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Im Übergangsquartier ist es gemütlich

Kröpelin Im Übergangsquartier ist es gemütlich

„Also ich muss sagen, das war sehr gut vorgetragen und dann noch alleine geschrieben — also Hut ab“, quittiert die Kröpelinerin Lilly Schütt (79) das von Beate Margit Kunze rezitierte Frühlingsgedicht „Hoffnungsträger“.

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Beate M. Kunze (r.) liest vor Mitgliedern der Kröpeliner Ortsgruppe der Volkssolidarität aus ihren Werken — Lilly Schütt (2.v.l.).

Quelle: Fotos: Thomas Hoppe

Kröpelin. Damit startete gestern die Autorin aus Proseken auf Einladung der Kröpeliner Stadtbibliothek ihre erste Lesung im „neuen“ Quartier der Ortsgruppe der Volkssolidarität an der Kühlungsborner Chaussee 2. Hier im Haus der Volkssolidarität für sozial-betreutes Wohnen sind die Senioren nach ihrem Auszug aus der alten und maroden Begegnungsstätte am Pferdemarkt untergekommen.

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Unsere Bewohner freuen sich über Kontakte und Abwechslung.“Nicole Schröder, Leiterin des Hauses

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Damals im Herbst 2011 hieß es „vorrübergehend“ und auch jetzt spricht die Chefin des Hauses, Nicole Schröder, noch von Übergangslösung für die Senioren, aber auch von einer Bereicherung: „Unsere Bewohner freuen sich über eine Abwechslung, auf andere Kontakte. Auch bei den von der Ortsgruppe bereits für Mai und September geplanten Grillfesten werden sie bestimmt dabei sein.“

Derzeit gibt es hier zwölf Bewohner, die vor allem an Alkoholabhängigkeit leiden — fünf Plätze seien noch frei, erklärt die 30-jährige Einrichtungsleiterin, die aus Rostock kommt und seit vergangenen Dezember in Kröpelin arbeitet. Nicole Schröder betont, dass es das Ziel ihres Hauses sei, die Bewohner in die Lage zu versetzen, dass sie wieder eigenständig wohnen können. Sie bemühe sich deshalb auch darum, das Spektrum der möglichen Freizeitaktivitäten zu erweitern: mit Ausflügen, Spaziergängen... Bei der Lesung von Beate M. Kunze sind die Ortsgruppenmitglieder unter sich und spenden der gelernten Krankenschwester Beifall für ihre schriftstellerischen Arbeiten. „Wenn Sie lesen, ist es, als wenn sie erzählen“, wirft Lilly Schütt ein.

Sieben Büchlein hat die heute 64-Jährige Autorin bereits im BS-Verlag veröffentlicht, das aktuellste sogar von Gisela Steineckert lektoriert, wie Beate M. Kunze erzählt. Mit der bekannten Berliner Schriftstellerin verbindet die Wahlmecklenburgerin, die in Quedlinburg (Harz) geboren wurde, mittlerweile eine Freundschaft. „Sie ruft jetzt sehr oft an und ich bin auf dem Laufenden, woran sie gegenwärtig schreibt“, sagt Beate M. Kunze, die selbst mit Ende 50 in Wismar einen „Poetry Slam“ (Dichterwettstreit) gewann und dann das Preisgeld von 50 Euro für einen Volkshochschulkurs „Kreatives Schreiben“ einsetzte. Der Kursleiter wurde der erste Verleger ihrer Geschichten, die sie so oder so in den 40 Jahren ihrer Arbeit als Krankenschwester in Magdeburg und Wismar miterlebte oder nachfühlte. „Es ist immer ein Fünkchen Wahrheit drinne — der Kern stimmt eigentlich immer“, unterstreicht die Dichterin, die schon dreimal in Kröpelin aus ihren Werken gelesen hat. „Dank Frau Peters von der Stadtbibliothek — irgendwie vertragen wir uns gut“, sagt Beate M. Kunze dazu.

Thomas Hoppe

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