Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Neubukow „Entweder wir machen’s oder lassen es“
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow „Entweder wir machen’s oder lassen es“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 01.12.2017
Der Rasen des Schulstraße-Sportplatzes (l. oben) macht augenscheinlich noch einen guten Eindruck – doch sein Umfeld . . . Quelle: Fotos: Thomas Hoppe
Kröpelin

Aus einer Vorausschau wurde ein Rückblick, der dann wieder in die Zukunft wies.

Kröpelin: Nach Debatte über geplantes Sportentwicklungskonzept wurde es im Ausschuss grundsätzlich

Im Kröpeliner Hauptausschuss wurde am Mittwochabend gerade über den sich im April 2018 möglicherweise verlängernden städtischen Vertrag zur Pflege des Sportplatzrasens im Stadtholz diskutiert, als CDU-Stadtvertreterin Karin Reichler daran erinnerte, dass Kröpeliner Volksvertreter Anfang 2015 die Idee eines Sportentwicklungskonzeptes für die Stadt auf den Weg gebracht hatten. „Wie ist der Stand der Dinge, wird daran noch gearbeitet? Denn zu den Zielen gehörte ja, dass wir nur den einen Sportplatz an der Schulstraße betreiben wollten“, sagte Karin Reichler, die auch Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklungs-, Bau- und Planungswesen, Umwelt- und Landschaftsschutzwesen ist. Sie frage sich, wie lange denn nun noch der Sportplatz im Stadtholz betrieben werden solle.

Derzeit wäre der Fortbestand des Stadtholz-Platzes alternativlos, weil besagtes Konzept noch nicht existiere, antwortete Bürgermeister Thomas Gutteck (parteilos) und schilderte, was vor zwei Jahren an dem Konzept erarbeitet worden sei: „Wir haben uns damals ganz aktiv mit der Sportförderung auseinandergesetzt, haben mehrere Gespräche mit den fördernden Stellen geführt und dabei erfahren, dass ein Antrag des Sportvereins einen höheren Fördersatz ergeben würde, als wenn die Stadt so einen Antrag stellte“. Sein Vorgänger im Amt, Rüdiger Kropp, der im März 2015 den Stadtvertretern einen „Sachstandsbericht zum Sportentwicklungskonzept“ gegeben hatte, machte es konkreter: „Über den Sportbund wären dafür 200 000 Euro, im Ausnahmefall 500000 Euro gewährleistet worden – für den beantragenden Verein. Wir lagen aber bei der Gesamtplanung (inklusive Wettspiel-Kunstrasenplatz mit Beleuchtung und Umbau des Sozial- und Sanitärtrakts) bei etwa zwei Millionen. Da fehlte die Finanzierung“.

Jürgen Borchardt (CDU) ergänzte: „Es war damals abgestimmt, dass erst der Sozialtrakt erweitert sein muss, bevor wir den Platz angehen“. Dafür hätte der KSV einen Planer gewonnen, der auf Kosten von rund 260000 Euro gekommen sei. Der Sportbund hätte das eingefädelt und für Kröpelin seien damals 200000 Euro reserviert worden. 60000 hätten noch aus Kröpelin aufgebracht werden müssen.

„Der Sportverein kann das nicht und ich glaube, die Stadtvertretung hätte das auch nicht mitgetragen“, meint Jürgen Borchardt. „Das ist eine Vermutung, denn beantragt worden ist es ja nicht“, erwiderte Thomas Gutteck. Karin Reichler regte an, für das Jahr 2019 zu schauen, „ob man da was machen kann“. Zuvor hatte Guido Winkler (Freie Wähler) gefragt, warum die Stadt für die Kosten im Stadtholz aufkommen soll, da doch der Sportverein den Platz nutzt. Das sei Beschlusslage, hieß es.

„Wir kommen immer wieder zu dem gleichen Dilemma“, warf Stadtvertretervorsteher Veikko Hackendahl (CDU) ein und plädierte dafür, dass sich die Stadtvertreter klar positionieren sollten, dass sie die Vereine am Ort, die auch öffentliche Einrichtungen brauchen, mit einem entsprechenden Budget unterstützen. Er meine „nicht mit zwei Millionen für die Umsetzung eines Sportkonzepts“. Denn an den Vereinen hingen Strukturen, wie Jugendarbeit, gesellschaftliches Leben.

„Wenn wir irgendwo versuchen wollen, das bisschen Struktur, das hier noch vorhanden ist, zu erhalten, müssen wir uns positiv dazu bekennen.“ „Entweder wir machen’s oder wir lassen es sein. Wenn wir immer nur 50 Euro verteilen, ist letztlich auch keinem geholfen“, bezog sich Veikko Hackendahl auch auf den Sportplatz an der Schulstraße, selbst wenn eine Bahnhofstraße mit einer Bushaltestelle wichtiger sei als ein schöner Sportplatz. Doch man könne sich ja Gedanken machen, in diesen Bestand zu investieren – „als erhaltende Maßnahme, um die Substanz zu erhalten“.

Thomas Hoppe

Mehr zum Thema

Linken-Chefin Wenke Brüdgam aus Tribsees will ihre Partei in eine Regierung führen – aber nicht um jeden Preis

30.11.2017

Linken-Chefin Wenke Brüdgam aus Tribsees will ihre Partei in eine Regierung führen – aber nicht um jeden Preis

30.11.2017

Linken-Chefin Wenke Brüdgam aus Tribsees will ihre Partei in eine Regierung führen – aber nicht um jeden Preis

30.11.2017
Anzeige