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Marode Wege: Kreis fehlen 172 Millionen

Güstrow/Bad Doberan Marode Wege: Kreis fehlen 172 Millionen

Nur jede vierte Kreisstraße zwischen Rerik und Krakow am See ist in einem akzeptablen Zustand.

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Sanierungsfall: Die Kreisstra�e 6 zwischen St�low und Retschow gleicht eine Sto�d�mpferteststrecke.

Quelle: Klaus Walter

Güstrow. Autofahrer haben im Landkreis Rostock wenig zu lachen. 70 Prozent der Kreisstraßen sind in einem katastrophalen Zustand. Sie sind übersät mit Schlaglöchern, verlieren an Substanz oder auf ihnen befinden sich tiefe Mulden. Nur, dem Landkreis fehlt das Geld für dringende notwendige Reparaturen. Die Verwaltung schätzt den Investitionsstau bei den Kreisstraßen und Brücken auf gigantische 172 Millionen Euro. Lediglich für einen Bruchteil der Summe, knapp 2,5 Millionen Euro, werden 2013 Straßenbauarbeiten umgesetzt.

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Sanierungsfall: Die Kreisstra�e 6 zwischen St�low und Retschow gleicht eine Sto�d�mpferteststrecke.

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Straßenbauamtsleiter Burkhard Krause fasste auf der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Wirtschaft und Bau die Situation des vergangenen Jahres zusammen: „Die Zusammenführung der Kreise und der späte Haushaltsbeschluss haben dafür gesorgt, dass fast nichts gebaut werden konnte.“ 2012 hatte sich die Politik bis November Zeit mit der Entscheidung gelassen. Dadurch konnten nur die Baumaßnahmen mit der Stadt Güstrow (Ausbau Feldstraße) und Teterow (Ausbau Neukaler Straße) realisiert werden.

Während Baufirmen und Planer 2012 auf Aufträge monatelang warten mussten, dürfte es in diesem Jahr deutlich schneller gehen. Der Kreistag hat bereits im April den Haushalt beschlossen. Einige Vorhaben will er so schnell wie möglich in die Tat umsetzen. Hierzu zählen der Ausbau der Kreisstraße von Parkentin bis zum Ausbau Wilsen oder ein Bahnübergang in Gelbensande. Bereits ausgeführt wird die Arbeit auf der Straße zwischen Roggow und Teterow.

Geht es nach der Dringlichkeit, müsste auf den insgesamt 617 Kilometer langen Kreisstraßen fast überall gebaut werden. 70 Prozent wurden mit der Note III (156 Kilometer) und IV (279 Kilometer) benotet — und damit als kritisch eingestuft. Sie müssen saniert oder neu gebaut werden. „Eine zusätzliche Belastung erfahren die Straßen durch schwere Lkw, die einige Brücken nicht befahren dürfen und nach Ausweichstrecken Ausschau halten“, erklärt Burkhard Krause.

Sebastian Constien (SPD), Ausschussmitglied und Bürgermeister in Bützow, bestätigte die Aussage des Amtsleiters. Er forderte, dass das Land bei Straßenbauprojekten häufiger in die Pflicht genommen wird. Etwa in Plaatz. Hier arbeitet die Deutsche Bahn derzeit vor dem Ort an einer Brücke, die Durchfahrt ist gesperrt. Autofahrer und Lastwagen nutzen eine Umleitungsstrecke oder kürzen anderweitig ab. „Darunter leiden vorrangig Kreis- und Gemeindestraßen. Und hier steht oft kein Geld für Ausbesserungen zur Verfügung“, sagt Constien.

Thorsten Semrau (parteilos), Bürgermeister der Stadt Bad Doberan, macht vorrangig eine Brücke, die stadtauswärts in Richtung Retschow über eine Bahnlinie entlangführt, zu schaffen. Seit einem Jahr ist sie nur noch einseitig befahrbar. „Der Zustand der Brücke ist schlecht. Da muss sich etwas tun“, sagt Semrau.

Mit welchen Straßenbaumaßnahmen begonnen wird, entschied eine Prioritätenliste der Altkreise Güstrow und Bad Doberan. Daraus wurde ein Investitionsprogramm für die Jahre 2013 bis 2016 erarbeitet. Krause redete von einem erheblichen Sanierungsstau, da schon allein die Maßnahmen bis 2015 ausschließlich weiterführende Bauabschnitte bereits begonnener Vorhaben sind. Oder es handelt sich um Kostenteilungen, an denen sich der Landkreis beteiligen muss, aber auch bereits in Planung befindlicher Projekte und Brücken, die als „ungenügend“ eingestuft werden. Derzeit lässt der Landesrechnungshof die Kreisstraßen überprüfen. Nach Auswertung und Analyse sowie Zusammenführung der vorhandenen Prioritätenliste der beiden Altkreise soll bis Ende 2013 eine neue gemeinsame Liste zum Straßenbau erarbeitet werden.

Peter Stein (CDU), Vorsitzender des Wirtschaftsausschusses, hatte zuvor zu bedenken gegeben, dass derzeit eine Prioritätenliste vorliege, die aber nicht gemeinsam besprochen wurde.

Ende 2013 wird neue Prioritätenliste erarbeitet
Maßnahmen 2013: Ausbau der Straßen zwischen Parkentin bis Ausbau Wilsen, Roggow und Teterow, Bahnübergänge in Gelbensande und Rövershagen und der Radweg in Bartenshagen.


Eine neue Prioritätenliste wird Ende 2013 im Landkreis erarbeitet.

Mathias Otto

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