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Bad Doberan Mit der Rheuma-Liga stark durchs Leben
Mecklenburg Bad Doberan Mit der Rheuma-Liga stark durchs Leben
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00:00 29.08.2018
Die AG-Vorsitzende Diana Schemel, Kassenwartin Jutta Prüfer sowie Gabrielle Girtz und Sandra Thias (v. l.) vom Landesverband. Quelle: Foto: Sabine Hügelland
Parkentin

Es zieht, reißt oder fließt – der Rheuma-Schmerz hat viele Gesichter. 470 Arten von Rheuma gibt es. Die Volkskrankheit betrifft immer mehr Menschen. Betroffene können sich der Deutschen Rheuma-Liga anschließen. Derzeit zählen die Arbeitsgruppen (AG) rund 300000 Mitglieder. Die Liga ist eine der größten Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich und wurde 1970 gegründet.

27 AGs – sie werden von viele Ehrenamtlern getragen – mit 3800 Mitgliedern und einem Elternkreis hat die Rheuma-Liga in Mecklenburg-Vorpommern. Die AG Bad Doberan, zu der auch Kühlungsborn, Heiligendamm und Rerik gehören, besteht seit 25 Jahren. Ein Grund zum Feiern für die 260 Mitglieder im Alter von Mitte 20 bis über 90 Jahren, die sich dafür die Gastwirtschaft „Zum Kutscher“ in Parkentin aussuchten. Mehr als 100 Gäste folgten der Einladung. Unter anderem gab es eine Tombola – Hauptpreis war ein Restaurant-Gutschein. „Ein großer Dank geht an den Inhaber Holger Leverenz, der unsere Feier hier möglich machte, denn eigentlich wäre heute im Kutscher Ruhetag. Auch an die Mitglieder und Unterstützer für die gute Zusammenarbeit“, sagte die Vorsitzende der AG Bad Doberan Diana Schemel.

Die 51-Jährige ist seit ihrem 48. Lebensjahr wegen starken Rheumas berentet. „In der AG machen wir Mut, unterstützen uns und bieten Hilfe an. Aber es geht auch darum, die Krankheit mal für einige Zeit zu vergessen und sich anderen Themen zu widmen“, erklärt die Parkentinerin. Vierteljährlich treffen sich die Mitglieder in der Doberaner Stadthalle. „Manchmal auch öfter, wie vor Weihnachten und Ostern“, sagt sie. Zu den Treffen werden hin und wieder Ärzte eingeladen, die über mögliche Therapien sprechen. Auch neue Medikamente werden vorgestellt, Themen wie die Patientenverfügung besprochen, Vorträge gehalten oder gebastelt, um die Beweglichkeit zu unterstützen. „Die Krankheit beginnt meist mit Morgensteifheit und Schmerzen in den Gelenken, die auch gerötet sind“, erklärt Diana Schemel.

Seit ein paar Jahren arbeitet die Rheuma-Liga mit Krankenkassen zusammen, sodass Funktionstrainings angeboten werden können, die eine wirksame Maßnahme zur aktiven Krankheitsbewältigung darstellen.

Wasser- und Trockengymnastik beispielsweise sind medizinische Übungsbehandlungen, die gezielt eingesetzt werden und unter Aufsicht und Anleitung speziell ausgebildeter Krankengymnasten stattfinden.

„Wir sind dankbar für die Unterstützung der Krankenkassen und der Rheuma-Liga“, sagt die 57-jährige Jutta Prüfer, Kassenwartin in der AG Bad Doberan. Sie leidet unter leichtem Rheuma und starken Wirbelsäulenproblemen. „Wir sehen nicht alles so stockernst. Und treten lieber in den Erfahrungsaustausch“, betont sie. „Der Partner sollte mitspielen und unterstützen“, so Diana Schemel, deren Mann bei der Vorbereitung zum Fest half. „Rheumatiker brauchen Ruhephasen. Ich habe mir zum Beispiel den Vormittag freigeräumt, damit ich den Nachmittag durchstehe.“ Ohne starke Medikamente würde sie das allerdings nicht aushalten. „Doch wir in der Rheuma-Liga wollen zeigen, dass man mit der Krankheit leben kann, sich aber arrangieren muss.“ Reisen ist möglich, sollte jedoch gut geplant und die Medikamente danach abgestimmt werden. Nach vorne schauen, nicht zurück, das sei wichtig. Die Koordinatorin und Projektmanagerin Gabriele Girtz und die Mitarbeiterin für Funktionstraining Sandra Thias vom Landesverband Mecklenburg-Vorpommern kamen auch in den „Kutscher“.

Die Organisation vertritt unter anderem die Interessen Rheumakranker gegenüber Politik, Gesundheitswesen und Öffentlichkeit. Sie ist auch im Bereich Forschung aktiv und engagiert sich um entsprechende Förderung.

Sabine Hügelland

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