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Neubukow Endlich: Wahrzeichen wird erneuert
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Endlich: Wahrzeichen wird erneuert
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00:00 16.03.2013
Kröpelin

Am Mittwoch haben offiziell die Bauarbeiten zur Sanierung der Kröpeliner Mühle begonnen. Mit Presslufthammer und Stemmeisen rücken momentan die Arbeiter der Firma Manzelmann aus Penzin altem Putz und Mauerresten zu Leibe. Wichtige Abrissarbeiten stehen zunächst an, bevor später Maurer, Fliesenleger, Maler, Klempner, Heizungsinstallateure, Tischler und Elektriker anrücken.

Doch nun beherrschen erst einmal Lärm und Staub Kröpelins wichtigste Baustelle. „Wir haben uns schon so viele Jahre um eine Sanierung der Mühle bemüht. Jetzt geht es endlich los“, freut sich Karin Reichler, die Vorsitzende des Kröpeliner Mühlenvereins.

Im Jahr 2006, als die Kröpeliner den 100. Geburtstag ihres Wahrzeichens feierten, wurde der Verein gegründet. Erstes wichtiges Ziel seiner Mitglieder wurde es, sich für die Erhaltung und Sanierung des historischen Bauwerkes einzusetzen. Doch dafür musste erst einmal Geld beschafft werden. Rund eine halbe Million Euro kostet der Umbau der Windmühle zur öffentlichen Begegnungsstätte. Keine Kleinigkeit für eine Kommune mit permanent knapper Kassenlage. Im innerstädtischen Sanierungsgebiet, für das höhere Förderanteile gelten, steht die Holländer-Mühle jedoch nicht. Deshalb musste zunächst viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.

„Schließlich wurde die Mühle vom Sanierungsträger als Sonderobjekt anerkannt. Erst damit wurde der Weg für die Förderung frei“, berichtet Reichler. Im vergangenen Jahr kam die offizielle Zusage für eine 70-prozentige Förderung. Nun hatten es die Kröpeliner eilig und wollten sofort loslegen.

Doch als die Ausschreibung der verschiedenen Bauleistungen gelaufen war, wurde deutlich, dass die Kosten einzelner Gewerke zu hoch ausfielen. Das Handwerk verzeichnete gerade eine hohe Auftragslage, was die Preise in die Höhe trieb. „Das wäre zu teuer geworden. Wir hätten das Limit weit überschritten“, erklärt Karin Reichler. Deshalb wurde die Vergabe im vergangenen Jahr noch rechtzeitig gestoppt und im Winter neu ausgeschrieben. „Das hat sich auf jeden Fall rentiert. Durch die erneute Ausschreibung sanken die Kosten um rund 100 000 Euro“, informiert die Vereinsvorsitzende. Nun verfolgt sie mit großer Spannung, wie die Arbeiten in der Mühle vorangehen. Wenn die Entkernung abgeschlossen ist, geht es innen mit dem Einbau der Heizungsanlage weiter. „Natürlich bekommt die Mühle eine effiziente Heizung mit moderner Brennwerttechnik“, erklärt Projektant Bernd Habel, der die Planung der technischen Ausstattung übernommen hat. Auch an neue Sanitäranlagen wurde gedacht, inclusive Personaltoilette und behindertengerechtes WC. Schließlich soll ein kleines Café mit 25 bis 30 Sitzplätzen in das Erdgeschoss der Mühle einziehen.

Die Bewirtschaftung will aber der Verein nicht selbst übernehmen. Das Café soll verpachtet werden. „Wir planen dabei erstmal mit Öffnungszeiten während der Saison. Aber das schließt eine Nutzung darüberhinaus nicht grundsätzlich aus“, sagt Karin Reichler.

Ausstellungen, Buchlesungen, kleine Konzerte, Vereinstreffen, Veranstaltungen im Außenbereich aber auch private Feiern sollen die Mühle schon bald zu einer lebhaften Begegnungsstätte für Jung und Alt machen.

Auch außen wird sich das Bild der Mühle schon in wenigen Tagen sichtbar ändern. „Der Mühlenkörper wird komplett eingerüstet. Für die Gerüstbauer ist ein solches Bauwerk eine besondere Herausforderung“, weiß Habel.

Einen Wunschtermin für die Neueröffnung ihrer Galerie-Holländer-Windmühle haben die Kröpeliner auch schon. Am 8. September 2013 ist im Landkreis wieder der „Tag des offenen Denkmals“.

Für Karin Reichler und ihre Mitstreiter im Verein ist dieser Tag ein guter Anlass, die alte Mühle im neuen Zustand einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Rolf Barkhorn