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Bad Doberan Musik, Literatur und Gespräche
Mecklenburg Bad Doberan Musik, Literatur und Gespräche
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00:00 24.08.2017
Bad Doberan

Sommerfest, Ausstellung, Kindertheater – zum 133. Geburtstag von Ehm Welk haben der Freundeskreis Ehm Welk und die Stadt Bad Doberan einige Veranstaltungen organisiert, die erstmals in einer Ehm-Welk-Woche stattfinden, die heute beginnt. In dieser werfen sie unter anderem einen Blick auf die Heimat und Freunde des Autors der „Heiden von Kummerow“, der seine letzten Lebensjahre von 1950 bis 1966 in Bad Doberan verbrachte. Veranstaltungsort ist das Haus des Schriftstellers, das sanierungsbedürftig ist. Doch die geplante Sanierung im nächsten Jahr ist erst einmal vom Tisch.

Ein lebendiger Diskurs über gesellschaftliche Themen und über Literatur – das hat sich Ehm Welk gewünscht, als er der Stadt das Haus vermachte. Und es sollte ein Ort für Kinder und Jugendliche werden. Und so wird die Ehm-Welk-Woche anlässlich seines 133. Geburtstages am Dienstag heute auch mit einem Kindertheater eröffnet, gefolgt von Abenden mit Lesung, Musik und Gesprächen (siehe Infokasten). Mit Gitarrenmusik von Hagen Barz, der heute Abend uckermärkische Impressionen wiedergibt, wird an die Heimat des Autors in der Uckermark erinnert. Und mit den Bildern von Willi Steinert an den Wänden des einstigen Wohnzimmers und im ersten Stock wird die Verbindung zu Ehm Welks Freunden geschaffen. „Mit Willi Steinert hat Ehm Welk zwei Bücher herausgebracht. 1930 ,Seebär ahoi’ und 1954 ,Mutafo’“, sagt Heidi Greßmann vom Freundeskreis Ehm Welk. Die Zeichnungen an der Wand erinnern an die Skizzen in dem Buch.

An den Nachlass Willi Steinerts sei der Freundeskreis durch einen Anruf eines Cuxhavener Möbelrestaurators gekommen, der auf die Werke aufmerksam wurde und einen Weg suchte, sie der Öffentlichkeit zu zeigen. „Hier haben wir einen unbekannten Schatz mit Bezug zu Ehm Welk, da Willi Steinert schon ein Jugendfreund war“, erläutert Ulla Golombek, Vorsitzende des Freundeskreises. Der Freundeskreis entwickelte die Idee, Ehm Welk und seine Freunde zu thematisieren. Nach Willi Steinert folgt der Bildhauer Reinhard Schmidt.

Freundeskreis sieht Potenzial

Gespräche in ungezwungener Atmosphäre wünschen sich die Ehm-Welk-Freunde beim Sommerfest am Sonntag im Garten. „Es fällt bei den Veranstaltungen auf, dass die Leute das zu schätzen wissen, sich hier in guter Atmosphäre zu unterhalten“, sagt Ulla Golombek. „Literaturinteressierte sind dankbar über den Austausch, der hier möglich ist.“ Und das soll auch in Zukunft so bleiben. „Wir merken, was hier für ein Potenzial ist“, sagt Monika Schneider vom Freundeskreis. Beim „Strandgut-Malen“ mit der Künstlerin Mauga Houba-Hausherr seien in der vergangenen Woche 13 Kinder im Ehm- Welk-Haus gewesen, plus Mütter und Großeltern.

Doch der Freundeskreis stößt auch an seine Grenzen. „Wir haben in diesen Wochen jede Woche zwei Veranstaltungen gehabt, im Ehrenamt organisiert, das geht an die Substanz“, sagt Monika Schneider. „So wie es jetzt ist, ist es eine Übergangslösung gewesen, bis das Haus saniert wird“, fügt Ulla Golombek hinzu. „So eine Belastung kann man nicht unendlich aushalten.“

Geld für die Sanierung fehlt

Die Sanierung sollte 2018 passieren, ein neues Konzept umgesetzt werden. Während das Haus derzeit nur an zwei Tagen in der Woche für jeweils drei Stunden geöffnet ist, soll es künftig permanent genutzt werden. Unter anderem soll ein Forum für Kinder- und Jugendarbeit mit regelmäßigen Bildungsangeboten, wie beispielsweise Lesewettbewerbe, Schreibwerkstätten und Sprachkurse, etabliert werden.

Als Kultur- und Literaturhaus soll das Ehm-Welk-Haus wieder allen Bewohnern sowie Schulklassen und Vereinen offen stehen.

Die Stadtvertreter stimmten zu, für Sanierung und Ausbau einen Förderantrag zu stellen. Die Gesamtkosten für die Sanierung werden auf 480000 Euro geschätzt. Eine Umsetzung der Sanierung im nächsten Jahr sei derzeit nicht realisierbar, teilte Bauamtsleiter Norbert Sass jetzt mit. Die Finanzierung sei noch nicht gesichert. Freundeskreis und Stadt wollen jetzt miteinander sprechen, wie es weitergehen kann.

Anja Levien

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