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Bad Doberan Laptop und Smartphone in der Schule
Mecklenburg Bad Doberan Laptop und Smartphone in der Schule
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23:12 26.02.2018
Eine Schülerin fotografiert Unterrichtsmaterial mit einem Handy. Die moderne Technik bietet neue Optionen – auch beim Schummeln während Prüfungen doer Klassenarbeiten. Quelle: Jens Kalaene/dpa
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Satow/Schwerin/Neustrelitz

Während viele Schulen in Mecklenburg-Vorpommern sich mit digitalen Technologien noch schwer tun, sind die Schüler sind da oft weiter. Ein Smartphone hat von den Älteren fast jeder - was allerdings auch zum „Spicken 4.0“ einlädt. Schrieben Schüler mit Wissenslücken früher den Lerninhalt für die nächste Klausur auf ein Zettelchen und versteckten dieses möglichst gut, wird heute die fragliche Seite im Hefter abfotografiert und bei einem Toilettengang abgerufen. Erfahrene Pädagogen bedauern vor allem, dass der Lerneffekt beim Abschreiben entfällt.

Um das Schummeln per Smartphone zu unterbinden, gehen Lehrer verschiedene Wege. In vielen Schulen müssen Smartphones zum Beginn der Stunde ausgeschaltet und auf einen Tisch oder in einen Kasten gelegt werden - am Ende können die Jugendlichen ihre Geräte wieder an sich nehmen. So wird es zum Beispiel an der Regionalen Schule in Satow (Landkreis Rostock) gehalten, wie Schulleiterin Heike Walter berichtet.

Wirkung technischer Hilfsmittel überschätzt

Dass das Smartphone ihren Schülern in Prüfungen überhaupt etwas bringen würde, bezweifelt Walter. „Für die Mittlere Reife gibt es schriftliche Prüfungen in Deutsch, Mathematik und Englisch“, sagt sie. Hilfsmittel wie Duden, Wörterbuch und Tafelwerk seien erlaubt. Und wer eine Formel im Tafelwerk nicht findet, der brauche auch nicht auf der Toilette und bei Google zu suchen, meint sie.

Im Schweriner Musikgymnasium „Johann Wolfgang von Goethe“ setzt man vorsorglich aufs Analoge. Zum Vorabitur im Leistungskurs Musik wurden die Zwölftklässler angewiesen, ein CD-Abspielgerät mitzubringen, auf dem man nichts speichern kann. Mancher zieht nun mit dem alten Ghettoblaster aus Papas Jugendtagen los.

Digitalisierung beim Vermitteln von Inhalten

Einfacher wäre es, den Prüflingen das zu analysierende Musikstück per App auf ein elektronische Abspielgerät zu geben, meint Henry Tesch, Leiter des Gymnasiums Carolinum in Neustrelitz. Es gebe Apps, über die der Lehrer steuern könne, dass nur Zugriff auf das Musikstück besteht, sagt der ehemalige Bildungsminister des Landes (2006 – 2011). „Wir sind bei der Digitalisierung zu spät, aber wir können aufholen.“ Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg – davon ist Tesch überzeugt.

Wie vor 100 Jahren wird auch heute gespickt, wenn die Lösung nicht in Sicht ist. Muss das Handy abgegeben werden, hat mancher eben ein Zweithandy parat, mit dem er während Test oder Klausur zur Toilette geht, berichtet ein Schüler, der ungenannt bleiben will. Auch Ausdrucke in kleiner Schrift seien schon gesehen worden, die von weitem wie eine Bedienungsanleitung wirken. Am sichersten sei aber immer noch der mit dünnem Bleistift geschriebene Spickzettel, der weit unten im Block versteckt liegt. In der Abi-Prüfung würde aber bestimmt niemand versuchen zu betrügen. „Das Risiko, erwischt zu werden, ist zu groß.“ Im Bildungsministerium in Schwerin ist nach Worten eines Sprechers bisher nicht bekannt geworden, dass ein Schüler in einer Prüfung versucht hätte, mit dem Smartphone zu betrügen.

Online-Krankmeldung und „Schul-Cloud“ – Vorreiter Neutrelitz

Wird ein Kind krank, müssen die Eltern in der Regel morgens telefonisch im Sekretariat Bescheid geben, was in großen Schulen und in Grippe-Zeiten schwierig werden kann. Das Gymnasium Carolinum in Neustrelitz mit seinen 1100 Schülern ist da weiter: Dort gibt es seit diesem Schuljahr die „Online-Krankmeldung“ – ein Klick und die Sache ist erledigt.

Schulleiter Henry Tesch ist dem Digitalen gegenüber sehr aufgeschlossen. Sein Gymnasium gehört mit bundesweit rund 300 weiteren Schulen zur Exzellenz-Initiative MINT-EC und ist eine von 27, die im Projekt „Schul-Cloud“ internetgestützte Lernmethoden ausprobieren. Ab Klasse zehn kommt im Mathematik-Unterricht das iPad zum Einsatz, sagt er.

Iris Leithold

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