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Bad Doberan Kuriose Sammlungen: Museen in Mecklenburg
Mecklenburg Bad Doberan Kuriose Sammlungen: Museen in Mecklenburg
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20:03 11.02.2019
Schiffe sind nicht genug: Eine Flasche mit dem kompletten Fischereihafen gibt es im Boltenhagener Buddelschiffmuseum zu sehen. Quelle: dpa
Kröpelin

Der Eisbär Churchill, Knöpfe aus dem 13. Jahrhundert, ein Raum voller Buddelschiffe oder Relikte des Ostrock: Zwischen Boltenhagen und Graal-Müritz gibt es nicht nur Heimatmuseen sondern auch ganz spezielle Raritäten zu begutachten. Die OSTSEE-ZEITUNG hat sich die außergewöhnlichen Sammlungen mal genauer angesehen.

Ostrock hinter Glas in Kröpelin

Tacton, MV3, Vermona und Jolana: Das sind Begriffe, die einem jedem Musiker aus der DDR bekannt sein dürften. Dabei handelt es sich um die Markennamen von Instrumenten und Röhrenverstärkern aus dem Eigenbau der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik. Im Ostrock-Museum kann man die alte Technik ansehen und sogar noch testen. „Ja, das funktioniert alles noch“, sagt der Kurator und studierte Bassist Thomas Lehner.

Die Kuratoren Rüdiger Kropp und Thomas Lehner lassen mit Liebe zum Detail den Ostrock in Kröpelin wieder aufleben. Quelle: Moritz Naumann

Die Wände am Eingang sind mit einem Zeitstrahl tapeziert – oberhalb befinden sich weltpolitische- und kulturelle Ereignisse, unterhalb wird die Geschichte des Ostrock nachgezeichnet. „Hier braucht man etwas Zeit“, sagt Kurator Rüdiger Kropp. Direkt dahinter befindet sich der Nachbau eines Plattenladens. Das Schmuckstück an der Theke: Eine Original-Platten-Abhörstation aus der ehemaligen Volksbuchhandlung in Gera. Im Plattenregal gibt es Vinyl von Legenden der Ostrockmusik und daneben findet man alles, was an Hifi-Technik in der DDR gängig war.

Auch sozialistische Clubatmosphäre lässt sich hier atmen: In einem der Räume wurde eine Bühne samt Instrumenten und Technik aus der ehemaligen DDR gesammelt und aufbereitet. Auch ein Tonstudio und schließlich der Raum mit zahlreichen Schätzen der Ostrock-Stars ist im Museum zu finden: Eine Lederjacke von Jürgen Ehle, ein Kostüm von Petra Ziegler, die Bassgitarre von Klaus Renft oder die Leadgitarre von Peter „Cäsar“ Gläser. Hilfe bei der Gestaltung erhielten die Kuratoren von der Hochschule Wismar, die innerhalb von zwei Jahren die Räume über der Kröpeliner Bibliothek mit Ideen und Leben füllten. Das Museum befindet sich in der Hauptstraße 5 in Kröpelin und ist von Montag bis Freitag geöffnet.

Das Knopfparadies in Wismar

Kurz nach der Wende machte Reingard Berger aus dem Haus in der Wismarer Weberstraße 18 ein Hotel – „mit Dusche und WC im Zimmer. Das gab es ja noch nicht“, sagt die 63-Jährige. Dann fehlten nur noch die Touristen. „Ich wollte etwas schaffen, damit die Leute länger bei uns bleiben.“ Und da in Wismar viele Straßennamen auf alte Handwerkskünste verweisen (Sargmacherstraße, Weberstraße, Böttcherstraße), schuf sie ein Konzept, nach dem in jeder dieser Straßen ein altes Handwerk angesiedelt werden sollte.

Reingard Berger zeigt einige ihrer Knöpfe. Hunderttausende sind in ihrem Wismarer Knopfmuseum zu sehen. Quelle: Kerstin Schröder

In der Weberstraße etwa gründete sie eine Änderungsschneiderei. Doch 1995 war es laut der gebürtigen Berlinerin noch zu früh für kunstvolle Schneiderarbeiten. „Der Trend kam erst später“. Wie ein Geistesblitz kam ihr die Idee zu einem Knopfmuseum. Doch woher sollte sie nun Knöpfe bekommen? Sie ging auf Märkte, verkaufte Kuchen und nahm dafür einen Euro oder eben fünf Knöpfe. Ihr Inventar wuchs an. Nach einem TV-Beitrag des NDR erhielt sie Knopfspenden aus ganz Deutschland.

