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Meeresschutz unter der Piratenflagge

Nienhagen Meeresschutz unter der Piratenflagge

Großer Anklang: Die Umweltbewegung „Sea Shepherd“ stellte sich jetzt im Ostseebad Nienhagen vor. Seit 1977 haben sich Enthusiasten dem Schutz der Meere verschrieben.

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Janette Heidrich (v.l.) und Frank Riefenstahl holten die Sea-Shepherd-Vertreter Rainer Lenthe und Marc Bornhold nach Nienhagen.

Quelle: Sabine Hügelland

Nienhagen. Auf Kuschelkurs gehen sie nicht — das zeigt schon der Totenkopf mit Wal und Delfin auf dem Schädel, Neptuns Dreizack und Hirtenstab auf der Flagge. „Sea Shepherd“, zu Deutsch „See-Hirten“, ist eine Bewegung, die sich seit 1977 dem Meeresschutz verschrieben hat. Dort vor allem für ihre Aktionen im Kampf gegen die Schlachtung von Walen in der Antarktis sowie vor Färöer, nördlich von Schottland, bekannt geworden ist.

„Aber auch an der deutschen Ostseeküste sind Schweinswale, Robben und Vögel durch Übermüllung des Lebensraums, Stellnetzfischerei und Lärmbelästigung sehr gefährdet“, stellt „Sea Shepherd“- Sprecher Rainer Lenthe ganz klar fest. Seit mehr als dreieinhalb Jahren sind sie auch hierzulande aktiv. Finanziert werden sie durch Spenden.

Was hinter „Sea Shepherd Conservation Society“ (SSCS) steckt und nach welcher Philosophie sie arbeiten, erfuhren jetzt etwa 80 Besucher im proppevollen Versammlungsraum der Feuerwehr. Ziel der Veranstaltung war es, Interessenten zu finden, die sich für die Bildung einer Regionalgruppe MV einsetzen. „Und wir wollen natürlich auch sehen, wo hier vor Ort die Probleme liegen“, machte Rainer Lenthe deutlich.

Organisator der Veranstaltung war der Nienhäger Frank Riefenstahl, der von seiner Lebensgefährtin Janette Heidrich unterstützt wurde. Die Teilnehmer kamen unter anderem von der Insel Rügen, aus Rostock, Warnemünde, Kühlungsborn, Nienhagen, Bad Doberan sowie dem Umland. Viele hatten bereits von „Sea Shepherd“ gehört. „Ich bin interessiert, weil sie sich definitiv einsetzen und nicht nur demonstrieren“, meinte etwa der Rüganer Andreas Meiner. „Sie bewirken wirklich was — die Art und Weise, wie sie an die Sache herangehen, gefällt mir.“

Sie sei „so begeistert von dem, was die Leute machen“, sagte die 69-jährige Nienhägerin Christa Zwingenberger. „Man hat überhaupt keine Vorstellung, was da auf See mit der Umwelt passiert.“ Andreas Schwienhorst von der Bund-Ortsgruppe Salzhaff-Rerik ließ es sich ebenfalls nicht nehmen, in den direkten Kontakt zu treten: „Der Abend war informativ, die Gespräche spannend, und es scheint so, als ob in unseren Breiten- und Längengraden eine Gruppe von ,Sea Shepherd‘ sehr von Nutzen wäre.“

Nach einer Vorführung des Films „Ocean Warrior“, der die Interventionen des „Sea Shepherd“-Gründers Paul Watson und der Freiwilligen gegen illegale Treibnetzfischerei und Robbenschlachten darstellt, standen „Sea Shepherd“-Volunteers für Diskussionen und Fragen zur Verfügung.

Dabei wies Rainer Lenthe auch darauf hin, dass die Küsten immer stärker verschmutzen, Plastikmüll dort überhand nimmt: „Da möchte wir Euch bitten, räumt das weg. Wenn Ihr wisst, wer Umweltverschmutzungen verursacht — wir können Tipps geben, wie man ohne blinden Aktionismus diese Leute richtig anzeigt.“

Immer mehr Einrichtungen wie Schulen und Museen zeigen größer werdendes Interesse an der Arbeit von „Sea Shepherd“ — und auch nach der Veranstaltung in Nienhagen gab es jede Menge Besucher, die jetzt bei der Bewegung mitmachen wollen.

• Infos:

www.sea-shepherd.de

Sea Shepherds „Mission“
Die 1977 gegründete Sea Shepherd Conservation Society (SSCS) ist eine internationale gemeinnützige Organisation zum Schutz der maritimen Tierwelt. „Mission“ ist es, die Zerstörung der Lebensräume und das Schlachten der Tiere in den Weltmeeren zu beenden, um die Ökosysteme und Spezies zu erhalten.

 



Sabine Hügelland

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