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Landesmuseum für Archäologie soll am Stadthafen entstehen

Rostock Landesmuseum für Archäologie soll am Stadthafen entstehen

Standort-Debatte: Stadt und Land prüfen Neubau an der Kaikante

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Der Rostocker Stadthafen ist als Standort für das Archäologische Landesmuseum im Gespräch.

Quelle: Fotos: Ove Arscholl

Rostock. Die Hansestadt Rostock bekommt ein neues Museum. Das steht seit April fest. Doch wo genau das neue Archäologische Landesmuseum entstehen wird – das scheint plötzlich völlig offen zu sein. Gegen den bisherigen Standort-Plan regt sich nämlich Widerstand. Nach OZ-Informationen haben die Archäologen und Historiker intern Bedenken gegen einen Umbau des alten Schifffahrtsmuseums am Steintor und einen Neubau im Rosengarten angemeldet. Stadt und Land zeigen sich geprächsbereit – und wollen nun über einen Neubau in allerbester Lage sprechen: am Stadthafen.

Wer die Diskussion ins Rollen und den Stadthafen als Standort ins Gespräch gebracht hat – darüber hüllen sich alle Beteiligten in Schweigen. Doch einer Debatte wollen die Verantwortlichen nicht aus dem Weg gehen – im Gegenteil: „Aus meiner Sicht macht es natürlich Sinn, ganz rational über den besten möglichen Standort für das Landesmuseum in Rostock zu sprechen“, sagt Mathias Brodkorb. Der SPD-Finanzminister hatte jahrelang dafür gekämpft, dass die Schätze aus der Vergangenheit Mecklenburgs und Vorpommerns in seiner Heimatstadt gezeigt werden. „Ein Umbau des alten Schifffahrtsmuseums, der heutigen Societät maritim, hat für das Land einen großen Vorteil: Die Hansestadt stellt dem Land das Gebäude zur Verfügung.“ Dieses „Geschenk“ an Schwerin war einer der Gründe, weshalb sich das Land für Rostock als neuen Museumsstandort und gegen die Mitbewerber wie Putbus auf Rügen, Greifswald oder auch Stralsund ausgesprochen hat.

„Wenn wir jetzt über einen anderen Standort reden, dann kommt nur der Stadthafen in Frage. Und: Die Hansestadt muss sich weiterhin finanziell an dem Projekt beteiligen. Für das Land allein ist das Risiko zu groß“, sagt Brodkorb. Und noch eine Bedingung stellt der Politiker, dessen Ministerium für den Bau des Museums verantwortlich ist: „Wenn wir vom Plan abweichen, dann müssen die Entscheidungen schnell fallen.“ Seit 25 Jahren diskutiere das Land über ein Museum. „Es kommt nicht in Frage, dass wir weitere 25 Jahre diskutieren. Das muss schneller gehen.“

Oberbürgermeister Roland Methling (UFR) hat sich nach Informationen der OZ vor wenigen Tagen mit einem Brief an Brodkorb gewandt – und seine Gesprächsbereitschaft signalisiert. Ja, eine Beteiligung der Stadt an einem Neubau an anderer Stelle sei unter Umständen vorstellbar. Und ja: Auch über den Stadthafen könne man reden. „Die vom Finanzminister geäußerten Prämissen bestätigt auch der Oberbürgermeister. Auf deren Basis alternative Standortfragen diskutiert werden könnten“, so Stadtsprecher Ulrich Kunze. Zwingend nötig sei das alles aber nicht: „Es gab Bedenken seitens einzelner Bürgerschaftsmitglieder, ob die Flächen am Rosengarten für einen Museumsanbau ausreichend sind. Der Minister hat nochmals bestätigt, dass der Platz genügt.“

Für eine Debatte um einen alternativen Standort sprechen sich auch die Macher des Museums aus: „Es lohnt sich, nochmals nachzudenken, ob die Societät wirklich der beste Ort ist“, sagt Hans-Jörg Karlsen, der künftige Leiter des Landesmuseums und Rostocker Professor für Ur- und Frühgeschichte. „Wir arbeiten am wissenschaftlichen Konzept für das Museum, am ,roten Faden’ durch die Geschichte des Landes und die künftigen Ausstellungen.“ Bis Mitte 2018 sollen erste Ergebnisse vorliegen. „Dann müssen wir uns auch die Frage nach dem Standort stellen. Manche Konzepte lassen sich besser in der Nähe der Innenstadt, andere besser am Wasser umsetzen.“ Ja, mit dem Standort Rosengarten hätten er und die Landesarchäologen „gewisse Bauchschmerzen“. „Aber wenn es so sein soll, werden wir trotzdem ein gutes Konzept vorlegen.“

Karlsen wäre jedoch ein Standort mit etwas mehr „Freiraum“ lieber: „Das modernste archäologische Museum derzeit ist das MoesgaardMuseum im dänischen Aarhus. Dort gibt es auch Freiflächen für Ausstellungen, dort können die Besucher auch mal ein Picknick machen.“ Das sei am Rosengarten nicht möglich. „Es ist richtig, neu nachzudenken. Aber das muss jetzt schnell gehen.“

Andreas Meyer

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