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Leckeres Angebot für hungrige Bienen

Altenhagen Leckeres Angebot für hungrige Bienen

Ehepaar sät Phacelia auf Grundstück / Sabine Woller als Ortschronistin gefragt

Altenhagen. Es ist ein Wintermorgen, an dem man wohl besser daheim bleibt. Sabine (73) und Günter Woller (81) haben sich jedenfalls dafür entschieden. „Was aber nicht bedeutet, dass wir die Hände in den Schoß legen“, sagt die Frau des Hauses und deutet auf den Wohnzimmertisch. Auf ihm stehen zwei Kartons. Der große ist mit trockenen Pflanzen gefüllt.

 

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Sabine Woller bei einer mühseligen Arbeit. Stundenlang streift sie Samen von der Bienenweide. FOTOS (6): WERNER GESKE

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Bernd Bobsin und Matthias Schmidt (vorn) bei der Reparatur eines Traktors.

Stängel für Stängel nimmt Sabine Woller in die Hände, streift geschickt den Samen ab und sammelt ihn in einer kleineren Schachtel: „Das ist Phacelia, auch Bienenweide genannt.“ Diese krautige Pflanze säen die Wollers seit Jahr und Tag auf ihrem großen Grundstück an der Rudolf-Breitscheid-Allee als ertragssteigernde Zwischenfrucht aus.

„Die lilafarbenen Blüten, die die große Fläche wie ein Teppich bedecken, sind ein Hingucker“, schwärmt das Ehepaar. Doch vor allem lieben die Immen diese ertragreiche Bienentrachtpflanze. Immerhin produziert jede der Blüten täglich Nektar mit einem Gesamtzuckergehalt zwischen 0,7 und einem Milligramm. Dadurch sind hohe Honigerträge garantiert. Deshalb freuen sich Sabine und Günter Woller, wenn es zur Blütezeit auf ihrem Grundstück summt und brummt.

„Leider gibt es hier nicht mehr allzu viele Bienen“, bedauern beide. Im Dorf sei es nur noch Helmut Stellmach, der „ein paar Bienen“ halte. Der ist jedoch dankbar dafür, dass seinen Völkern dieses Angebot gemacht wird. Ansonsten fehlt es im Revier leider an blütenbedeckten Wiesen. „Rasenflächen werden heutzutage kurz gehalten. Da blüht kaum etwas. Für Bienen gibt es dort wenig zu holen“, zuckt Sabine Woller bedauernd die Schultern. Früher sei das anders gewesen, weiß sie.

Schließlich kennt sie Altenhagen seit Jahrzehnten, obwohl die Wollers dem Dorf zwischenzeitlich untreu wurden und in Rostock lebten. Jetzt aber wohnt das Ehepaar im einstigen Elternhaus von Sabine Woller. Die enge Verbundenheit der gelernten Baumwollspinnerin mit ihrem Heimatort war Anlass für den verstorbenen Altenhäger Bürgermeister Willy Gerdel, ihr zu Beginn des neuen Jahrhunderts einen besonderen Auftrag zu geben. „Ich sollte wichtige Dokumente zur Geschichte des Dorfes zusammentragen und möglichst viele Zeitzeugen befragen“, erläutert sie die Aufgabe.

Wochenlang saß Sabine Woller deshalb im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im Mecklenburgischen Staatsarchiv, arbeitete sich dort durch Bücher, Schriften und Dokumente und befragte stundenlang Dorfbewohner. Das, was sie zusammentrug, schrieb die Rostocker Wissenschaftlerin Monika Zielke auf. 2007 kam ihr gemeinsames Buch „Schlösser und Katen im Aufbruch und Umbruch“ heraus. Ein Standardwerk mit 212 Seiten, das bis heute viele interessierte Leser findet und die Mitautorin noch immer gefragt macht, wenn es um die Geschichte des Dorfes geht.

„Ich werde häufig gebeten, über die ältere und jüngere Vergangenheit zu sprechen. Die Kenntnis über das Dorf ist besonders für unsere Neubürger wichtig, deren Zahl in den letzten Jahren ja erfreulich zugenommen hat“, meint die Chronistin.

Gute Partner der Landwirte

Der anhaltende Regen der vergangenen Monate hat den Boden aufgeweicht. Wie soll da die Frühjahrsbestellung laufen, ist die bange Frage der Landwirte. Auch die Mitarbeiter der Stotz Agrartechnik GmbH um Werkstattleiter Rolf Katzka (59) teilen die Sorgen der Bauern. Doch sie wollen alles dafür tun, dass die Maschinen laufen, wenn es wieder losgeht. „Wir, als landtechnisches Lohnunternehmen, sind jetzt dabei, Traktoren, Häcksler, Güllewagen und Mähdrescher so instandzusetzen, dass sie startklar sind“, betont Katzka.

Gerade haben sich die Maschinenführer Matthias Schmidt (45) und Bernd Bobsin (28) in der Werkstatt an der Kröpeliner Straße einen Traktor vorgenommen. „Den schauen wir uns gründlich an. Doch da er noch sehr neu ist, gibt es wohl nicht allzu viel zu reparieren“, schätzen die Fachleute ein. Auch in einer großen Halle in der Nähe des Gutshauses warten sie die Technik.

„Die Betriebsstätte in Altenhagen ist unsere kleinste in Mecklenburg. Seit 1997 sind wir dort vertreten und haben seither eine gute Partnerschaft mit den Landwirten“, sagt Martin Ganzenmüller, Stotz-Betriebsleiter für Mecklenburg. Er schätzt das Altenhäger Team wegen seiner fachlichen Kompetenz und seiner Einsatzbereitschaft. wg

Werner Geske

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Altenhagen
Mirko Grunewald ist der Besitzer des Gutshauses „Schloss Altenhagen“. Noch gilt es, einige Räume zu renovieren und zu gestalten.

Im Rahmen unserer Dorfserie sind wir heute zu Gast in Altenhagen bei Kröpelin.

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