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Neubukow Pro- und Kontrastimmen: Kröpelin will Bahnhofstraße sanieren
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Pro- und Kontrastimmen: Kröpelin will Bahnhofstraße sanieren
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06:00 25.10.2018
Die Bahnhofstraße in Kröpelin soll vollständig saniert und für den Durchgangsverkehr geöffnet werden. Quelle: Rolf Barkhorn
Kröpelin

In einer Bürgerversammlung sind am Dienstagabend die Pläne für den Ausbau der Bahnhofstraße in Kröpelin vorgestellt worden. Mehr als 20 Einwohner kamen der Einladung der Stadt nach. Das Vorhaben, die seit Ende der 1990er Jahre teilweise gesperrte Bahnhofstraße wieder für den Durchgangsverkehr zu öffnen, stieß auch auf Kritik. Die Befürchtung: mehr Verkehr in der Innenstadt.

Henning Trommet, Mitarbeiter vom Planungsbüro Dorsch-Consult, erklärte, dass das Projekt sich in der Entwurfsplanung befinde und nach der Bürgerbeteiligung die Genehmigungsplanung in Angriff genommen würde. Mit einem Baubeginn sei frühestens im Frühjahr oder Sommer 2019 zu rechnen. Mit dem Vorhaben, das Bauamtsleiter Rüdiger Kropp als „größte Investition der Stadt Kröpelin seit Langem“ bezeichnete, soll vor allem die Verbesserung der Anbindung der Stadt Kröpelin an den öffentlichen Personen-Nahverkehr erreicht werden. Die Wiederherstellung des beidseitigen Durchgangsverkehrs von der Einmündung der Wismarschen Straße bis zum Anschluss an die Bützower Straße geht einher mit der Errichtung neuer Bushaltestellen auf Bahnhofshöhe.

Die Gesamtkosten des Projektes schätzt Trommet auf rund 1,2 Millionen Euro. Bauamtsleiter Kropp berichtete, dass die Stadtverwaltung zwei Förderanträge ausgearbeitet habe. Zum einen erhoffe man sich aus EU-Mitteln eine 75-prozentige Förderung des Vorhabens. Mit weiteren Fördermitteln könnte der Eigenanteil der Stadt weiter reduziert werden.

Kritiker befürchten mehr Verkehr in der Innenstadt

Einige anwesenden Bürger hatten Einwände zum Bauvorhaben. So meinte Volker Hinrichs: „Mit dem Ausbau der Bahnhofstraße holen wir uns den Verkehr von der Umgehungsstraße in die Stadt.“ Ähnlich kritisch äußerte sich Stadtvertreter Guido Winkler (FWG): „Wir bauen diese Straße für die Neubukower, die von der Autobahn schneller nach Hause wollen und für die Urlauber, die schneller nach Kühlungsborn wollen, die Kröpeliner haben nichts davon.“

Dem widersprach Bürgermeister Thomas Gutteck (parteilos). Das Busunternehmen Rebus habe großes Interesse an dem Projekt. Mit dem Ausbau der Straße und dem Bau der neuen Bushaltestellen werde das Unternehmen den Takt des Busverkehrs nach Kühlungsborn erhöhen. Davon würden vor allem die Kröpeliner profitieren. Rentner Gerd Friese, der in der Nähe der Bahnhofstraße wohnt, schlug vor, die Standorte für die Haltestellen zu überdenken, weil sich am vorgesehenen Platz zwischen den Gebäuden die Auspuffgase der Busse bei Windstille ansammeln würden.

Klare Absage an südliche Umgehungsstraße

Volker Hinrichs wies auch darauf hin, dass mit Wiederherstellung der Bahnhofstraße der Verkehr in der Wismarschen Straße stark zunehmen werde. Diese sei aber samt Bürgersteig schon jetzt in einem schlechten Zustand und müsste mit erneuert werden. Hier antwortete Gutteck, dass auch das in Angriff genommen werde und Fördermittelanträge dafür gestellt würden. Einem weiteren Vorschlag von Hinrichs, eine südliche Umgehungsstraße als Verbindung zwischen Autobahn-Zubringer und Bundesstraße, wieder ins Kalkül zu ziehen, erteilte Gutteck eine Absage mit dem Hinweis, dass das Projekt einer Südtangente zurzeit politisch nicht mehrheitsfähig sei.

Die Stadt Kröpelin will 1,2 Millionen Euro in die Wiederherstellung der Bahnhofstraße investieren und damit den Durchgangsverkehr zwischen Bützower Straße und Wismarscher Straße beidseitig öffnen.

Dass durch die Öffnung der Bahnhofstraße vor allem der regionale Schwerlastverkehr die kürzere Verbindung nutzen könnte, befürchtete Ulli Holdag und schlug eine Tonnagebegrenzung vor. Diese sei aber nicht vorgesehen und bei den Behörden auch nicht durchsetzbar, führte Planer Trommet aus.

Stadtvertretung wirbt für das Vorhaben

Aber es gab auch Lob für die Planung. „Das ist eine gute Sache für viele Kröpeliner, die zu Fuß im Ort unterwegs sind und so besser zum Bahnhof oder zum Bus kommen“, hieß es aus dem Publikum. Und auch Veikko Hackendahl, (CDU) Vorsteher der Kröpeliner Stadtvertretung, warb für das Projekt. „Wir holen damit nicht mehr Verkehr in die Stadt, aber wir verteilen ihn besser, weil andere stark frequentierte Straßen dadurch entlastet werden. Und wir verbessern mit dem Ausbau des öffentlichen Personen-Nahverkehrs und der besseren Erreichbarkeit der Haltestellen ein Stück weit die Lebensqualität für die Bürger unserer Stadt.“

Rolf Barkhorn