Hilfe. Für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Deutsche Lebens- Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hat die Saison gut begonnen, denn das Interesse an der ehrenamtlichen Arbeit scheint zu wachsen.

Von einem Trend möchte Thomas Powasserat, Landesreferent des DRK-Wasserrettungsdiensts MV, nicht sprechen. „Es ist eher eine zarte Hoffnung.“ Es habe schwierige Zeiten gegeben, als auch in der Hochsaison nicht ausreichend Retter gefunden wurden. Doch nun steige die Nachfrage wieder. Auch der hauptamtliche Wasserwacht-Koordinator Manuel Brumme merkt, dass eine Veränderung in der Luft liegt.

„Es ist immer schwierig Ehrenamtler zu finden, aber es fühlt sich wie eine „Trendwende“ an. Wenn das weiter anhält, sind wir auf einem guten Weg“, sagt Brumme.

Wirklich erklären können sich die beiden den Aufschwung nicht. „Es liegt vielleicht daran, dass wir verstärkt an Schulen gehen“, überlegt Powasserat. Dort werde im Unterricht eine Ausbildung zum Rettungsschwimmer angeboten. „Man darf nicht darauf warten, dass die jungen Leute zu uns kommen. Sondern muss auf sie zugehen“, betont er. Wasserretter brauchen aktuelle Kenntnisse in Erster Hilfe und ein Rettungsschwimmabzeichen. Außerdem müssen sie mindestens 16 Jahre alt sein. „Unsere Hauptaufgabe ist die medizinische Versorgung von Badegästen. Egal ob sie eine Schnittwunde oder einen Herzinfarkt haben“, sagt Brumme. Die Helfer kommen aus ganz Deutschland. „Von den Rettungsschwimmern in Warnemünde und Markgrafenheide stammen vielleicht ein Drittel aus Rostock und Umgebung“, schätzt Manuel Brumme, der hier selbst als Wasserretter im Einsatz ist.

Einige Engpässe könnte es jedoch bis zum Beginn der Ferien geben. Bis zum 30. Juni ist für die Rettungsschwimmer Vorsaison. „Diese Zeit ist immer angespannt“, sagt Powasserat. Hier sei man vor allem auf Abiturienten und Rentner mit ausreichend Freizeit angewiesen. Erst in der Ferienzeit könnten auch Schüler und Studenten ihre Stellung in den Rettungsstürmen beziehen. Viele würden auch im Rettungsdienst arbeiten und in ihrem Urlaub ehrenamtlich am Strand aushelfen. Auch Thorsten Erdmann von der DLRG kennt die schwankenden Helfer-Zahlen. „In der Vor- und in der Nachsaison ist es immer schwer, Rettungsschwimmer zu bekommen. Und in der Ferienzeit ist dann wieder Überschuss.“ Gerade jetzt wäre er froh, wenn sich doch noch der ein oder andere aktive Rentner melde. Insgesamt bräuchte die DLRG 1500 ehrenamtliche Rettungsschwimmer, die bis Mitte September die Strandabschnitte an den Küsten Mecklenburg-Vorpommerns besetzen. Auch in Kühlungsborn, Rerik und Graal-Müritz wachen einige von ihnen über die Badegäste.

„Wir wünschen uns viel Sonne und wenig Unfälle, das wäre für uns eine Traumsaison“, sagt Thorsten Erdmann von der DLRG. Wie es tatsächlich wird, könne keiner sagen. Es sei aber zu einem gewissem Teil abhängig von der Vernunft der Badegäste. „Einige wollen überhitzt, vollgefuttert und bei Sturmflagge baden gehen“, sagt Erdmann.

Auch Powasserat weiß um diese Schwierigkeit. Einige würden Flaggensignale nicht kennen, andere sie bewusst ignorieren. „Wenn sich unsere Rettungsschwimmer dann noch beschimpfen lassen müssen, da verlieren sie schnell die Lust.“ Er hoffe daher, dass es in diesem Jahr seltener zu solchen Szenen komme. „Wir verbieten ja nicht etwas , um die Badegäste zu ärgern“, betont der 42-Jährige. Hier gehe es immer um Sicherheit. Doch egal wie die Saison verlaufe: Die Wasserwacht des DRK und die des DLRG seien gut ausgebildet für den Wachdienst 2017 gewappnet.

Johanna Hegermann

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