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Bad Doberan Mysteriöser Kunstdiebstahl am Schwanenteich
Mecklenburg Bad Doberan Mysteriöser Kunstdiebstahl am Schwanenteich
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00:33 03.05.2018
Kunsthallen-Chef Jörg-Uwe Neumann kann es immer noch nicht fassen. Er zeigt die Stelle, an der die Skulptur „Großer Stehender“ stand. Quelle: Fotos: Ove Arscholl (2), Sabine Hügelland
Rostock

Hundeelend sei ihm zumute gewesen, erzählt Bildhauer Wilfried Schröder, als er in seinem Wohnort Kühlungsborn die Nachricht aus Rostock erhielt. Seine 1,93 Meter hohe Bronzeplastik „Großer Stehender“ wurde vor der Kunsthalle gestohlen. Weg ist auch die lebensgroße Figur „Eselreiter“. Die genauen Umstände des Verschwindens der schweren Bronzen sind noch völlig unklar, erklärte gestern Polizeisprecherin Yvonne Hanske.

Zwei lebensgroße Bronzeplastiken an der Kunsthalle verschwunden / Künstler entsetzt / Polizei lässt Taucher nach dem Kranich suchen

Wilfried Schröder wollte seinen „Stehenden“ von 1982 eigentlich ins Zentrum einer großen Ausstellung stellen. „Ich kann nur hoffen, dass die Figur vielleicht bei einem Schrotthändler wieder auftaucht.“ Zugleich muss er Kulturamtsleiterin Michaela Selling die Hoffnung nehmen, dass es einen Nachguss geben könnte. Die Gipsform existiert nicht mehr. „Ich bin absolut entsetzt“, kommentiert Michaela Selling den Kunstdiebstahl und vermutet kriminelles Interesse am Metall. Außerdem versucht sie, Kontakt zum Nachlassverwalter des 2014 gestorbenen Bildhauers Gerhard Rommel aufzunehmen, um zumindest einen Nachguss vom „Eselreiter“ zu bekommen. Den hatte Rommel 1969 für den Schwanenteichpark geschaffen.

Spaziergänger entdeckten den leeren Sockel

Gegen die Metalldiebe gebe es kaum einen Schutz. „Ich lasse jetzt alle Plastiken an den Sockeln verschweißen.“ Das mache es den Tätern zumindest schwerer. Im Übrigen appelliert Michaela Selling an die Bevölkerung, Verdächtiges sofort der Polizei zu melden. Die sucht jetzt Zeugen, die Beobachtungen zum Verschwinden der beiden Plastiken gemacht haben. Hinweise werden unter Telefon ☎ 0381/49161616 oder in jeder Dienststelle entgegengenommen. Am 27. April hatten Spaziergänger entdeckt, dass der „Eselreiter“ nicht mehr auf seinem Sockel steht, und das der Polizei per Internetanzeige mitgeteilt, berichtet Yvonne Hanske. Die Beamten stellten dann am Schwanenteich mit Mitarbeitern der Kunsthalle fest, dass auch der „Große Stehende“ aus dem Skulpturenpark verschwunden war. Während der „Eselreiter“ etwas entfernt von der Kunsthalle stand, befand sich der „Stehende“ unmittelbar am Gebäude. Leiter Jörg-Uwe Neumann ist fassungslos. „Ich bin traurig. Das hat mich total getroffen.“ Zumal der Skulpturenpark erst vor Kurzem geschaffen wurde. „Die Figur fehlt jetzt natürlich im Ensemble.“

Polizei will Taucher ins Fischerdorf schicken

Zum genauen Gewicht können weder Jörg-Uwe Neumann noch Yvonne Hanske etwas sagen. Mehrere Hundert Kilo werden das zusammen wohl sein. „Die Figuren trägt man nicht so einfach weg“, sagt die Polizeisprecherin. Ermittelt werde in alle Richtungen, auch ob die Plastiken vielleicht doch einfach nur im Schwanenteich gelandet sind. Diese Überlegung hängt mit den Erfahrungen zusammen, die die Polizei erst vor einigen Tagen mit einer anderen Bronzefigur machte. Vergangene Woche hatten „Schatzsucher“ eine Bronzeplastik, einen großen Flamingo, aus dem Teich im Fischerdorf gezogen. Dieser gehörte zu einer Plastik, die bereits im Jahr 2010 verschwunden war. Vom dazugehörigen Kranich fehlt allerdings noch jede Spur.

Deshalb nimmt die Polizei den Teich noch einmal genauer unter die Lupe. Der Einsatz von Tauchern werde geprüft, erklärt Polizeisprecherin Dörte Lembke. Der Teich im Park zwischen Evershagen und Lütten Klein ist stark zugewachsen, rund 2,5 Hektar groß, im Schnitt 2,50 Meter tief und gilt als Angelgewässer. „Einen Termin für die Taucher gibt es noch nicht.“

Thomas Niebuhr

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