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Nienhagen präsentiert „Erika“

Nienhagen Nienhagen präsentiert „Erika“

Bilder des Malers Lovis Corinth werden zur 750-Jahrfeier im Ostseebad ausgestellt.

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Jeden Dienstag treffen sich die Malfreunde in Nienhagen. Zum Ortsjubiläum wird auch eine Kopie des berühmten Malers Lovis Corinth ausgestellt. Es entstand im Ostseebad.

Quelle: Sabine Hügelland

Nienhagen. Mecklenburg inspirierte schon in der Vergangenheit viele Maler. Sie kamen der Abgeschiedenheit und der Ursprünglichkeit wegen. Auch Lovis Corinth (1858-1925) erging es so. 1909 bis 1913 weilte er mehrfach in Bad Doberan. Von 1913 bis 1917 verlegte der Künstler seine Schaffenszeit mehrmals nach Nienhagen.

Während dieser Zeit entstanden etliche Bilder, die sich an Einfachem wie den Spuren auf einer Landstraße bei Doberan, Bäumen oder Porträts orientierten. Ein ausdrucksstarkes Kinderbild trägt den Titel „Fischerkind aus Nienhagen“. Dabei handelt es sich um die Tischler-Tochter der damaligen Pensionswirtin Erika Juerß, in deren Besitz es aber nicht ging. Das Bild — es wird im Volksmund nur „Erika“ genannt — erfuhr eine kleine Odyssee. Ein Brief vom 13. März 1993 aus Regensburg an die Familie Juerß bezeugt das: „Das Bild gehört einem Regensburger Fabrikanten, wurde von dem Sohn eines befreundeten Arztes gestohlen und sollte gegen Lösegeld zurück gegeben werden.“ Die Polizei konnte aber den Dieb nicht dingfest machen.

Es handelte sich um mehrere gestohlene Bilder, die später in einem Versteck in Italien aufgespürt wurden. Wenig später starb der Besitzer und vermachte alles seinen Erben, die einige davon verkauften: „In einer Kunsthalle in München sah ich ,Erika‘ zum letzten Mal“, so der Schreiber. Zum Glück hatte er ein Dia des Bildes angefertigt und konnte der Familie Juerß einen Abzug in Originalgröße schicken. So gelangte es doch noch zum Ursprung zurück.

Eine weitere Reproduktion wird zur 750-Jahrfeier des Ostseebades Nienhagen ( 27. Mai bis 1. Juni) ausgestellt. Gemalt wird auch heute noch in Nienhagen. Im Freizeitzentrum treffen sich seit etwa acht Jahren immer dienstags bis zu 14 Malfreunde im Alter zwischen 55 und 75 Jahren. Sie eifern jedoch keinem Maler nach: „Ich möchte, dass sie ihre eigene Handschrift entwickeln“, erklärt Kursleiter Arne Panke. „Wir malen vorzugsweise Aquarelle, aber auch Kohle- und Bleistiftzeichnungen. Die Freizeitmaler sind mir über all die Jahre doch sehr ans Herz gewachsen“, sagt der 42-Jährige. „Das ist wie eine kleine Familie.“

Seit ein paar Jahren entstehen aus den schönsten Malereien auch Kalender. Andere werden ausgestellt — so auch zum Jubiläum des Ostseebades Nienhagen.

 



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