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Bad Doberan Fußball-Fans dürfen nur am Südrand jubeln
Mecklenburg Bad Doberan Fußball-Fans dürfen nur am Südrand jubeln
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15:26 10.10.2018
Die Spieler des Doberaner FC um Kapitän Tino Capito (M.) müssen bei ihren Heimspielen mit Einschränkungen leben. Quelle: Tommy Bastian
Bad Doberan

Fans und Gäste des Doberaner Fußballclubs müssen in den kommenden Monaten Einschränkungen bei Heimspielen des Vereins hinnehmen. Bis zum Jahresende dürfen sie bei Punktspielen am Doberaner Busbahnhof nur vom Südrand des Spielfeldes zuschauen. Das teilte jetzt das Schweriner Verwaltungsgericht mit.

Damit gaben die Richter der Beschwerde eines Anwohners statt. „Wir hatten insgesamt drei Kläger“, erklärte der DFC-Vorstandsvorsitzende Andreas Jahncke. „In zwei Fällen wurde die Klage abgewiesen, ein dritter Anwohner, der in Nähe und Sichtweite zum Sportplatz gebaut hat, bekam teilweise Recht.“ Die Kläger sehen sich durch den Lärm bei Punktspielen belästigt und wollten den Spielbetrieb vollständig unterbinden. Dieses Ansinnen lehnte das Gericht jedoch ab.

Aktionsbündnis prüft weitere rechtliche Schritte

„Das ist maximal ein Warnschuss“, sagte Harry Klink, einer der Frontmänner des „Aktionsbündnisses gegen Lärm“. „Mit dem Urteil werden wir uns nicht zufrieden geben – wir überlegen uns weitergehende Klagen bei höheren Gerichten.“ Denn das grundsätzliche Problem bleibe, so Klink: „Der Doberaner FC soll sich endlich eine neue Spielstätte suchen – Möglichkeiten gibt es viele.“ Auf dem Buchenberg, am Rande der Stadt oder am Kellerswald – „alles wurde abgelehnt“. Aber ein Leistungszentrum mitten in der Stadt, umgeben von Wohnhäusern – „diese Vorstellungen des Vereins machen wir nicht mit“, stellte Klink klar. Als „hanebüchen“ bezeichnete DFC-Chef Jahncke diese Äußerungen: „Zu kleine Plätze, ungeeignete Rahmenbedingungen – an den genannten Orten ist doch gar kein Spielbetrieb möglich.“

Beim Verwaltungsgericht in Schwerin waren in den vergangenen Monaten drei „Lärm-Klagen“ aufgelaufen. „Zum einen ging es mit Blick auf öffentliche Veranstaltungen um eine grundsätzliche Lärm-Reduzierung in ganz Bad Doberan“, erklärte Bürgeramtsleiter Gerhart Kukla. „Zudem musste das Gericht beurteilen, ob es im Parkdeck an der Verbindungsstraße zu laut ist.“ Diese beiden Verfahren seien bereits entschieden worden, sagte Gerichtssprecherin Stefanie Hahn: „Der Antrag wurde jeweils abgelehnt.“

Gewohntes Bild: Die meisten Zuschauer stehen schon jetzt an der Südseite des Platzes. Quelle: Rolf Barkhorn

Kläger wehren sich gegen Punktspielbetrieb

Im dritten Verfahren ging es darum, dass die Nutzung des Sportplatzes nach Auffassung der Kläger nicht den Richtlinien des Bebauungsplanes entspricht. „Nach ihrer Ansicht ist das ein Platz für den Schulsport und zum Üben für Vereine“, sagte Kukla. „Ein Punktspiel- und Turnierbetrieb dürfe hier nicht stattfinden.“ Stadt und Pächter – der Doberaner FC –widersprechen dieser Auffassung. Auch der Landkreis Rostock stellte in einem Schreiben an das Aktionsbündnis klar: „Im B-Plan 8 der Stadt Bad Doberan ist der Bereich des besagten Sportplatzes als öffentlicher Sportplatz festgesetzt. (. . .) Insofern ist grundsätzlich die Nutzung des Sportplatzes auch außerhalb des Schulsportes durch andere Vereine möglich (. . .).“

Dies betreffe aber nicht den Punktspielbetrieb, meinten jetzt offenbar die Schweriner Richter: Sie gehen davon aus, dass dieser Spielbetrieb nicht von der Baugenehmigung und dem zugehörigen Schallschutz-Gutachten für den Sportplatz gedeckt ist.

Doberaner Vereinsführung bleibt gelassen

Für den Verein sei diese Entscheidung „nicht so tragisch“, machte Andreas Jahncke deutlich: „Unsere Zuschauer stehen ohnehin fast ausschließlich auf der Südseite des Platzes – wo das Gericht an der Nordseite Trommeln und Trompeten gesehen haben will, ist mir ein Rätsel.“ Darüber hinaus sei man den Anwohnern schon ein gutes Stück entgegengekommen, so Jahncke: „Unsere Boxen stellen wir nur noch ganz selten auf – zu wenigen besonderen Veranstaltungen.“

Lennart Plottke

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