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Neubukow „Der Schulbus kommt immer durch“
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow „Der Schulbus kommt immer durch“
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00:00 19.04.2013
Anwohner vom Brusower Landweg Karin (l.) und Jana Burmeister: „Oh, die Tür wird dreckig!“ Quelle: Thomas Hoppe
Kröpelin

Karsten Sturm aus Tessin lässt heute noch von den Mitarbeitern seiner Firma zehn Umleitungsschilder in Kröpelin sowie rund herum um die Stadt aufstellen und dann kann es eigentlich am Montagfrüh um 7 Uhr in der Rostocker Straße los gehen: Hier kümmert sich dann die Wittenbecker Baugesellschaft im Auftrag des Zweckverbandes „Kühlung“ und der Stadt Kröpelin um den Bau einer Schmutz- und Regenwasserkanalisation sowie um die Erneuerung des Gehweges.

Wie Bauleiter Jürgen Grewe gestern am OZ-Telefon noch einmal bestätigte, werden die Kanalbauarbeiten in einem ersten Abschnitt von kurz hinter der Einfahrt in die Feldstraße bis kurz vor die Einfahrt zum Netto beginnen: „Das wird ein Nadelöhr, deshalb müssen wir voll sperren. Aber der Schulbus kommt immer durch. Das ist alles geklärt. Und wir wollen auch den Anliegerverkehr so regeln, dass jeder an sein Grundstück rankommt. Wenn wir dann unmittelbar vor ihrem Grundstück sind, werden sie aufgefordert, ihr Auto runterzufahren, oder sie lassen es stehen.“

Nach dem Nadelöhr, wenn die Kanalbautechnik Anfang Juni dann an den zweiten Bauabschnitt gehe, werde sogar „innerörtlich — für die, die da wohnen“ eine halbseitige Sperrung möglich.

Die Aufstellung der Umleitung über „die gute Umfahrung 105“ soll allerdings bleiben, damit „uns hier nicht große Fahrzeuge in die Baustelle fahren“, betont Jürgen Grewe. Apropos große Fahrzeuge: Was machen die Zulieferer für den Netto-Markt und den „Kühl“-Bäckerladen?

„Deren Lieferungen können passieren“, sagt der Bauleiter. Zu der, in der entsprechenden Anordnung des Straßenbauamtes, erwähnten „Baustraße zwischen Schulstraße und Parkplatz“, die erst nach Start des 2. Bauabschnittes erforderlich sein dürfte, erklärt Jürgen Grewe: „Wenn wir da soweit ran sind, dann werden wir diesen alten Brusower Weg so aufbereiten, dass da jederzeit zum Discounter und zum Bäcker gefahren werden kann. Der wird dann auch mit Schotter und teilweise mit bindigem Material abgesichert werden.“

Das ist auch den Bewohnern vom Haus Brusower Landweg 1 ganz wichtig: „Unsere Haustür sieht saudreckig aus, weil die Autos so dicht an ihr vorbeifahren — das geht eigentlich gar nicht“, sagt Karin Burmeister (siehe Foto), die hier im Haus seit etwa anderthalb Jahren mit ihrem schwerkranken Mann und der Tochter wohnt. Vor drei Monaten kam Enkelin Maja-Melinda dazu. Deren Mutti Jana kritisiert, dass man schon jetzt manchmal Angst haben muss, dass die Autos einen in diesem engen Weg überfahren. Viele würden denken, dass hier gar keiner wohne. „Was wir hier dringend brauchen, ist eine Straßenlampe — im Winter sind wir hier schon hingeflogen“, ergänzt Karin Burmeister.

Entspannter sieht das ganze Projekt André Meding in der Rostocker Straße 69a: „Ich habe mir darüber noch gar keinen Kopf gemacht“, sagt der junge Mann und sucht einen Info-Brief des Zweckverbandes heraus. Darin wird unter anderem darauf verwiesen, dass es beim „Asphalteinbau“ zur Vollsperrung kommen wird. Wer in dieser Zeit umziehen wolle, müsse sich mit der Bauleitung abstimmen. Auch die Restmüllbeseitigung werde gewährleistet. Meding sieht dem Baugeschehen locker entgegen: „Na klar“, sagt er.

Im Markendiscounter gegenüber ist die Filialleiterin Helga Saß ebenso zuversichtlich: „Wir sind auf jeden Fall weiter für unsere Kunden und auch für die Lieferanten erreichbar“, betont die Kröpelinerin und ergänzt: „Geöffnet ist unsere Filiale von 7 bis 20 Uhr und ab 17. Juni von 7 bis 21 Uhr.“

Wie es hier noch heißt, würden die Verkehrsschilder auf dem kleinen Kreisel am Netto wohl zwischenzeitlich verschwinden, damit die Warenlieferanten, es wären bislang auch 40-Tonner dabei, problemlos um die Ecke kommen könnten. An vieles ist also gedacht.

Eine Sache ließ sich jedoch nicht zur Zufriedenheit der Betroffenen klären: „Wir vom Vorbereitungsteam des Biker-Gottesdienstes in Bad Doberan sind sehr, sehr traurig darüber, dass wir in diesem Jahr auf der Ausfahrt am 5. Mai nicht durch Kröpelin kommen können. Denn wir haben hier doch wirklich ganz treue Anhänger, die uns immer an der Straße begrüßten. Doch wegen der Durchfahrtsperre müssen wir die Umgehungsstraße nutzen. Das tut mir auch ganz persönlich leid. Wir versprechen aber, dass wir im nächsten Jahr wieder durch Kröpelin fahren werden“, sagt Herbert Baor. Dann wird es in der Rostocker Straße nicht nur perfekte Kanäle geben, sondern auch einen neuen Bürgersteig, von dem die Bikerfans zuschauen können.

Der Bauleiter erwartet ohnehin eine Erfolgsgeschichte. So sagt Jürgen Grewe ganz entspannt: „Wir haben das gerade in Kühlungsborn durchgezogen. Da ist das mit großem Dank der Leute abgelaufen. Das machen wir ja nicht das erste Mal, das ist alles okay.“

Thomas Hoppe

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