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Neubukow Grundstücke in Kröpelin werden vermessen
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Grundstücke in Kröpelin werden vermessen
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00:05 13.05.2017

Sie können nicht verkaufen, sie können ihr Grundstück nicht ins Grundbuch eintragen lassen – das Problem der nicht vermessenen Grundstücke an der Bützower Straße soll behoben werden. Die Stadtvertreter haben auf ihrer Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich zugestimmt, einen Umlegungsausschuss zu bilden, ein Vermessungsbüro zu beauftragen sowie den Beschluss aufzuheben, dass das Kataster- und Vermessungsamt des Landkreises Rostock sich um die Baulandumlegung kümmert. Diskutiert wurde zuvor über die Kosten für die Eigentümer. Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) wollte den Beschluss in die Ausschüsse verweisen, damit noch offene Fragen besprochen werden könnten. Das lehnte eine Mehrheit der Stadtvertreter ab.

Hintergrund: Im Bereich der Bützower Straße 21 bis 101 (bis zu einer Tiefe von 100 Metern in östlicher Richtung) gibt es sogenannte „ungetrennte Hofräume“. Das sind Grundstücke, bei denen zwar die Außengrenzen, aber nicht die einzelnen Grundstücksflächen innerhalb des Hofraumes vermessen worden sind. Diese Flächen sind katastermäßig nicht erfasst – sollten sie aber längst. Spätestens mit Auslaufen der Hofraumverordnung 2015 sollte diese historisch entstandene Situation geklärt sein.

2002 hatte die Stadt beschlossen, das Katasteramt des Landkreises mit diesem Umlegungsverfahren, das die Grundstücksfrage für mögliche Erschließungen und Neugestaltungen regelt, zu beauftragen.

Aufgrund von Personalmangel sieht sich das Amt jedoch nicht im Stande, das Verfahren zu Ende zu führen (die OZ berichtete). „Das Verfahren ist seit 2002 anhängig. Die Bürger können nicht verkaufen.

Das ist ein unhaltbarer Zustand. Es besteht kurzfristig Handlungsbedarf“, sagt Thomas Gutteck (parteilos), Bürgermeister von Kröpelin.

Die Stadt Kröpelin muss das Verfahren vorfinanzieren, die Kosten werden später auf die Bürger umgelegt. Genau hier sieht Paul Schlutow (FWG) aber noch Gesprächsbedarf – die Bürger sollten nicht für Fehler des Katasteramtes zahlen müssen. „Das Amt muss seine Unterlagen in Ordnung haben“, so Schlutow. Dem stimmte Veikko Hackendahl (CDU) zu. Für die Unstimmigkeiten zwischen Kataster- und Grundbucheinträgen, deren Ursachen sich nicht mehr verifizieren ließen, dürften nicht die Bürger herhalten. Der Stadtvertretervorsteher stellte daraufhin den Änderungsantrag, dass nur die Kosten auf die Bürger umgelegt werden, die dem Umlegungsverfahren verschuldet sind. „Für Kosten, die Ursache von Fehlern im Katasteramt sind, wenden wir uns an den Landkreis“, sagt Hackendahl. Der Änderungsantrag wurde angenommen.

Der Umlegungsausschuss besteht aus fünf Personen: einem Juristen, einem Wertermittler, einem Vermesser und zwei Stadtvertretern. „Der Landkreis hat angeboten, mit einem Volljuristen im Ausschuss tätig zu werden“, informiert Bürgermeister Thomas Gutteck. So würden keine Kosten für einen Juristen auf die Stadt zukommen. Von dem Verfahren sind 100 Grundstücke mit mehreren Eigentümern betroffen.

Anja Levien

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