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Neubukow Kaleidoskop Neubukower Geschichte
Mecklenburg Bad Doberan Neubukow Kaleidoskop Neubukower Geschichte
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00:05 30.11.2017
Hans Albert Kruses Buch „Wir alle sind Neubukow“ (hier in seinem Arbeitszimmer) gibt es im Bürgerhaus aber auch über jede Buchhandlung. Quelle: Foto: Th
Neubukow

Quasi eine vorweihnachtliche Überraschung oder gar ein Anekdoten-Adventskalender mit 24 Kapiteln (mal das Quellenverzeichnis herausgenommen): Das erste Buch von Autor Hans Albert Kruse – seit 1969 Neubukower – über Menschen und Geschichten dieser kleinen Stadt. „Wir alle sind Neubukow“ nennt er seine 156 Seiten, die jetzt im Bargeshäger BS-Verlag erschienen sind und im festen Einband 25 Euro kosten.

„Von den 300 Stück der Gesamtauflage waren vorab schon 75Exemplare verkauft“, freut sich Hans Albert Kruse und spricht von bislang einhelliger positiver Resonanz bei den Lesern.

„Man soll das Buch in die Hand nehmen, schlägt auf und liest ein Kapitel, legt das Buch wieder weg oder blättert darin weiter – je nachdem, spricht darüber und unterhält sich“, erklärt der Autor die Absicht, die er mit seinem kaleidoskopartigen Mix von Begebenheiten aus dieser Stadt verfolgt. „Am vergangenen Sonnabend kaufte ein Neubukower bei mir das Buch und freute sich, dass er nun Stoff für seine Begegnung mit der Urenkelin des im Buch mit seinem Pferderechenpatent vorkommenden Julius Havemann hätte“, berichtet Hans Albert Kruse und verweist auf seinen eigenen Kontakt mit dieser Frau, die das Wohnhaus des einstigen Maschinenfabrikgründers „Jule“ zurückkaufte. „Sie hat noch wunderbare Abbildungen und andere Sachen“, kommt der Sammler ins Schwärmen und überlegt schon mal laut, wie man auch solche Schätze für die Allgemeinheit publik machen kann. Dabei hat er ja gerade erst einen möglichen Weg gewiesen, wie Entdeckungen öffentlich gemacht werden können. Denn in seinem ersten Buch kann man neben vielem anderen erfahren, dass ein Berliner die Kleiderbügelkunde (Pertiologie) erfand, die Hans Albert Kruse gleich an fünf Beispielen mit Neubukower Firmen vor Augen führt. Er stellt vier Patentträger aus der Stadt vor, von denen einer (Adolf Otto) bereits 1888 einen Gummiring-Deckelverschluss für Dosen erfand und geht ausführlich auf die legendäre nichtöffentliche Mitternachtslesung des Amerikaners William M. Calder III anlässlich des 150. Geburtstages von Heinrich Schliemann im hiesigen Pfarrhaus ein. Dabei arbeitet er deren Signalwirkung für eine neue kritische Sicht auf den gefeierten „Begründer der Spatenwissenschaft“ heraus, verzichtet aber leider auf konkrete Beispiele für Unwahrheiten, die der Troja-Entdecker in die Welt gesetzt haben soll.

Hans Albert Kruse kennt sie jedoch, wollte sich aber auch hier beschränken und „nicht ausufern“.

Schliemann will zum Beispiel mit dem damaligen US-Präsidenten zu einer Zeit gesprochen haben, als er nach seinem Tagebuch gar nicht in Washington gewesen sein kann, auch den Großbrand von San Francisco soll laut Calder Schliemann nicht gesehen haben können, was der aber immer behauptete. Anstöße zum Nachlesen und Weiterdenken: „So stelle ich mir das vor. Das ist auch eine Form, Familien- und Ortsgeschichte zu bewahren und weiterzugeben“, sagt Hans Albert Kruse und verrät noch: „Das ist ein Start. Wir werden sehen, wie das Buch bei den Lesern ankommt. Ich könnte mir vorstellen, dass es weitergeht“.

Thomas Hoppe

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