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Neubukow Gipfeltreffen der Mammut-Liebhaber
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Gipfeltreffen der Mammut-Liebhaber
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00:05 17.06.2017
Thomas Petsch baute die legendäre Münch-Mammut 2000. In seinem Gutshaus, das er mit Marita Gronau führt, findet ein Biker-Treffen statt. Auch die Öffentlichkeit ist an einem Tag eingeladen. Quelle: Fotos: Sabine Hügelland
Klein Strömkendorf

Wenn am Salzhaff vor dem letzten Juniwochenende die Sonne aufgeht, haben sich Biker auf den Weg ins „Ostsee-Gutshaus Am Salzhaff“ gemacht. Es ist der harte Kern der „Münch-Mammut“ Gilde, der dort auf denjenigen trifft, der die Mammut 2000 baute: Thomas Petsch. Am 22. Juni findet ab 19 Uhr eine öffentliche Veranstaltung statt. Der kostenfreie Lichtbildervortrag zeigt die Reise von Albert Stehle, der mit seiner Frau und einem Freund auf einer legendären Münch-Mammut Amerika durchquerte. Der Bergbauingenieur wird vor Ort sein und Fragen beantworten.

15 verschiedene Münch-Mammut-Modelle werden gezeigt / Ausfahrt am 24. Juni

Thomas Petsch schuf das stärkste Serienmotorrad der Welt. Er gründete dazu 1997 die Münch Motorrad Technik GmbH und übernahm das technische Erbe von Friedel Münch, der in den 60er und 70er Jahren mit der Münch-4 das stärkste, schnellste, exklusivste, aber auch teuerste Motorrad der Welt konstruierte. Petsch startete durch, gab dann jedoch 2002 das Projekt wieder auf: Weil die Herstellungskosten den Kaufpreis von 86000 Euro pro Maschine weit überstiegen, war nach dem 15. Mammut 2000 Schluss mit der Produktion bei der Sachs Fahrzeug- und Motorentechnik GmbH in Nürnberg. Heute zählen diese Motorräder zu edlen Sammlerstücken.

Das kleine Gipfeltreffen der Mammut-Liebhaber in Klein Strömkendorf, wo um die 15 Motorräder verschiedener Münch-Mammuts erwartet werden, geht nach einem gemütlichen Freitag am Sonnabend mit einer gemeinsamen Ausfahrt ab 10 Uhr weiter. Für Freunde der Münch-Mammut sicher ein interessantes Fotomotiv. Am Sonnabend-Nachmittag steht ein Biker-Triathlon an mit Schlauchbootfahren, Radrennen um den Teich und Motorblockwerfen. Eine Gaudi für die harten Biker-Männer und Frauen. Der Würzburger Unternehmer Thomas Petsch erwarb im April 2016 das Gutshaus mit Appartements und Suiten und führt es gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und Musikerin Marita Gronau.

Wenn die 47-Jährige an die Rezeption geht, fällt ihr Blick auf drei der seltenen Maschinen. Eine davon ist die Elektro-betriebene Mammut TTE 2, die am 7. September 2012 zum wiederholten Mal den Weltmeistertitel beim TTX GP holte. Bei der Entwicklung ging es Thomas Petsch vor allem um Ökologie und einen bewussteren Umgang mit Ressourcen wie Öl. Trotzdem sollten seine Elektro-betriebenen Motorräder auch echten Fahrspaß bringen. Doch wie kam es eigentlich dazu, dass der Maschinenbau Ingenieur Thomas Petsch in die Motorrad-Branche einstieg? „Als kleiner Junge von sieben Jahren, das war 1966, habe ich die Münch-Mammut zum ersten Mal gesehen und war sofort fasziniert von diesem Männlichem, dieser Stärke“, sagte er. „Das hat mich nicht mehr losgelassen. 1997 wollte ich, aus der Begeisterung aus Kindheitstagen heraus, das stärkste Motorrad der Welt bauen.“ Das ist ihm gelungen und noch weit mehr, denn Thomas Petsch ist durch und durch ein Tüftler, dem der Erfindergeist scheinbar in die Wiege gelegt wurde. Auch in der Solarenergie konnte er erfolgreiche Neuerungen einbringen.

Er selbst hält sich gern zurück, ist kein Freund von großen Auftritten. In Klein Strömkendorf wurde Thomas Petsch zum 43. Einwohner. Seine alte Heimat in Franken ist nur noch Zweitwohnsitz. „Ich liebe die Stille hier und die Nähe zur Ostsee“, sagte der dreifache Vater. Auf das Motorrad-Treffen freut er sich besonders, denn er sieht alte Freunde wieder, die aus ganz Europa zusammen kommen.

Seine Partnerin und Mutter einer Tochter hält die Fäden im Ostsee-Gutshaus zusammen, wo die beiden viel über die Geschichte der Münch-Mammut zusammen trugen und damit unter anderem die Bar-Räume schmückten. Zum Saxophon spielen kommt Marita Gronau zwar nicht mehr so oft, dafür wird sich im Gutshaus und im Wald dahinter in Zukunft noch so einiges an Veränderung tun. Mehr will sie noch nicht verraten.

Sabine Hügelland