Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Bad Doberan Dank ihm ist was los in Russow
Mecklenburg Bad Doberan Dank ihm ist was los in Russow
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 18.01.2019
Gastwirt Kuno Gudjons vor der Russower Bauernstube, die er gemeinsam mit seiner Frau seit 30 Jahren betreibt. Quelle: Werner Geske
Russow

Januargrau. Nieselregen. Wintersturm. „Bei solchem Wetter kommt kaum ein Gast. Deshalb haben wir jetzt auch nur einmal pro Woche geöffnet“, erklärt Bauernstuben-Wirt Kuno Gudjons. Spätestens im Frühling wird es anders, wenn es die Ausflügler wieder in die idyllische Landschaft nahe Salzhaff und Ostsee zieht. Da sind Gudjons (66) und seine Frau Roswitha (58) zuversichtlich. Das Gastronomen-Ehepaar kennt das aus inzwischen gut 30 Jahren, in denen es die „Bauernstube“ mit Erfolg betreibt. Passt das Wetter, ist Urlaubszeit und vielleicht auch noch Wochenende, so sind die 60 Innen- und 35 Außenplatz im Handumdrehen besetzt. „Dann haben unsere Aushilfskräfte und wir alle Hände voll zu tun“, sagt Kuno Gudjons.

Einen Beruf in der Gastronomie haben weder er, noch Roswitha erlernt. „Ich bin von Beruf Maurer, war Baumaschinist und später Sicherheitsinspektor in der LPG Tierproduktion in Neubukow. Meine Frau hat bis zur Wende als Hauptbuchhalterin gearbeitet“, erzählt der Gastwirt. Doch zumindest er schnupperte zu DDR-Zeiten schon ins Gastronomie-Gewerbe hinein. Und dies genau hier, wo er heute seine Gaststätte betreibt. „Die Bauernstube war früher winzig. Sie gehörte zu einem Gebäudekomplex, in dem sich Krippe, Kindergarten und Gemeinderaum befanden. Ich habe die Stube nach Feierabend betrieben und dort einige Speisen und Getränke angeboten.“ Das war auch die Zeit, als er als DJ Kuno durch die Lande zog.

Großes fest zum 30. Geburtstag

Als sich 1989 die Gelegenheit bot, fassten die Gudjons zunächst den Entschluss, das ganze Anwesen zu pachten. Doch bald darauf entschieden sie sich dafür, das Haus samt Grund und Boden zu kaufen. „Dann haben wir mit dem Umbau begonnen. Für eine Gaststätte musste ja alles viel größer sein. Wände wurden weggerissen, Fußböden erneuert, ein großer Tresen angeschafft. Dann konnten die ersten Gäste kommen.“ Drei Jahrzehnte ist das her. Das Jubiläum soll gefeiert werden. Freunde, Stammkunden und Lieferanten werden dazu eingeladen. Gelegenheit, um an die eine oder andere Episode zu erinnern.

Besonders gern spricht Kuno Gudjons dabei über sein Hobby, mit dem der Gastwirt ganz Russow alljährlich zu einem originellen Dorffest verhilft. Seit vielen Jahren schraubt, hämmert, bohrt und schweißt der Autofreak in einer Halle auf seinem Grundstück an Oldtimern aller Art. „Vom Moped bis zum Lastwagen ist alles dabei. Ich muss einfach regelmäßig den Geruch nach Gekochtem und Gebratenem mit dem Duft von Benzin und Öl tauschen“, begründet er seine Leidenschaft. Dutzende in die Jahre gekommene Fahrzeuge verwandelte der geschickte Bastler bereits in wahre Schmuckstücke und rettete sie so vor der Verschrottung. Darunter einen LincolnContinental“ Baujahr 1976, einen Lada, den einst Landrat Diethelm Hinz fuhr, und einen sowjetischen Lkw, Marke „Ural“.

Konsum soll zur Begegnungsstätte werden

Und immer wieder Traktoren: So auch ein „Pionier“ von 1952, den Gudjons aus Demmin holte, ein „Famulus“ und ein „Aktivist“. Und da der Freund alter Vehikel seine Freude gerne mit anderen teilt, hob er das Russower Oldtimer-Treffen aus der Taufe, zu dem seit gut 20 Jahren immer am ersten August-Wochenende Hunderte Gleichgesinnte erscheinen. „Es ist eigentlich bedauerlich, dass hier sonst kaum noch etwas los ist. Doch wer, außer uns, soll das ändern?“, fragt Gudjons, ehemals Russows stellvertretender Bürgermeister.

Deshalb nimmt er sich immer wieder selbst in die Pflicht, organisiert das Oldtimer- und Sommerfest und setzt dafür auch so manchen Euro aus eigener Tasche ein. Kein Wunder, dass er sich darüber freut, dass sich im vergangenen Jahr ein Dorfverein gebildet hat, der wieder mehr Leben ins Dorf bringen will. Eine Begegnungsstätte, zu der der ehemalige Konsum umgebaut wird, könnte dann ab Frühjahr zu einem Ort von kulturellen Veranstaltungen werden, an denen es noch so sehr mangelt.

Werner Geske

Hans Feldmann kam mit drei Jahren in die Region. Plattdeutsch half Kontakt zu Gleichaltrigen aufzunehmen.

18.01.2019

Das Gotteshaus hat es Detlef Runge angetan. Er organisiert Führungen

18.01.2019

Beim Neujahrsmeeting des Rotaryclubs Kühlungsborn-Bad Doberan war der Tourismus Thema des Abends. Dazu hielt Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, einen Festvortrag. Die Zukunft des Tourismus brauche Innovationen und starke Marken.

18.01.2019