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Neubukow Hardanger: Wenn Frauen sich an Durchbrüchen erfreuen
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Hardanger: Wenn Frauen sich an Durchbrüchen erfreuen
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04:11 06.09.2013
Die Gardine (vorn) ist fertig, für die große Kaffeedecke im Hintergrund wird hier insgesamt ein Jahr gebraucht (r. Kornelia Uphaus). Quelle: Thomas Hoppe
Kröpelin

Man muss bis Vier zählen, mit Nadel und Faden umgehen können, Geduld haben, fleißig sein und eine Sticklupe auf der Brust tragen — und fertig ist die Hardanger-Frau. So in etwa bringt es die Bad Doberanerin Kornelia Uphaus auf den Punkt, als sie die Voraussetzungen für die besondere Durchbruchstickerei schildert, der sie sich seit der Wende verschrieben hat. Die West-Cousine ihres Mannes trug die Hardanger-Technik in die Münsterstadt und von dort verbreitete Kornelia Uphaus diese Stickerei ins Umland, nach Kühlungsborn und auch nach Kröpelin. Hier trafen sich die mittlerweile 14 Frauen erstmals im Jahr 2000 zunächst in der Gynäkologischen Praxis von Dr. Steinbrecher, danach im Kindergarten und seit geraumer Zeit im Gemeindehaus der evangelischen Kirche: alle vierzehn Tage, dienstags von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr. Miteinander bekanntgeworden sind die Frauen auch durch eine Ausstellung im Gut Klein Nienhagen und durch diverse Erntefeste, wo sie ihre Produktionen präsentierten. Kröpelins Pastor Olaf Pleban schwärmt von den Damen, denn sie haben für die hiesige Stadtkirche eine kunstvolle Altardecke gefertigt. Auch jetzt sticken sie an Deckchen für Kröpelins Erntedankfest am 15. September oder stricken, häkeln oder filzen Schuhchen für Kinder, Enkel und Bekannte. „Nach einem Pflichtteil, mit mehreren Stichen, das alle Frauen unserer Hardanger-Runde hier erstmal machen mussten, kann jede tun und lassen, was sie will“, erklärt Kornelia Uphaus die bunte Mischung von Techniken am großen Tisch. Zwischen den Stoffen und Fäden stehen zudem kleine Bowle-Gläser. Die Jüngste im Kreis hat auf ihren 45. gerade einen ausgegeben. Die Frauen, darunter auch eine 80-Jährige kommen aus Kröpelin, Bad Doberan, Lehnenhof, Detershagen, Zweedorf, Reddelich... „Wer Interesse hat, kann gerne mal reingucken — wir haben hier ja auch schon mal im großen Raum gesessen“, sagt Kornelia Uphaus. Doch in diesem großen Raum läuft just im gleichen Moment gerade ein sehr gut besuchter Pilates-Abend.

th

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