„So an die 500 000 Knöpfe werden es mittlerweile wohl sein“, sagt Berger. Darunter befinden sich seltenste Exemplare: Bernsteinknöpfe, Knöpfe aus dem 13. Jahrhundert oder Knöpfe alter Wehrmachtsuniformen. Immer dienstags von 11 bis 17 Uhr kann man sich in der Wismarer Weberstraße die Raritäten ansehen. Auf Anfrage öffnet sie auch neben der Öffnungszeit für Interessierte oder greift zu einem ihrer Knopfaktenordner und macht Hausbesuche.

300 Buddelschiffe auf engem Raum

Schon als Kind war Jürgen Kubatz von Buddelschiffen fasziniert. Wie konnten diese filigranen Modelle nur durch so eine enge Flaschenöffnung passen? Den Berliner zog der Wehrdienst an die Ostseeküste, er lernte eine Frau lieben und ließ sich in Boltenhagen nieder – dort wo Schiffe den Alltag der Menschen bestimmen. Seine Begeisterung flammte wieder auf und er begann, sich intensiver mit dem Bau von Buddelschiffen zu beschäftigen. Nach der Wende eröffnete er das Buddelschiffmuseum in Boltenhagen.

Durch den Flaschenhals ist im Buddelschiff-Museum in Boltenhagen das Segelschiff "City of Rome" zu sehen. Quelle: dpa

Mindestens 300 Modelle gibt es dort zu sehen. „Ich habe aber schon weit über 1000 gebaut und tausche die auch regelmäßig aus“, sagt Kubatz. Darunter ganz spezielle Bauten wie den Tarnewitzer Hafen. In einem Glasgefäß, das einen Meter misst, hat der 75-Jährige in mühsamer Kleinstarbeit die historischen Gebäude, den Kai und die charakteristischen Fischkutter arrangiert. „Viele der Fischer haben ihren Kutter wiedererkannt“, sagt Kubatz stolz. Neben bekannten Segelschiffen auch dort zu finden: eine alte Segelschiffswerftanlage, errichtet in einem Weinballon.

Das Muesum befindet sich in Boltenhagen in der Ostseeallee 23. Am Nachmittag öffnet Kubatz täglich seine 80 Quadratmeter große Ausstellung für Schaulustige. Darüber hinaus bietet er auf Anfrage aber auch Workshops für den Bau der kleinen Modelle an – sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene.

Im Foyer grüßt der Eisbär

Seit 1789 befindet sich in Rostock die Zoologische Sammlung. „Damit ist sie die am längsten durchgängig bestehende Institution an der Universität in Rostock“, sagt Antje Hlawa, technische Angestellte in der Zoologischen Sammlung. Die zahlreichen Exponate von Vögeln, Insekten und Säugetieren befinden sich alle im Zoologischen Institut am Universitätsplatz. „Wir wissen gar nicht, wie viele Tiere wir haben“, sagt die 50-Jährige. Denn allein in den Lagerräumen mit den in Glas eingeschlossenen Feuchtpräparaten befinden sich unzählige wirbellose Tiere von verschiedensten Orten und Zeiten.

Eisbär Churchill wird in von der Technischen Mitarbeiterin der Zoologischen Sammlung, Antje Hlawa, gestreichelt. Quelle: OVE ARSCHOLL

Mit dem Rostocker Zoo kooperiert das Institut und hat daher zahlreiche bekannte Tiere in der Ausstellung. So begrüßt der Eisbär Churchill, der bis 2013 im Rostocker Zoo lebte, im Eingangsbereich die Besucher. Der ehemalige Hörsaal des Instituts wird derzeit auch für die Sammlung umgestaltet. „Wir bauen dort gerade ein Elefantenskelett auf“, sagt Hlawa. Dabei handelt es sich um die Überreste des letzten Dickhäuters des Rostocker Zoos: Sara. Anfang April soll die Installation fertig werden. Außerdem gestalten Studenten der Universität derzeit eine Sonderausstellung zu 120 Jahren Rostocker Zoo, die schon ab März zu sehen sein soll.

Moritz Naumann

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