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Bad Doberan Münster: Reiter sitzt wieder fest im Sattel
Mecklenburg Bad Doberan Münster: Reiter sitzt wieder fest im Sattel
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00:01 09.02.2018
Noch sind Hofmeister Samuel Behr und sein Pferd verhüllt – doch die Restaurierung des Reiterstandbildes im Doberaner Münster geht auf die Zielgerade. Quelle: Fotos: Lennart Plottke

Endlich kommt zusammen, was zusammen gehört: Wenn auch noch verhüllt, sitzt das hölzerne Abbild des Fürstlich Mecklenburgischen Geheimen Rates und Hofmeisters Samuel Behr (1575-1621) wieder auf dem stolzen Ross seiner Grabanlage in der nördlichen Chorumgangskapelle des Doberaner Münsters. Vorausgegangen waren im Sommer 2017 der aufwendige Rücktransport des Pferdes sowie im Oktober das Replatzieren der Teile von Sattel und Zaumzeug. „Damit wurden alle Teile wieder vereint, die im zurückliegenden Jahr in der Pribislav-Kapelle und in einer Hamburger Restaurierungswerkstatt getrennt voneinander bearbeitet wurden“, freut sich Münster-Kustos Martin Heider.

Eine besondere Herausforderung stellte die Materialvielfalt am Grabmal dar.Martin Heider Münster-Kustos

Mit der Rückführung des Gräflichen Reiters ist die aufwendige Restaurierung des Grabmals bis auf wenige Restarbeiten abgeschlossen. Sie hatte bereits im Herbst 2013 mit umfangreichen Voruntersuchungen und der Erarbeitung eines Restaurierungskonzeptes begonnen und wurde ab Herbst 2014 ausgeführt. „Eine besondere Herausforderung stellte die Materialvielfalt am Grabmal dar, die mit Stein, Holz, Textil und Leder sowie Metall ungewöhnlich umfangreich war und die eine Bearbeitung durch entsprechende Fachrestauratoren erfordert hat“, erklärt Heider. „Hinzu kam die Einbindung weiterer Spezialisten – etwa für die Stickstoffbegasung der Holzteile oder den vorsichtigen Aushub des Unterbodens um das Grabmal unter Federführung von Archäologen.“ Die gesamte Restaurierung sei eng vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege begleitet worden, macht der Kustos deutlich.

Neben der intensiven Bearbeitung des äußeren Erscheinungsbildes des Reiterstandbildes sollen vor allem zwei komplexe Maßnahmen den Bestand für die nächsten Jahrzehnte sichern. „Durch das Einschieben von zusätzlichen Horizontalsperren unter die Postamente der Säulen und das Einbringen von kapillarbrechendem Material um das Grabmal wurde die aufsteigende Feuchtigkeit, die im unteren Bereich bereits zu ausgeprägten Schäden geführt hatte, deutlich reduziert“, erklärt Martin Heider. „Andererseits wurde die durch Rostsprengung mehrfach gerissene Deckplatte des Sarkophags durch eine neue im gleichen Material ersetzt und das Pferd neu montiert.“

Durch unvorhergesehene Ereignisse während der Restaurierung – so wurden etwa Mauerreste einer Grabtumba im Unterboden gefunden – habe sich das Ende der Arbeiten immer wieder verzögert, so Heider:

„Umso erfreuter ist das Restauratoren-Team, das Grabmal im ersten Quartal 2018 fertigstellen zu können.“ Abgeschlossen werden die Arbeiten demnächst mit der Anfertigung von neuen Sporen für den Reiter sowie der Installation einer der Örtlichkeit angepassten dezenten Beleuchtung.

Unterstützt wurde die Restaurierung und Konservierung des Reiterstandbildes von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Ostseesparkasse Rostock. Dazu kamen Eigenmittel aus dem Münsterhaushalt der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Bad Doberan, eine Zuwendung aus dem Münsterbauverein, dem Denkmalfonds der Nordkirche, Patronatsmittel sowie eine große Privatspende.

Infos: www.muenster-doberan.de

Lennart Plottke

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