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Bull: Ein schwarzes Jahr fürs Ehrenamt

Kröpelin Bull: Ein schwarzes Jahr fürs Ehrenamt

Kröpelins Gemeindewehrführer kritisierte vor der Jahreshautpversammlung Verhalten des Bürgermeisters.

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Uns begleitete ein fragwürdiger Umgang mit dem Ehrenamt Feuerwehr und der Gemeinde.“Roland Bull, Gemeindewehrführer

Quelle: Thomas Hoppe

Kröpelin. Zu wenig Personal — und keine Hilfe aus dem Rathaus: Auf der Jahresversammlung der Kröpeliner Feuerwehr ging es am Wochenende richtig zur Sache. Das vergangene Jahr hätte die Wehr ein „fragwürdiger Umgang mit dem Ehrenamt Feuerwehr und der Gemeinde“ begleitet, sagte Gemeindewehrführer Roland Bull. Es sei ihm „nicht gerade einfach gefallen, diesen Jahresbericht zu erstellen“. Vor allem von Bürgermeister Hubertus Wunschik (Grüne) fühlen sich die Retter auch weiter im Stich gelassen.

Laut Bulls Bilanz gab es für die Kröpeliner Wehr im Vorjahr 22 Alarmierungen, je acht für die Feuerwehr Groß Siemen/Schmadebeck sowie die Wehr Altenhagen und für die Feuerwehr Jennewitz elf Alarmierungen. „Wir können auf unsere Ortswehren nicht verzichten, die Anzahl der Alarmierungen spricht für sich“, unterstrich der Gemeindewehrführer.

Beim Aufarbeiten der Einsätze sei einmal mehr deutlich geworden, dass es in der Woche in allen Wehren von 6 bis 18 Uhr massive Personalprobleme gebe. „Seit 2010 mache ich regelmäßig auf dieses Problem aufmerksam — bis heute hat sich nichts zum Positiven geändert“, sagte Roland Bull und schilderte den Einsatz seiner Wehr am 25. Mai 2012, als es vormittags in Kröpelins Raiffeisenbank brannte: „Die Kröpeliner Feuerwehr rückte mit sechs Einsatzkräften, davon nur ein Atemschutzgeräte-Träger aus. Rein rechtlich und fachlich waren wir nicht einsatzfähig. Aber der Brand konnte gelöscht werden.“

Besonders verärgert habe ihn bei diesem Einsatz, dass der Dienstvorgesetzte der Feuerwehr, der Bürgermeister, 50 Meter weiter an der Bushaltestelle gestanden hätte und „sich nicht im Entfernstesten für die Vorgänge neben sich interessierte“, sagte Roland Bull. Bereits 2012 hatte Bull eine Liste aller Einsätze — inklusive der Soll- und der Ist-Stärke der Wehr bei Notfällen — an die Stadtverwaltung und den Bürgermeister übergeben — verbunden mit einer wichtigen Frage: Wie soll es weitergehen? Bis heute hätte er von Wunschik dazu keine Vorschläge bekommen: „Ich denke, dass hier gar kein Interesse an der Lösung des Problems vorliegt“.

Letztlich bestehe die Gefahr, dass die Einsatzkräfte überlastet werden und diese Menschen irgendwann auch die Lust am Einsatz verlieren werden, warnte Bull und sagte: „Die ersten Signale sind für mich schon erkennbar.“ Es werde allerhöchste Zeit, dass der Verantwortliche für den gemeindlichen Brandschutz endlich seine Arbeit mache und „nicht sein Amt verwendet um Feuerwehrangehörige zu beleidigen und zu schikanieren.“

Im März 2012 hatte der Vorstand der Gemeindefeuerwehr der Stadt Kröpelin mitgeteilt, dass alle Wehren „aufgrund von Vorkommnissen hinsichtlich des Bürgermeisters und der Feuerwehren nach dem Bürgerentscheid“ ihre freiwilligen Leistungen einstellen. „Das sollte ein eindeutiges Zeichen sein, dass der Umgang mit dem Ehrenamt Feuerwehr durch den Dienstherren sehr zu wünschen übrig lässt.

Dieses Zeichen wurde nicht erkannt“, stellte Roland Bull fest und erinnerte daran, dass es zur Lage am 16. April auch ein dreistündiges Gespräch des Gemeindewehrführers mit der Kommunalaufsicht des Kreises gegeben hätte sowie Gespräche mit dem Landrat und dem Bürgerbeauftragten des Landes. Im April 2012 wurde Roland Bull als Wehrführer wiedergewählt. Nach Querelen mit dem Bürgermeister wurde er erst Mitte Dezember vereidigt. „Für mich gilt das vergangene Jahr als das schlechteste in meiner 32-jährigen Dienstzeit, hinsichtlich der Entwicklung unserer Feuerwehren und des Umgangs mit dem Ehrenamt Feuerwehr durch einen Einzelnen“. sagte Roland Bull.

Im Namen der Stadtvertreter, von denen auch Karin Reichler und Manfred Schwarz erschienen waren, dankte Vize-Stadtvertretervorsteher Thomas Gutteck den Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Letztlich könnten nur Politik, Verwaltung, Wirtschaft und die Bürger die Probleme der Wehr gemeinsam lösen. Vize-Kreisbrandmeister Andreas Wegener verwies unter anderem auf das Eckpunktepapier des Innenministers, zu dem die Wehren bis zum 5. Mai zuarbeiten sollten, denn überall hätten die Wehren Personalprobleme.

Starke Jugendfeuerwehr
Zur Kröpeliner Feuerwehr gehören 80 Mitglieder in der Einsatzreserveabteilung, 17 in der Ehrenabteilung und 27 in der Jugendfeuerwehr. Es sind 11 Mädchen und 16 Jungs (7-16 Jahre).

Thomas Hoppe

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