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Neubukow Fast jedes Stück weckt Erinnerungen
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Fast jedes Stück weckt Erinnerungen
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00:00 27.04.2013
Thomas Lehner (51), am Röhrenverstärker MV3, nahm gestern die Exponate fürs Ostrockmuseum in Empfang. Quelle: Rolf Barkhorn
Kröpelin

Gestern Vormittag in der Hauptstraße in Kröpelin: Ein Lkw hält vor dem Stadtmuseum. Auf der Ladefläche haben die Männer der Firma Hanse Ladenbau eine besondere Fracht für die Kröpeliner. Lautsprecherboxen, Verstärker, Musikinstrumente, Kisten mit CDs, Schallplatten, in Aluminiumrahmen eingefasste Tafeln und jede Menge Plakate. Bei der Lieferung aus Berlin handelt es sich um eine große Sammlung von Exponaten, die der Berliner Verein „60/40“ den Kröpelinern zur Verfügung gestellt hat und die für das Ostrockmuseum über dem Stadtmuseum Kröpelin bestimmt sind.

Der Kröpeliner Thomas Lehner, einer der Initiatoren des Ostrockmuseums, nimmt die Exponate freudestrahlend in Empfang. Als alle Stücke in der oberen Etage verstaut sind, nimmt sich der 51-Jährige Zeit, zwischen den Exponaten zu kramen. Ein großes buntes Plakat, aufgeklebt auf eine Hartfaserplatte, fällt sofort auf. „Die Puhdys kommen“, steht in großen Lettern auf dem Druck.

In Kisten und Plastiksäcken sind noch weitere Poster verpackt. Aber Lehners Blick richtet sich schon auf das nächste Stück. Ein kleiner viereckiger Kasten mit runden Schaltknöpfen entpuppt sich als Röhrenverstärker MV3, einst hergestellt in Klingenthal im Vogtland. „Dieses Gerät hat Kultstatus. Es gehörte bei fast jeder Band zur Anfangsausstattung“, erinnert sich Thomas Lehner, der selbst zu DDR-Zeiten als Bassist in verschiedenen Amateurbands mitgewirkt hatte.

Viele der Stücke rufen bei ihm Erinnerungen an alte Musikerzeiten wach. So wie das kleine schwarze Plastikmikrofon, ein RFT M 401, unter Musikanten und Diskjockeys in der DDR liebevoll „Schwarzwurzel“ genannt.

Um alles genau zu sichten, fehlt Lehner an diesem Tag jedoch die Zeit. In den kommenden Wochen aber will er gemeinsam mit Gleichgesinnten sämtliche Exponate erfassen und katalogisieren. Einen Termin für die Eröffnung der Ausstellung könne er aber noch nicht nennen, erklärt Lehner.

RoBa