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Bad Doberan „Wilhelmine“ wird zum Mode-Haus
Mecklenburg Bad Doberan „Wilhelmine“ wird zum Mode-Haus
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01:23 16.01.2015
Die Terrassen-Schirme vom letzten Jahr stehen zwar noch draußen, doch die Zeit des Hauses „Wilhelmine“ als Hotel und Restaurant ist Geschichte. Ein Unternehmer von der Insel Fehmarn hat das Haus gekauft und will dort zwei Modegeschäfte und Wohnungen einrichten. Quelle: Lutz Werner

Das Messing-Schild mit den vier Sternen prangt noch an der Fassade neben dem Eingang zum Hotel-Restaurant. Hinter der Glasscheibe der großen Tür künden viele Aufkleber von empfehlenden Einträgen in Katalogen großer Reise-Veranstalter. Doch die Räume hinter den Scheiben im Hotel „Wilhelmine“ am Ende der Strandstraße, dicht bei der Seebrücke, sind leer.

Am 31. Oktober vergangenen Jahres gingen dort die Lichter aus. „Das Eigentümer-Ehepaar Sauer hatte das Haus schon in der ersten Jahreshälfte 2014 aus persönlichen Gründen an mich verkauft. Wir hatten aber vereinbart, dass der Hotel-Betrieb bis Ende Oktober fortgeführt wird, um langfristig abgeschlossene Buchungen und Verträge erfüllen zu können“, erklärt Hermann Olderog, der neue Eigentümer. Über den Kaufpreis sei „Stillschweigen vereinbart worden“.

Er hat mit dem schönen Jugendstilhaus, das 1898/99 als Villa „Wilhelmine“ erbaut wurde und seitdem — mit Unterbrechungen — immer wieder Pension, Ferienheim oder Hotel war, anderes vor. Olderog will im Souterrain und dort, wo im Erdgeschoss Hotel-Restaurant und Rezeption waren, zwei Mode-Geschäfte einrichten. Im übrigen, größeren Bereich des Hauses wird es anstelle von Hotel-Zimmern und Suiten „drei oder vier große Wohnungen geben. Für ständige Bewohner oder Feriengäste. Das weiß ich wirklich noch nicht“, so der 75-Jährige. Beim Umbau des Hauses „werde ich mir alle Zeit nehmen, die dafür nötig ist und die Jugendstil-Schönheit des Hauses erhalten“, erklärt er. Das könne bis in das kommende Jahr hinein dauern.

Hermann Olderog führt, in dritter Generation, gemeinsam mit seiner Frau Irene in Burg auf Fehmarn ein Mode-Haus, dessen Ursprünge in das Jahr 1883 zurückreichen. „Wir haben mit weiteren Geschäften in Heiligenhafen, Oldenburg, Grömitz und Travemünde die Ostseeküste entlang der Lübecker Bucht besetzt, sind in Büsum an der Nordsee vertreten und haben unseren Blick schon länger auf die Ostseebäder in Mecklenburg-Vorpommern mit ihrem großen Potenzial gerichtet. In Kühlungsborn bot sich in einer Top-Lage eine Gelegenheit“, erklärt Olderog und verschweigt nicht, dass er auch an eine Expansion seines Unternehmens in Warnemünde sowie auf Rügen und Usedom denkt. Vor allem Binz hat er im Blick. „Aber Häuser in guter Lage sind schwer zu bekommen und sehr teuer.“ Allerdings sei die jetzige Zeit mit extrem niedrigen Zinsen günstig, um an Zukäufe zu denken.

Das Modehaus Olderog setzt auf Damen- und Herren-Mode mit Marken im gehobenen Segment und auf „Mode für junge und jung gebliebene Leute mit angesagten Marken“, erklärt Hermann Olderog. Diese Läden werden unter dem Namen „For You“ geführt und „wenigstens eines der neuen Geschäfte im Haus ,Wilhelmine‘ wird diese Ausrichtung haben“, erklärt Olderog. Er und seine Marketing-Experten hätten sich das bestehende Einzelhandelsangebot in Kühlungsborn sehr genau angeschaut und „festgestellt, dass es gerade im Bereich der Mode an trendigen Angeboten für die jüngere Zielgruppe mangelt“.

Kann man jetzt von einer Fehmarn-Connection in Kühlungsborn sprechen? Olderog lacht, weiß aber sofort, was gemeint ist. Denn mit Mario Hoffmann, der im Ortsteil West einen Edeka-Markt betreibt, und dem Kaufhaus Stolz von Inhaber Martin Stolz sind im mecklenburgischen Ostseebad bereits seit vielen Jahren zwei Einzelhändler aktiv, die, wie Hoffmann, ihre Wurzeln in Burg auf Fehmarn haben — oder wie bei Stolz das Stammhaus. „Nein. Dass jetzt ein dritter Händler aus Burg dazukommt, hat nichts damit zu tun, dass Stolz und Hoffmann schon länger hier sind. Aber natürlich kennen wir uns alle schon lange“, erklärt Hermann Olderog.

Domizil für Urlauber
1898 begannen die Bauarbeiten an der Villa „Wilhelmine“, die im Jahr darauf vollendet wurden. Ab 1911 war das Haus Pension, 1926 wurde daraus das Hotel „Wilhelmine“. 1930 wurde die massive Veranda vor dem Saal angebaut. Bis 1978 war die „Wilhelmine“ privates Vertragshaus des FDGB-Feriendienstes der DDR, der es schließlich kaufte. Im Erdgeschoss war die „Spowa“ — so hießen Sportartikelgeschäfte in der DDR.
1993 ging das Haus „Wilhelmine“ wieder in Privatbesitz über. 1994/95 erfolgten Sanierung und Modernisierung mit kompletter Erneuerung des Dachgeschosses.
Bis zum Jahr 2000 folgte schrittweise der Anbau von zwei weiteren Häusern an das Haupthaus, die einem separaten Eigentümer gehören.



Lutz Werner

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