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Neubukow Alarm: In Dörfern ist Löschwasser knapp
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Alarm: In Dörfern ist Löschwasser knapp
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07:24 04.04.2014
Ein Feuer bricht aus und das Löschwasser reicht nicht — ein Albtraum für jeden Feuerwehrmann. Quelle: Tretropp

Die Kröpeliner Feuerwehr hat Probleme. Personalsorgen bei Einsätzen, Mängel bei der Bereitstellung von Löschwasser in den ländlichen Ortsteilen sowie Beanstandungen an Gerätehäusern durch die Feuerwehr-Unfallkasse machen den Brandschützern der Schusterstadt arg zu schaffen.

Auch bräuchte die Wehr dringend ein neues Tanklöschfahrzeug. „Wenn das technisch so ausgestattet ist, dass damit auch der Winterdienst erledigt werden kann, könnte die Stadt damit gleich ein anderes Problem lösen“, schlägt Roland Bull, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Kröpelin, vor. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, gerade wenn es um die Belange der Feuerwehr geht.

Und so redete der Wehrführer auch Klartext bei der Jahreshauptversammlung am vergangenen Wochenende. Trotz erfreulicher Mitgliederzahlen gebe es erhebliche Probleme, im Alarmfall an Wochentagen die erforderliche Anzahl an Einsatzkräften zusammenzubekommen, kritisierte Bull. Zu wenig Atemschutzträger stünden gerade in der Woche und am Tage zur Verfügung. Die fehlenden Einsatzkräfte seien ein unhaltbarer Zustand und nicht länger hinnehmbar. Auch die Landespolitik sei hier gefordert. „Aber wir haben diese Probleme nicht erst seit heute, das ist alles lange bekannt“, betont der Feuerwehr-Chef. Immer wieder habe er auch den Zustand der unzureichenden Löschwasserversorgung gegenüber der Stadtverwaltung angesprochen. „Von der Stadt, dem Träger des Brandschutzes, wurde leider bis heute nichts in dieser Richtung unternommen“, beklagt Bull. Während in anderen Gemeinden der Region Löschteiche vorsorglich saniert wurden, werde die Wasserentnahme im Verantwortungsbereich der Stadt Kröpelin zum Glücksspiel. Gleich mehrere Löschteiche in den Dörfern müssten dringend entschlammt und ausgebaut werden, wenn man ausreichend Löschwasser zur Verfügung haben wolle. „Ich weiß

nicht, woher wir das Wasser nehmen sollen, wenn es in der Kühlung brennt. Der Teich im Bereich der Ortswehr Diedrichshagen reicht dafür nicht“, warnt Bull.

Einen Fall von Wasserknappheit bei einem Brand erlebten die Feuerwehrleute im vergangenen Jahr bei einem Einsatz in Altenhagen. Der Teich am Plattenweg nach Schmadebeck war für eine Wasserentnahme durch die Feuerwehr nicht vorbereitet. „Nur mit großem Aufwand und durch Glück konnte das nötige Löschwasser damals noch herbeigeschafft werden“, erinnert sich Roland Bull.

Dass die 55 Einsätze der Kröpeliner Feuerwehr im vergangenen Jahr dennoch erfolgreich verliefen, sei vor allem dem großen Einsatz der Mitglieder, ihrem guten Ausbildungsstand und dem Zusammenhalt in der Wehr zu verdanken. Für den Fortbestand der drei Ortswehren in Altenhagen, Groß Siemen und Diedrichshagen will sich der Kröpeliner Feuerwehrchef weiterhin starkmachen.

„Wer immer noch glaubt, dass wir die Ortswehren nicht brauchen und darauf verzichten könnten, der kennt die Realität nicht“, argumentiert Bull. Er ist davon überzeugt, dass nur noch wenige Mitglieder aus den Dörfern in der Wehr verblieben, wenn man die Ortswehren abschaffen würde. Gut die Hälfte der 85 Mitglieder aber kommen aus den Ortsteilen der Stadt Kröpelin.

Alle Probleme zusammen hält der Wehrführer inzwischen für schwerwiegend genug, dass sich die Kommunalpolitik eingehender damit befassen müsste. „Was wir brauchen, ist ein Brandschutzkonzept, in dem festgelegt wird, welches Problem sofort gelöst wird und welche Punkte mittel- und langfristig zu erledigen sind“.

Freiwillige Feuerwehr Kröpelin
55 Einsätze führte die Freiwillige Feuerwehr Kröpelin im Jahr 2013 durch. Knapp ein Drittel davon waren Löscheinsätze in Kröpelin und Nachbargemeinden.
85 Mitglieder zählt die Freiwillige Feuerwehr Kröpelin insgesamt. Gut die Hälfte davon stammt aus den Löschtrupps der Ortswehren.
Wir haben die Probleme nicht erst seit heute, das ist alles lange bekannt.“Roland Bull, Wehrführer Kröpelin



Rolf Barkhorn

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