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Bad Doberan Luftwaffen-Inspekteur bei Eurofightern
Mecklenburg Bad Doberan Luftwaffen-Inspekteur bei Eurofightern
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00:13 14.06.2018
Luftwaffeninspekteur Generalleutnant Ingo Gerhartz begrüßt vor einem Eurofighter in Laage die Techniker Andreas Möller (v.l.), Dennis Stübe, Nicole Wohlgemuth und Mirko Klaucke. Quelle: Fotos: Bernd Wüstneck/dpa
Laage

Der erste Truppenbesuch des neuen Inspekteurs der Luftwaffe, Generalleutnant Ingo Gerhartz, galt gestern dem Taktischen Luftwaffengeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage. „Das war mir wichtig“, sagt der 52-Jährige, „hier steht die Wiege für all unsere Eurofighter-Piloten.“ In Laage werden die Piloten für das moderne Waffensystem ausgebildet.

Neuer Chef übt Kritik an Einsatzbereitschaft / Von 24 Maschinen nur 16 einsatzklar

Während sich der neue Luftwaffenchef von der Professionalität der Menschen am Standort Laage – 1300 Beschäftigte, davon 1000 Soldaten und bis zu 60 Piloten – beeindruckt zeigte, übte er verhalten Kritik an den technischen Arbeitsbedingungen im Ausbildungsverband.„Die Einsatzbereitschaft ist wirklich nicht zum Besten bestellt“, sagte Gerhartz.

Von 24 Eurofightern, die gestern im Fliegerhorst Laage standen, waren nur 16 einsatzklar. Wegen fehlender Ersatzteile könnten viele Maschinen nicht abheben. Für die Ausbildung der künftigen Eurofighter-Piloten bedeute dies Unterrichtsausfall. „Ein junger Mann sollte in der Ausbildung 140 Stunden im Jahr fliegen“, erklärte Gerhartz, in der derzeitigen Situation hätte der künftige Pilot allerdings nur rund 100 Flugstunden im Jahr absolviert. Bei seinem Antrittsbesuch in Laage berichteten vor allem ältere Soldaten ihrem obersten Vorgesetzten von Sorgen um den Eintritt in die Pension angesichts von Überlegungen, das Pensionsalter anzuheben. „Da konnte ich sie beruhigen, dass das jetzt erst mal so bleibt“, sagte Gerhartz. In den Gesprächen mit Soldaten und Offizieren wurde zudem auf „immer mehr Bürokratie“ und „immer weniger Zeit“ hingewiesen. „Bei der Luftwaffe muss sich vieles verbessern“, betonte Gerhartz, der erst Ende Mai die Nachfolge von Karl Müllner angetreten hat.

Von 2000 bis 2003 war Ingo Gerhartz selbst beim Jagdgeschwader in Laage, als Kommandeur der Fliegenden Gruppe. „Damals noch auf dem Waffensystem Mig-29“, erzählt er. Eurofighter könne er nicht fliegen, doch er habe die Einführung dieses modernen Waffensystems am Fliegerhorst Laage begleitet. Drei Jahre lang habe er mit seiner Familie in Laage gewohnt, verrät Gerhartz. „Da kommen jetzt schon Erinnerungen und Emotionen an eine schöne Zeit hoch“, gesteht der Inspekteur.

Der Luftwaffenchef beförderte beim gestrigen Truppenbesuch den Kommodore des Luftwaffengeschwaders 73 in Laage, Gero von Fritschen, zum Oberst. Der hatte erst vor einigen Tagen eine zweiwöchige Übung der Luftwaffe im Herbst am Standort Laage angekündigt. „Bei dieser Übung werden Teile anderer Geschwader und Einheiten nach Laage verlegt“, berichtete von Fritschen. Es solle dabei geklärt werden, welche Kapazitäten es im Krisenfall für die Aufnahme anderer Einheiten bei weiter laufendem Betrieb des heimischen Geschwaders gebe.

In wenigen Wochen werden im Fliegerhorst Laage weitere Flugzeuge des Schwesterverbandes aus Wittmund erwartet. Das Fluggeschwader 71 mietet sich für einige Zeit ein, weil am dortigen Standort an der Start- und Landebahn umfangreiche Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. In der Zeit werde auch eine „Alarmrotte“ zur Sicherung des deutschen Luftraums dann in Laage stationiert.

Im September fliegt das Geschwader 73 mit acht Eurofightern zu einer großen britischen Übung „Cobra Warrior“ aus. „Dies ist eine sehr komplexe Luftkriegsoperation, bei der das Zusammenwirken von Luft-, See- und Landstreitkräften geübt wird“, hatte Oberst von Fritschen erklärt.

Von Laage aus startete Luftwaffeninspekteur Gerhartz gestern direkt zum zweiten Truppenbesuch. Ziel war das Hubschraubergeschwader 64 auf dem Flugplatz Laupheim südlich von Ulm. Es ist das einzige Hubschraubergeschwader der Luftwaffe.

Ausbildung für Piloten

Laage ist seit 1993 Heimat des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“. Hauptaufgabe ist die Ausbildung aller Eurofighter-Piloten der Luftwaffe. Für die Ausbildung stehen im Fliegerhorst Laage neben zwei Hörsälen für die Theorie drei hochmoderne Flugsimulatoren für die Vorbereitung und Begleitung der praktischen Ausbildung zur Verfügung. In der zweiten Jagdstaffel des Geschwaders wird anschließend die Theorie in die Praxis umgesetzt. Nach gemeinsamen Flügen mit

Fluglehrern, im dafür vorgesehenen zweisitzigen Trainer, fliegt der

Eurofighter-Pilot in der Regel schon ab der siebten Flugstunde alleine. Am Standort sind im Schnitt 25 Eurofighter stationiert. Seit Juni 2016 führt Oberst Gero von Fritschen

das Taktische Luftwaffengeschwader. Am Standort sind 1300 Menschen beschäftigt, darunter 1000 Soldaten und je nach Ausbildungsstatus bis zu 60 Piloten.

Doris Deutsch

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