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Neubukow Ein Geheimtipp nahe Teßmannsdorf
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Ein Geheimtipp nahe Teßmannsdorf
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03:58 18.07.2013
Robert und Petra Kaiser steigen schnell wieder auf ihre Räder. Ja, wenn die Raststelle am Hellbach saubergewesen wäre... Quelle: Fotos: Thomas Hoppe
Teßmannsdorf

Dank des Straßenbauamtes und der Sonne herrscht dieser Tage auf der Strecke zwischen Rakow und Teßmannsdorf reger Verkehr. Wegen des Amtes und seiner hiesigen Straßenbaumaßnahme sausen besonders viele umgeleitete Autos über die enge Asphaltpiste und Klärchen verantwortet den Schwung Fahrradfahrer, der daneben gemütlich am Feldrand entlangradelt — vom Motorengeräusch getrennt durch Büsche und Bäumchen.

Etwa auf halber Strecke offenbart eine Gewächse-Lücke, dass ein pfiffiger Neu Kariner, der eigentlich Thüringer ist, hier sogar eine Marktlücke gefunden hat: „Die Leute fahren meist Fernstrecken in Etappen — und zwischen Wismar und Rerik gibt es so was nicht. Deshalb nehmen sie meinen mobilen Stand dankbar an“, erklärt Maik Bauer, der hier seit etwa vierzehn Tagen gemeinsam mit Petra Maurer Urlaubern und Einheimischen vor allem Thüringer Bratwürste, Getränke und Eis verkauft.

„Die Wurst schmeckt — wie sie sein soll“, lobt Frau Hartmann aus der Nähe von Greiz die Original Thüringer aus der Nähe von Teßmannsdorf. Wen wunderts, denn die Wurst wird ja in Finsterbergen am Nordhang des Thüringer Waldes produziert, wie Maik Bauer sagt. Seit vier Jahren ist er im Geschäft und war mit seinem Bratwurst-Mobil „schon im SWR-Fernsehen und im Bodensee-Radio“, wie er betont.

Nun, wenn auch die Südländer in den Norden kommen, kommt Bauer eben in die Ostsee-Zeitung...

Die heiße Thüringer schmeckt jedenfalls vielen, wie man sich an der kleinen Rasthütte zwischen Rakow und Teßmannsdorf vergewissern kann. Der Großteil der Kundschaft sind Radler, aber auch ein paar Autofahrer sind dabei. Wie ein Frauenteam der Neubukower Firma „Raum und Farbe“. „Wir haben den Stand erst in den letzten Tagen beim Vorbeifahren gesehen, heute holen wir uns hier unser Mittag“, sagt die Lenkerin.

Auch Herr Hartmann, von der OZ befragt, ob ihm die Wurst wie zu Hause im Vogtland schmecke, gibt eine erschöpfende Antwort: „Ja!“ Seine Frau verrät noch, dass die dreiköpfige Familie gerade vom Campingplatz Rerik komme, wo es sehr schön gewesen sei. „Wir waren rundum zufrieden, fühlen uns hier wohl und werden auch wieder herkommen“, sagt die Frau. Und ihr Mann, der Wohnmobilfahrer, wird nun auch beredter. „Nur die Straßen sind hier am Ende echt schmal“, meint er.

Vorbeigeradelt an diesem Überraschungswurststand am Salzhaff sind die Kaisers aus Teltow. Die Wahlbrandenburger sind seit Tagen auf dem internationalen Radweg Berlin-Kopenhagen in den Norden unterwegs gewesen und haben dann auf Poel eine Ferienwohnung bezogen. Jetzt geht es weiter nach Börgerende. Die beiden rasten dabei hinter Teßmannsdorf an der Hellbachbrücke Richtung Rerik. Besser sie halten nur kurz an, denn die Raststelle ist total verdreckt. Wie OZ weiß, schon seit Wochen. Überall liegen jetzt Federn umher, daneben Mülltüten mit Farb- und Kosmetik-

resten. „Wurde hier ein Tier gerissen oder sind das Federn aus einem Kopfkissen?“, fragt sich Robert Kaiser.

Doch dem gebürtigen Südtiroler ist es wichtig zu betonen, dass es ihm hier in der Gegend trotzdem sehr gut gefalle. Dieser Müll sei natürlich nicht schön, aber eine Kleinigkeit im Vergleich zu den Schönheiten der Region. „Eigentlich bin ich super begeistert von der ganzen Gegend. Allein von der ganzen Natur und den Fahrradwegen — das ist ein Traum!“, sagt der Urlauber und ergänzt: „In Meck-Pomm sind wir öfter schon mal durchgefahren, waren auf Rügen und in Kühlungsborn, aber mehrere Tage auf dem Fahrrad sind wir hier erstmals unterwegs. Das macht echt Spaß. Vor allen Dingen, man sieht so viel auf dem Rad.“

Ich bin eigentlich super begeistert von der ganzen Gegend hier — nur das ist nicht schön, da könnte man noch was machen.“Robert Kaiser, urlaubender Südtiroler und Wahl-Teltower zur Müllecke am Hellbach

Thomas Hoppe

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