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Wurst und Würfelzucker in Kühlungsborn

Kühlungsborn Wurst und Würfelzucker in Kühlungsborn

Zehn Künstler aus fünf Nationen stellen im Rahmen von „Mecklenburg Inspiriert“ in der Kunsthalle aus.

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Lie�en sich von Region und Menschen inspirieren: K�nstler aus aller Welt zeigen in K�hlungsborn, wie sie unser Land sehen.

Quelle: Sabine H�gelland

Kühlungsborn. Ein größeres Lob konnte Katharina Fichtner den Verantwortlichen in Kühlungsborn kaum machen: „Wenn es mehr solch Engagement in Deutschland gebe, bräuchte es keinen Kulturattaché mehr.“ Fichtner muss es wissen. Schließlich ist sie selbst Kulturattaché, in Kanadas Botschaft in Berlin. Was sie so ins Schwärmen brachte: Das Kulturprojekt „Mecklenburg inspiriert“ (MI). Zwölf Wochen mussten sich die teilnehmenden Künstler aus Welt keine Gedanken ums Geld und die Miete machen. Sie durften in Kühlungsborn kostenlos leben — und sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren.

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Lie�en sich von Region und Menschen inspirieren: K�nstler aus aller Welt zeigen in K�hlungsborn, wie sie unser Land sehen.

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In der Kunsthalle wird seit Mittwoch gezeigt, wie die zehn Kreativen aus aller Welt den Nordosten erlebt und vor allem künstlerisch umgesetzt haben. Dass ausgerechnet Fichtner als Vertreterin der kanadischen Botschaft die Schau eröffnete, hat in diesem Jahr einen einfachen Grund: An der fünften Auflage von „MI“ nahmen auch zwei Kanadier teil. Aaron Carpenter und Mark Soo studierten an einer Universität in Vancouver, die einen konzeptionellen Kunststil pflegt. Wobei Carpenter mit seinen Arbeiten Fragen bei den Betrachtern aufwarf — ein gewolltes Konzept.

Seine Objekte: eine Wurstscheibe und zur Pyramide geformter und gefärbter Würfelzucker. Mark Soo schuf ein Werk aus Birkenstamm und Spiegel. Das internationale Residenzprogramm für Kulturschaffende aller Disziplinen ist ein kulturelles Projekt, in dem sich die Künstler im Dialog mit den hiesigen Orten und dessen Menschen befassen. Sie erhalten Kost, Logis und die Möglichkeit, künstlerisch zu arbeiten, auf dem Gut Klein Nienhagen, im Hotel „Polar- Stern“, im Hotel „Weststrand“, „Travel Charme Ostseehotel“ und bei Familie Röntgen in Kühlungsborn.

Mittlerweile gibt es japanische Künstler — wie das Ehepaar Hidemi und Tasumasa Watanabe — die bereits mehrmals teilnahmen. Ihre Darstellungen veränderten sich über die Jahre, weil sie vertrauter mit der Region werden. So zeigt Tasumasa Watanabe zwar weiterhin Wandbilder aus Kupfer und Zinn, hat jedoch auch mit goldener Folie beschichtete Platten gefertigt, in die Bilder gekratzt wurden, mit Motiven aus der Produktion. Sehr modern wirken die Arbeiten seiner Frau. Sie erschien im klassischen Kimono, wie auch die Künstlerin Toshiko Okada. Hidemi Watanabe zeichnet nach traditioneller Methode freie Werke mit Tusche auf Seide. Die Farbe wird zuvor zermahlen, so erreicht die Künstlerin besonders vielschichtige Grautöne. Toshiko Okada schuf mit traditioneller Wasserfarbe ebenfalls moderne, jedoch farbige Werke.

Videokünstlerin Hairan Kang aus Südkorea stellt in einem Video ein Schachspiel dem Kriegsgebaren an der Front gegenüber — mit Untertiteln, in denen das Schachspiel nachvollzogen werden kann.

Fotografin Sandra Bergemann aus Berlin lässt es gefühlvoll krachen. Mittels Belichtung und gleichzeitiger Bewegung entstanden großformatige Fotografien, die Emotionen wecken, sich dem Bild hinzugeben. Um Emotionen geht es auch in den Werken von Frank Linke aus Hamburg. Seine Fotokunst zeigt Bühnenbilder, Menschen in Bewegung. Die Momentaufnahmen, dem der geplante „Zufall“ entgegenkam, wirken verzaubert durch die flüchtenden Farben und Formen. Auch Martin Zellerhoff aus Deutschland zeigt Fotografien — unter anderem Motive aus dem Gespensterwald.

Denise Philipbar stammt aus den USA und schuf ein „Porträt“ von Kühlungsborn. Dazu benutzte sie Worte statt Farben. Um ihren Wortschatz zu verbessern und die Bevölkerung besser verstehen zu können, fertigte sie ein Buch, in dem sie drei Fragen stellt, die von Besuchern beantwortet werden können. Während Toshiko Watanabe seine Metallarbeiten in der Firma Stellmach in Kröpelin fertigen darf, arbeiten andere Künstler in Ateliers, Hotels oder eben dort, wo sie Platz finden: „Wir haben sie eigentlich fast nur zum Essen gesehen“, sagt Jan Glöe, Vorsitzender von MI. „Umso erstaunlicher, was in der Zwischenzeit entstanden ist.“ Die Exposition ist noch bis zum 24. März zu sehen.

Sabine Hügelland

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