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Bad Doberan Millionen-Spiel: Doberan stellt Jagdfelds Pläne auf den Prüfstand
Mecklenburg Bad Doberan Millionen-Spiel: Doberan stellt Jagdfelds Pläne auf den Prüfstand
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00:00 28.02.2013
Zwischen Heiligendamm und Vorder Bollhagen plant Jagdfeld Villen und einen Golfplatz. Quelle: imago/euroluftbild.de
Bad Doberan

Denn die Stadtvertreter und das Rathaus wollen in den kommenden Wochen entscheiden, ob sie noch an den einst mit Jagdfeld vereinbarten Zielen festhalten oder ob sie komplette neue Ideen entwickeln wollen. Schon so gut wie sicher: Dem geplanten Neubaugebiet am Ortsrand von Heiligendamm droht das Aus. Ein teurer Hieb für den Investor.

„Wir haben uns geeinigt, die Bebauungspläne in Heiligendamm noch mal anzufassen“, berichtet Andreas Sturmowski. Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Rostock (IHK) sitzt dem neuen Heiligendamm- Beirat vor, in dem das Land, die Fraktionen der Stadtvertretung sowie Vertreter des Tourismusverbandes über die Zukunft des Seebades beraten. „Das Rathaus wurde beauftragt, sich zunächst die B-Pläne 18 und 30 anzuschauen — ob die Voraussetzungen von damals noch gelten oder ob neue Ziele her müssen.“ Sturmowski ist der Einzige, der über das Thema reden darf. Politiker und Bürgermeister haben sich selbst einen Maulkorb verpasst. Auch zu den Hintergründen. Denn ob die Stadt wirklich ein neues Konzept in der Tasche hat oder ob es darum geht, für die anstehenden Verhandlungen rund um das Grand Hotel, den Stichweg und den Küstenwanderweg Druck auf Jagdfeld aufzubauen, lassen alle Seiten offen.

Der Plan Nummer 30 betrifft das Hotel-Gelände und die Median- Klinik, die Nummer 18 eine Ackerfläche zwischen Heiligendamm und Vorder Bollhagen. Dort — auf einem Areal so groß wie 160 Fußballfelder (1,6 Millionen Quadratmeter) — plant Jagdfeld gleich zwei Projekte: einen Golfplatz im Süden und im nördlichen Teil — für den gilt der B-Plan 18 — eine Villen-Siedlung im Tudor-Stil.

Riesige Grundstücke, herrschaftliche Prachtstraßen. Doch dieser Traum dürfte nun platzen.

Seit 1998 besteht der B-Plan. Doch 14 Jahre danach hat sich auf dem Gelände nichts getan. Offiziell gehört die Fläche der GVB Gut Vorder Bollhagen GmbH & Co. KG. Kommanditistin ist Jagdfelds Frau Anna Maria, persönlich haftender Gesellschafter der Doberaner Peter Sähn. Aus dem Rathaus heißt es, die Planungen seien nicht mehr zeitgemäß. Für Jagdfeld eine Hiobsmeldung: Die Grundstücke sind zwar allesamt nicht beliehen, doch wenn die Stadt das Baurecht entzieht, verliert die Fläche deutlich an Wert. Aus teurem Bauland — in Kühlungsborn etwa werden für vergleichbare Lagen 250 Euro pro Quadratmeter verlangt — wird zwei Euro teures Ackerland. Rein rechnerisch droht ein Wertverlust im hohen zweistelligen Millionenbereich.

Der Plan Nummer 19, der in direkter Nachbarschaft zu den geplanten Villen einen Golfplatz samt Sporthotel vorsieht, soll übrigens unangetastet bleiben. Im Beirat soll Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes, appelliert haben, die geplante Sportanlage nicht aufzugeben. „Der Tourismusverband ist überzeugt, dass es Potenzial für weitere Golfplätze in der Region gibt“, berichtet Sturmowski.

Nach OZ-Informationen soll aber ein anderer Grund ausschlaggebend gewesen sein: Die Umgehungsstraße für Heiligendamm wurde Anfang des neuen Jahrtausends mit Fördermitteln der Europäischen Union gebaut. Das Geld gab es nur, weil der Weg als „Erschließungsstraße für das touristische Gewerbegebiet“ eingestuft wurde. Wenn die Stadt nun sämtliches Gewerbe auf der Fläche blockiert, droht eine Fördermittel-Rückzahlung in sechsstelliger Höhe.

Jagdfeld reagierte auf die Pläne der Stadt bewusst gelassen: „Wir halten uns an die geschlossenen Verträge. Für Gespräche mit unserem Vertragspartner, der Stadtverwaltung beziehungsweise der Stadtvertreterversammlung, stehen wir jederzeit zur Verfügung“, ließ er über seinen Sprecher Christian Plöger ausrichten. Welche finanziellen Folgen eine drohende Änderung der Bebauungspläne für Jagdfeld hätte und wie er darauf regieren will, ließ Plöger offen. Einziger Seitenhieb: „Der Heiligendamm-Beirat hat keinerlei Legitimation. Wir kennen ihn nur aus der Zeitung.“

Andreas Meyer

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