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Bad Doberan Klosterverein feiert 20. Gründungstag
Mecklenburg Bad Doberan Klosterverein feiert 20. Gründungstag
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15:47 17.03.2019
Der Vereinsvorsitzende von 2002 bis 2011, Günter Rein, zeigt den Bauplan einer Gutenberg-Presse. Quelle: Thomas Hoppe
Bad Doberan

Wenn das kein Geburtstagsgeschenk ist: Das Vorstandsmitglied des Vereins der Freunde und Förderer vom Kloster Doberan, Günter Rein, berichtet am Samstag zur Feier des 20. Vereinsgründungstages vom Anruf der 91-jährigen ehemaligen Äbtissin des Klosters Medingen, Frau Lüth. Sie wollte in der Vorwoche den Klosterverein verlassen, weil sie in ihrem Alter nun Ordnung machen müsse. Im weiteren Gespräch erinnerte sich die Oldenburgerin dann „an schöne Erlebnisse, besonders zu den Klostertagen“, die sie immer mitgemacht habe. Ihr Fazit nach einer Weile: „Wissen Sie was, ich bleibe Mitglied – ich möchte weiter dazugehören zu dieser wunderbaren Mannschaft, zu dem Miteinander und wünsche viele Begegnungen sowie gute Ideen“.

„Ein besseres zukunftsweisendes Wort kann man sich zu einem solchen Tag gar nicht wünschen“, meint Günter Rein, der von 2002 bis 2011 dem Verein vorsaß. Und prompt präsentiert er Ideen, die zur aktuellen Konzeptdiskussion für das heutige Hauptprojekt des Vereins – das Wiederbeleben des Wirtschaftsgebäudes – passen: Das Doberaner Kloster könne die zentrale Station auf dem europäischen Zisterzienserweg sein. „Führt diesen Weg weiter, den wir von Schlesien nach Wollin gestaltet haben. Seid der Knotenpunkt dieser Linien, die von Norden nach Süden und von Ost nach West gehen“, laute dazu ein Appell aus Polen. „Wir brauchen – gerade wenn es um das Wirtschaftsgebäude geht – Funktionen, die über unsere Klostermauern hinausweisen“, sagt Günter Rein und ergänzt, dass die Beschreibung des Zisterzienserweges von Dargun via Doberan nach Neukloster und Rehna bereits fertig sei. Dann zeigt er den Bauplan für eine Gutenberg-Presse und startet die Suche des Vereins nach ausführenden Tischlern und Sponsoren im Land.

Zuversicht und Beharrlichkeit zeichnen Klosterverein aus

Zuvor hatte Katy Hoffmeister, Vereinsmitglied und CDU-Landesministerin für Justiz und Kirchenfragen, betont, dass es die Aufgabe des Vereins sei – „wenn auch nicht allein“ –, das Kloster erlebbar zu machen, es zu erforschen und ihm einen Weg in die Zukunft zu bereiten. Die Doberanerin empfahl ein paar Blicke zurück: „Erinnern Sie sich noch, wie es aussah, das Amtshaus, das Bauhofsgelände, das Hausmeisterhaus, der Marstall... . Die Vergangenheit ist wichtig, um wertschätzen zu können, was geschafft wurde“.

Und nun wolle man endlich wieder ein Dach für das Wirtschaftsgebäude: „Die Zeichen stehen gut. Bei allen Schwierigkeiten, die noch kommen werden, gilt es Zuversicht und Beharrlichkeit zu bewahren, denn das ist der Klosterverein“, meinte dazu Katy Hoffmeister nachdrücklich.

Der Bau- und Kunsthistoriker Prof. Dr. Ernst Badstüber aus Berlin erklärt dann ausführlich warum er das Wirtschaftsgebäude aus der Blütezeit des Klosters, das 1979 durch Brandstiftung sein Dach verloren hatte, als ein europäisches Denkmal sieht. „Ein bedeutendes nationales Denkmal“, nennt es Hannes Roggelin vom hiesigen Kirchengemeinderat: „Diese Projekt benötigt unser aller Engagement!“

Bund gibt Doberaner Hausprojekt fünf Millionen Euro

Auch Bad Doberans Bürgermeister Thorsten Semrau, seit 15 Jahren im Verein, nimmt Bezug auf die Zukunft des Wirtschaftsgebäudes: „Wie Sie wissen, haben wir dafür eine Zuwendung vom Bund in Höhe von fünf Millionen Euro zugesagt bekommen. Dieses Geld ist an die Beteiligung des Klostervereins und der Stadt geknüpft, weil das Gesamtvolumen für die Sanierung rund 7,5 Millionen Euro umfasst“. Der Rathauschef erinnert an die Absichtserklärung der Stadtvertreter von 2016 und fordert, „dass nun auch die Eigenanteile im Haushalt der Stadt zur Verfügung gestellt werden. Das Geld des Bundes ist da und auch nicht zeitlich gebunden“. Weitere Aufgaben seien ein Nutzungskonzept für das Gebäude und eine Wirtschaftlichkeitsberechnung – „vielleicht gibt es die Möglichkeit einer Stiftung?“

„Das Herzstück Bad Doberans ist die Klosteranlage. Das weiß der jetzige Bürgermeister und das weiß sicherlich auch der neue Bürgermeister zu schätzen“, erklärt dazu die Landessozialministerin Stefanie Drese (SPD). Sie habe hier im April mit dem Landwirtschaftsminister einen Termin vereinbart. Da der Bund ja zu seinen fünf Millionen erhebliche Eigenmittel der Doberaner erwarte, ließe sich vielleicht auch über das Land noch etwas helfen: „Wenn wir ihm die Backhaus-Mühle zeigen, sollte dem eigentlich nichts mehr entgegenstehen“, sagt sie augenzwinkernd und heimst starken Beifall ein.

Der neue Bürgermeister Jochen Arenz gratuliert dem Verein und dankt insbesondere Bauamtsleiter Norbert Saß: „Der hat ganz ganz viel für das Kloster mit Ihnen allen zusammen getan. Danke auch an Thorsten: Was Ihr die letzten Jahre zusammen mit dem Verein auf den Weg gebracht habt, war was ganz Großes“. Der OZ sagt der künftige Verwaltungschef noch: „Wir werden alles, immer zusammen mit dem Verein, auf den Weg bringen, um das Wirtschaftsgebäude zu entwickeln – natürlich unter Beachtung des Haushaltes. Aber wir werden Wege finden, auch unkonventionelle, da bin ich ganz optimistisch“.

Eva Schürmann (1998 Vorsitzende des 1. vorläufigen Vorstands): „Nur ein Verein konnte die Aufmerksamkeit sammeln, die dieses Gelände braucht.“ Quelle: Hoppe
Traugott Ohse (führte Verein von 1999 bis 2002): „Wir hörten, dass es Leute in Doberan gab, die aus dem ganzen Gelände einen Sportplatz machen wollten“. Quelle: Hoppe
Gunter Heilemann (Vereinsvorsitz von 2011 bis 2017): „Wir sorgen uns um den Bestand, sind aber zuversichtlich. Wir haben mittlerweile sieben stabile Arbeitsgruppen“. Quelle: Hoppe
Dr. Angelika Rosenfeld (Vereinschefin seit 2017): „Wir zählen heute über 150 Mitglieder und haben 140 000 Euro gesammelt, die allein für das Dach sind.“ Quelle: Hoppe

Thomas Hoppe

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